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Mittwoch, 8. Januar 2020

Eine Alternative zur Wetterdecke 2020 – meine Wettertasche

Nachdem mir das Stricken der Wetterdecke 2017 viel Spaß gemacht hat und ich immer wieder nachschaue, welche Temperatur es damals am aktuellen Tag hatte, bekam ich Lust, auch heuer wieder so ein Projekt zu beginnen. Doch ich wollte das Ganze dieses Jahr ein wenig unaufwendiger gestalten. Und Decken hab ich auch genug. Deshalb überlegte ich mir, was ich stattdessen machen könnte.

Nun hab ich mich entschieden, anstelle einer Decke eine Art gestrickte Patchwork-Tasche anzufertigen. Ich möchte für jeden Monat ein Rechteck in der Breite von 30 Maschen stricken. Jeder Tag wird eine kraus rechte Rippe in der Farbe, die der Temperatur um 11.00 Uhr vormittags entspricht.


Die Farben für meine Wettertasche 2020

Die Farbskala der Wetterdecke 2017 werde ich in etwa übernehmen. Doch anders als damals benutzte ich heuer Poly-Wolle. Ich denke, die ist für eine Tasche besser geeignet und stabiler, als die Sockenwolle, die ich für die Decke genommen hatte. Außerdem hab ich schon einige Restknäuel in den passenden Farben zu Hause und muß nicht viel dafür zukaufen. Auch deshalb ist es gut, daß die Temperatur-Rechtecke nicht besonders groß werden. Bei den meisten Farben werde ich wahrscheinlich mit einem Knäuel oder Rest auskommen. Und vielleicht wird so meine Restekiste auch mal etwas leerer.

Die Farbskala von meiner Wetterdecke 2017 werde ich für die Wettertasche 2020 übernehmen



Die geplante Konstruktion der Wettertasche

Ich werde wohl die Rechtecke einzeln stricken und sie dann, wenn alle fertig sind, zusammenfügen. Dazu möchte ich sie mit einer neutralen Farbe entweder umstricken oder -häkeln und dann zusammennähen. Vielleicht finde ich auch eine Möglichkeit, sie mit der neutralen Farbe irgendwie zusammenzustricken. Das muß ich erst noch ausprobieren.

Der Plan ist, daß immer zwei Rechtecke nebeneinander und drei untereinander kommen. Dann bildet die eine Seite der Tasche das erste Halbjahr, die andere das zweite ab. Irgendwie werde ich danach noch einen Henkel daranmachen (stricken, häkeln oder brettchenweben, damit er nicht so leicht ausleiert) und innen ein Futter hineinnähen. Damit setzte ich mich aber erst auseinander, wenn es soweit ist. Also in etwa einem Jahr ... 

Die Konstruktion meiner Temperatur- / Wettertasche (Vorderseite)



Mein momentaner Fortschritt

Der Januar ist noch jung und dementsprechend kurz und farbarm ist mein erstes Temperatur-Rechteck. Aber es darf trotzdem schon mal hier einen Platz bekommen:

So weit ist ist das erste Rechteck meiner Wettertasche bereits gewachsen


Meine Wettertasche – Stand der Dinge im Dezember 2020


Das Jahr neigt sich dem Ende zu, und auch meine Wettertasche nähert sich der Vollendung. Zumindest die Monats-Rechtecke werden bald vollständig sein.

Als sich während des Strickens allmählich zeigte, welche Dimensionen jedes Monats-Rechteck bekommen wird, plante ich deren Anordnung für die Tasche noch einmal anders. Wäre ich bei meinem ursprünglichen Plan geblieben, wäre die Tasche eher schmal, dafür aber auch unschön tief geworden. Deshalb werde ich die Monatsflächen nun untereinander anordnen.

So konnte ich auch immer 2 Monate an einem Stück hintereinander stricken und sie mit ein paar Reihen in weißer Farbe voneinander abtrennen. Das spart doch am Ende ein wenig Zusammennäharbeit.


Die Verbindung der Monats-Rechtecke

Während ich die Tagesstreifen im Rippenmuster anfertigte (eine Hin- und Rückreihe rechte Maschen pro Tag), strickte ich den weißen Verbindungsteil als beruhigenden Kontrast glatt rechts. Als ich die ersten 2-Monats-Streifen fertig hatte, probierte ich damit herum, eine gute Möglichkeit zu finden, sie zu verbinden. Ich entschied mich letztendlich dafür, schmale (6 Maschen) weiße Verbindungsstreifen glatt rechts zu stricken, und diese Kante an Kante zwischen je zwei Monatsstreifen zu nähen. Das macht etwas zusätzliche Näharbeit, aber es sieht deutlich schöner aus als alle meine vorangehenden Versuche, den schmalen weißen Streifen dazwischen zu stricken oder anzuhäkeln.


Mein Plan für die Fertigstellung der Wettertasche

Ich werde die Monats-Rechtecke so zusammenfügen, dass das erste Halbjahr die Vorderseite der Tasche darstellt und das zweite Halbjahr die Rückseite. Dann stricke ich oben und unten noch ein paar Abschlussreihen in weiß. Unten wird der Boden dann zusammengenäht. Damit die Tasche insgesamt stabiler wird, möchte ich aus einem einfarbigen neutralen Stoff noch ein Innenfutter mit ein paar kleinen Taschen nähen. Wenn ich mich der Herausforderung stelle, bekommt die Wettertasche noch einen Reißverschluss. Oder ich überlege mir eine andere Möglichkeit, sie zu verschließen.


Wie die Monate kennzeichnen?

Was mir auch noch etwas Kopfzerbrechen macht, ist, wie ich die einzelnen Monate beschrifte. Wahrscheinlich werde ich eher nicht die ganzen Monatsbezeichnungen darauf sticken, sondern nur deren Anfangsbuchstaben. Irgendwo sollte auch noch stehen, um welches Jahr es sich handelt. Und eine Legende wäre auch nicht ungut. Vielleicht stricke ich dafür noch ein kleines Rechteck und besticke es mit den Farben und den Bezeichnungen. Ich könnte die Legende ja als Innentasche auf das Futter nähen oder sowas. Wenn ich sie außen irgendwo drauf sticke, wird das nicht so schön aussehen, denke ich. Mal sehen. Es ist ja noch etwas Zeit, bis ich soweit sein werde.


Die Wettertasche im Februar 2021

Wettertasche 2021 erstes Halbjahr

 
Wettertasche 2021 zweites Halbjahr

Inzwischen sind die einzelnen Teile zusammengenäht, der Boden geschlossen und oben ein Rand herumgestrickt. Die Tasche sieht hübsch aus, wie ich finde, ist aber doch ein wenig groß geworden. Naja, es gibt schon Gelegenheiten, für die man eine riesige Tasche braucht. Oder?

Für die Bezeichnung der Monate hab ich jeweils über dem betreffenden Abschnitt den Monatsanfangsbuchstaben aufgestickt. Die einzelnen Temperaturschritte stickte ich in den betreffenden Farben auf den Rand der Vorder- und Rückseite. Nun habe ich gerade den Trageriemen in Arbeit. Dafür webe ich in der Brettchenwebtechnik ein stabiles Band, das auch durch die Beanspruchung bei einer längeren Benutzung kaum ausleiern sollte.

brettchengewebtes Band als Trageriemen für die Tasche

 Dann fehlt noch das Innenfutter und eine Verschlussmöglichkeit. Eigentlich möchte ich dafür gern einen Reißverschluss einnähen. Aber der braucht dann schon eine stattliche Länge. Außerdem möchte ich gern die obere Kante der Tasche noch irgendwie verstärken, damit sie später nicht so umknickt, wie sie es momentan noch tut.


Die Motivation für das Fertigstellen lässt zu wünschen übrig

Nachdem die Teile zusammengefügt waren, hat bei mir erwartungsgemäß die Lust, die Tasche fertigzumachen, doch gehörig nachgelassen. Und das liegt nicht nur daran, dass die Überraschung, wie sie denn aussehen wird, nun weg ist. Irgendwie hemmt mich momentan auch ihre Größe, die ich mir doch ein wenig handlicher erhofft hatte. Ich fürchte, dass sie wahrscheinlich den Rest ihres Daseins im Schrank fristen wird, und alle Mühe, die ich nun noch dafür aufbringe, eigentlich umsonst sein wird. Nein, irgendwann werde ich sie fertigmachen. Aber es würde mir leichter fallen, wenn ich ein Ziel vor Augen hätte, ein Einsatzgebiet, für das sie endlich fertig sein sollte. Naja, wird schon noch werden.

Für 2021 hab ich mir bis jetzt kein Jahresprojekt vorgenommen. Aber trotzdem schreibe ich immer noch mittags die Temperatur auf. Aus diesen Aufzeichnungen möchte ich schon etwas machen. Es ist interessant, die Temperaturentwicklung über mehrere Jahre zu vergleichen. Aber ich weiß jetzt schon kaum noch, wohin mit all den Decken, die ich schon gemacht hab. Und Taschen hab ich auch genug. Ich bräuchte halt irgendwas Kleines, das nicht viel Platz wegnimmt, um meine Wetterchronik fortzusetzen. Vielleicht sollte ich die Temperaturfarben sticken – für jeden Tag ein Kreuzchen oder so. Ach, ich weiß nicht. Ich schreib jetzt halt mal weiter die Temperaturen auf. Vielleicht fällt mir ja noch etwas Brauchbares ein. 

 

Mai 2021: Es ist kaum zu glauben, aber meine Wettertasche ist fertig!

Puh, ich hab schon selber kaum noch daran geglaubt, dass sie noch fertig wird. Den letzten Anschub hat gegeben, dass es ich genervt hat, sie ständig so halbgar im Weg herumliegen zu haben. Und viel fehlte ja auch nicht mehr. 

 

Wettertasche - 1. Halbjahr

Wettertasche - 2. Halbjahr

Schließlich kam der verregnete Nachmittag, an dem ich ohne großen Plan das Innenfutter zugeschnitten und mit zwei Innentaschen zusammengenäht habe. Zum Verschließen hatte ich mich letztendlich für einen Reißverschluss entschieden. Und da ich zufällig einen zu Hause hatte, der in der Länge und auch Farbe gut passte, nahm ich die Sache in Angriff. Der Reißverschluss hatte übrigens schon einmal ein erstes Leben: Er gehörte zu einer Bettwäsche, die ich vor einiger Zeit zerschnitten und weiterverwertet hatte. Nur nix wegwerfen! Man weiß nie, wofür man die Sachen mal wieder braucht!

 

Das Innenfutter meiner Wettertasche

Für das Innenfutter hab ich einen schlichten weißen Baumwollstoff genommen, den ich in genügender Größe zu Hause hatte. Und dann ging es eigentlich ruckzuck wie so oft, wenn man sich mal überwunden hat, etwas anzupacken. Ich befestigte meinen brettchengewebten Henkel innen an den beiden Schmalseiten der gestrickten Außentasche. Danach setzte ich meine Baumwoll-Innentasche ein und nähte sie an der Oberkante der Außentasche fest. Das tat ich mit der Hand und mit doppeltem Faden. Ich hoffe, dass die Naht so auch gut hält.

 

Wettertasche Oberkante und brettchengewebter Trageriemen

Und was tu ich nun mit dieser riesigen Tasche?

Festgelegt hab ich mich da noch immer nicht. Ich hab mal überlegt, sie vielleicht als Badetasche zu benutzen. Groß genug wäre sie. Aber durch das Gestrick hat sie doch auch ein ganz ordentliches Gewicht bekommen, und bei 30 Grad im Schatten ist jedes Gramm, das man zuviel herumträgt, eine Belastung. Außerdem fürchte ich, dass sie durch die Benutzung im Freien auch schnell ramponiert und von der Sonne ausgebleicht würde. Also keine Badetasche.

Am ehesten kann ich mir momentan vorstellen, sie als große Projekttasche zu benutzen. Dort passen spielend mehrere Knäuel Wolle und auch ein großer, dicker angefangener Pulli oder sowas hinein. (Oder eine Wetterdecke 2021 – nein, ich strick keine!) Mal schauen, wofür ich sie noch benutzen werde. Im Moment hängt meine Wettertasche halt so herum und wartet noch auf ihre große Aufgabe.

 

Temperaturskala auf den Rand gestickt

Mein Fazit zum Projekt Wettertasche statt Wetterdecke

Nach wie vor finde ich es spannend, die Temperaturen über das Jahr zu dokumentieren und mit denen von vorangegangenen Jahren zu vergleichen. Ich schreib auch immer noch konsequent fast jeden Tag die Temperatur auf. Aber Wettertasche werd ich auch so schnell keine mehr stricken. Nicht, weil es keinen Spaß gemacht hätte. Im Gegenteil, das tägliche Rippchen war ein schönes Ritual. Nur löste die Idee, anstelle einer Decke eine Tasche zu stricken, mein „Platzproblem“ nur zum Teil. Wenn ich etwas besser geplant hätte, wäre sie vielleicht auch von der Größe her so geworden, dass ich wirklich für den täglichen Gebrauch etwas mit ihr anfangen könnte. So hab ich wieder einen – ja, sicherlich hübschen – Gegenstand geschaffen, der meine Wohnung voller macht und den ich eigentlich nicht gebraucht hätte. Das ist es, was mich an dem Projekt ein wenig stört. Und auch aus diesem Grund hat es bis jetzt gedauert, es endlich fertigzustellen.

Auch wenn es mich nach wie vor reizt, aus meinen laufenden Temperaturaufzeichnungen des aktuellen Jahres etwas zu machen, werd ich wohl vorerst auf ein Wetter-Handarbeitsprojekt verzichten. Vielleicht lege ich mir eine Datei an, in der ich meine Temperaturwerte eintrage. Auch so kann ich sie später mit Folgejahren vergleichen. Und sie nehmen keinen Platz weg. Und wenn ich irgendwann keine Decken mehr habe, kann ich mit den archivierten Werten immer noch eine Wetterdecke stricken. Denn das Stricken eines Wetterprojekts macht mir auf jeden Fall großen Spaß. Es ist nur sinnlos, Dinge herzustellen, die danach im Schrank verschwinden oder Platz wegnehmen, den ich nicht übrig hab.

 

Sonntag, 11. August 2019

Ein riesengroßer gehäkelter Rucksack für mein Teleskop

Heuer im Frühsommer, als die Nächte wärmer wurden und begannen, zum längeren Draußenbleiben einzuladen, stieg ich in ein neues Hobby ein – Astronomie. Schon lange faszinierte mich der Sternenhimmel, und es reizte mich, dort in den „unendlichen Weiten“ noch mehr zu erkennen, als mit dem bloßen Auge sichtbar ist. Deshalb kaufte ich mir ein Teleskop. Doch schon bei dem ersten Versuch, dieses doch recht sperrige Instrument mit in die Natur hinaus zu nehmen, merkte ich, dass es sinnvoll wäre, einen Rucksack dafür zu haben. Dieser musste groß genug sein, um das Gerät samt Stativ und Zubehör darin verstauen zu können.
Und da ich ja passionierte Handarbeiterin bin, suchte ich meinen Wollvorrat durch, fand dort noch große Mengen an Acrylgarn-Resten und fing einfach an.

Eine Hülle im Sternmuster für mein Fernrohr
Als Erstes häkelte ich eine Schutzhülle für das Teleskop selbst. Sie sollte das Gerät einigermaßen polstern, da es doch recht empfindlich auf Erschütterungen reagieren kann. Ich hatte schon einmal ein Sternenmuster (Jasminmuster) gehäkelt, und dieses erschien mir genau das Richtige dafür.


im Sternmuster/Jasminmuster gehäkelte Fernrohr-Hülle


Ein riesiger gehäkelter Rucksack nach Maß
Es dauerte lange und verschlang Unmengen an Garn, aber irgendwann war meine Fernrohr-Hülle fertig und konnte ihren Zweck erfüllen. Also nahm ich den Rucksack in Angriff. Ich vermaß mein Teleskop und das Stativ, rechnete ein wenig herum, und schließlich häkelte ich mir in lockeren Reihen aus Filetmuster einen mega großen Rucksack.


riesiger Teleskop-Rucksack


Zum Schluss noch ein genähtes Innenfutter

Da sich das Stativ in den Löchern sehr verhaken würde und ich gern noch eine Innentasche für meine Sternkarten, Orientierungsbücher, etc. haben wollte, nähte ich mir noch ein Innenfutter – aus Sternenstoff, versteht sich! Das machte den Rucksack noch stabiler. Ich nähte das Futter auch an mehreren Stellen an dem äußeren Teil fest, damit sich das doch ordentliche Gewicht des Fernrohres besser verteilte und nicht nur eine Naht alles halten musste. Die Träger häkelte ich aus festen Maschen und nähte sie besonders gut fest, denn wie gesagt, das Teil muss einige Kilo tragen.
Zum Schluss nähte ich mir noch ein kleines Säcklein, das ich mit einem Karabiner je nach Bedarf am Rucksack oder am aufgebauten Stativ befestigen kann. Darin finden nun meine verschiedenen Okulare, eine Taschenlampe und allerhand Kleinkram Platz.

ein Innenfutter aus Sternenstoff für meinen Fernrohr-Rucksack

Der Teleskop-Rucksack hat sich schon bewährt
Inzwischen hab ich mein Fernrohr schon einige Male herumgetragen, und dabei hat sich der Rucksack sehr bewährt. Er ist stabil, lässt sich gut tragen und ist groß genug für all den Krimskrams, den ich zum Sternegucken immer mitschleppe. Ach ja, und ich habe beide Hände frei, um auch noch einen Klapphocker zu tragen!

Ein Linktipp für Hobby-Astronomen
Hier noch der Link zu der sehr informativen Seite von Astronomie.de, die mir schon viel geholfen und Interessantes über den Sternenhimmel gezeigt hat.

Freitag, 9. August 2019

Handarbeiten für einen etwas nachhaltigeren Lebensstil


Es ist momentan eine große gesellschaftliche Aufgabe, der wir alle uns stellen müssen: Wie kann man nachhaltiger leben und das Klima schonen? Auch mich beschäftigt dieses Thema schon eine ganze Weile lang.
Ein Anfang mag es sein, sich einmal darüber Gedanken zu machen, wie viel Plastik man so Tag für Tag verwendet, und wo man vielleicht etwas davon vermeiden kann. Zum Beispiel kann man anstelle von Plastikverpackungen einen selbstgenähten Brotzeitbeutel, auch Lunch-Bag genannt, verwenden.
Dass Plastiktüten vermeidbar sind und es dafür gute Alternativen gibt, hat sich inzwischen herumgesprochen. Auch ich benutze beim Einkaufen so gut wie keine Tüten mehr. Gurken, Paprika oder Zucchini kaufe ich, wann immer es geht, lose, und bis jetzt hatte noch niemand vom Kassierpersonal im Supermarkt Schwierigkeiten damit, wenn ich auch mal ein Pfund Tomaten lose auf das Kassenband legte. Problematisch wurde es für mich bisher nur beim Einkauf von „kleinteiligerem“ offenen Obst und Gemüse, wie zum Beispiel Naschtomaten. Ich hab mir deswegen schon verschiedene Beutelchen genäht oder gehäkelt, aber so richtig zufrieden war ich mit keiner dieser Lösungen. Dann stieß ich im Internet auf eine Nähanleitung für ein leichtes, transparentes Gemüsenetz, das noch dazu richtig toll aussieht.

Ein Obst- und Gemüsenetz aus einer alten Gardine nähen





selbst genähtes Obst- und Gemüsenetz


In dieses hübsche Obst- und Gemüsebeutelchen, dessen Nähanleitung ich im Internet fand, verliebte ich mich sofort. Reste von Baumwollstoffen habe ich kistenweise, und einen ausrangierten Vorhang fand ich auch. Also nähte ich mir so ein Netz und probierte es beim nächsten Einkauf aus. Es war leicht, handlich und groß genug für alles, was ich hineinpacken wollte. Schnell war mir dieses eine Beutelchen zu wenig, und ich machte noch ein paar mehr. Inzwischen hab ich schon einige Bekannte mit Gemüsenetzen versorgt, schließlich müssen wir ja alle Plastiktüten einsparen, ...
Und weil es für Handarbeiterinnen dafür nie zu früh ist, hab ich auch schon die ersten Beutelchen genäht, die in einem knappen halben Jahr als Weihnachtsgeschenke den Besitzer wechseln werden.

Gemüsebeutelchen als Weihnachtsgeschenke

Kernseife – ein verkanntes Multitalent

Plastiktüten einzusparen ist das Eine. Aber was ist mit all den Plastikverpackungen, in denen der Großteil unserer Wasch- und Pflegeprodukte steckt?
Als es Sommer wurde und mit den heißen Temperaturen die Menge an verschwitzten T-Shirts, die ich kurz durchwaschen musste, sprunghaft anstieg, hatte ich die Nase voll von all den schönen Waschmittelchen in ihren Plastikflaschen, die man so kaufen kann. Ich erinnerte mich daran, dass meine Mutter immer Kernseife zu Hause hatte und diese zum Waschen von Kleidungsstücken benutzte.
Also legte ich mir kurzerhand ein paar Blöcke davon zu und probierte es aus. Meine Oberteile wurden sauber, die Seife kostete einen Bruchteil von den Waschmitteln und war auch in weniger Plastik eingepackt. Bestimmt gibt es Kernseife auch ganz ohne Plastikverpackungen, aber meine Drogerie hatte sie nur mit – leider. Da muss ich mich noch weiter umsehen.

Kernseife wurde zu einem festen Bestandteil meines Haushalts

Nun hatte ich Blut geleckt. Ich wusch nicht nur meine Wäsche mit Kernseife, sondern auch mich. Ich fand im Wissensschatz des großen Netzes eine Anleitung, wie ich Flüssigseife aus gehobelter Kernseife und Wasser herstellen konnte und probierte es aus. Es klappte wunderbar, und seitdem ist gekaufte Flüssigseife (jedes Mal zusammen mit einer neuen Plastikflasche) Geschichte.
Beim Händewaschen allein wollte ich es nicht bewenden lassen, deshalb benutzte ich auch für das Duschen Kernseife anstelle von gekauftem fertigem „Plastik“-Duschgel. Mit der Zeit litt meine Haut doch ziemlich, deshalb bin ich inzwischen auf ein anderes selbstgemachtes Produkt dafür umgestiegen. Mehr dazu weiter unten. Was geblieben ist, ist das kleine Seifenbeutelchen, das ich mir schnell gestrickt habe, damit beim Duschen die Seife besser schäumt und nach Gebrauch ruckzuck aufgeräumt ist und trocknen kann.

Anleitung für ein schnell gestricktes Seifenbeutelchen

Für mein Experiment mit dem Duschen mit Kernseife strickte ich mir dieses kleine Säckchen. Ich hatte gelesen, dass das Duschen mit Seife so etwas komfortabler wird, weil das glitschige Stück nicht so leicht aus der Hand rutschen kann, wenn es eingepackt ist. Außerdem sollte die Seife so noch besser schäumen. Wer sich schnell ein Seifenbeutelchen stricken möchte, kann dies nach meiner Anleitung gern tun.


selbst gestricktes Seifensäckchen

Das Material

•    Ich habe dafür ein dünnes, selbstgesponnenes Baumwollgarn benutzt, weil es sich anbot und schon längere Zeit auf eine angemessene Verwendung wartete. Man kann das Seifensäckchen aber aus jedem nicht zu dicken Garn herstellen. Gut ist ein Material, das Wasser gut aufnimmt und schnell wieder trocknet.
•    Zum Stricken wird noch ein Nadelspiel in der zur Wolle passenden Stärke

Die verwendeten Stricktechniken

Das Seifensäckchen wird mit rechten und linken Maschen gestrickt. Das Lochmuster entsteht durch Umschläge.
Zum Verschließen dient eine selbst gedrehte Kordel.

Strickanleitung Seifensäckchen

Für den Beginn werden 24 Maschen angeschlagen. Die unten stehende Strickschrift zeigt nur die Hälfte des gesamten Strickstücks mit 12 Maschen. Das Säckchen kann jedoch auch mit mehr oder weniger Maschen gestrickt werden, je nachdem, wie groß das einzupackende Stück Seife ist.
Nach dem Maschenanschlag verteilen Sie die Maschen gleichmäßig auf alle vier Nadeln und arbeiten Sie nach der Strickschrift in Runden weiter.

Strickschrift Seifenbeutelchen

 

Strickschrift Seifensäckchen



Das Säcklein fertigstellen

Ketten Sie nach der letzten Runde die Maschen ab, drehen Sie den Beutel auf links und legen Sie ihn so hin, dass die Vorder- und Rückseite flach übereinanderliegen. Dann nähen Sie ihn an der unteren Kante zusammen. Drehen Sie eine Kordel und fädeln Sie diese in die obere Lochreihe ein, damit Sie das Säckchen damit verschließen und aufhängen können.

Flüssigseife selbermachen – eine Anleitung

Nach diesem Rezept mache ich meine Flüssigseife aus Kernseife selber. Ich benutze sie zum Händewaschen zwischendurch. Das verträgt meine Haut ganz gut. Wer empfindlicher ist oder sich damit duschen möchte, sollte als Basis lieber eine pflegende Ölseife verwenden oder zu dem Rezept einen Schuss Olivenöl dazugeben.

Die Zutaten für die Flüssigseife

•    30 g Kernseife oder normale Handwasch-Seife, auch Seifenreste lassen sich dafür prima verwenden
•    1 Liter heißes Wasser
•    leerer Seifenspender oder anderes Gefäß, um die flüssige Seife aufzuheben

So wird’s gemacht:

•    die Seife mit einer Haushaltsraspel (z. B. für Käse) fein raspeln
•    das Wasser im Wasserkocher oder in einem Topf aufkochen lassen
•    1 Liter von dem heißen Wasser zu den Seifenraspeln gießen, gut umrühren, bis sich die Flocken aufgelöst haben
•    die Lösung in den Seifenspender oder ein anderes Gefäß füllen
•    mindestens 24 Stunden eindicken lassen, denn erst dann hat sich die endgültige Konsistenz gebildet
•    wenn die Seife zu flüssig geworden ist, können Sie nochmals Seifenraspel mit wenig heißem Wasser auflösen, dazugeben, gut durchmischen und wieder eine Weile stehen lassen, um die endgültige Konsistenz beurteilen zu können
•    wurde die Flüssigseife zu fest, gießen Sie etwas heißes Wasser dazu, vermischen oder schütteln alles gut durch und warten wieder etwas ab


Festes Shampoo bzw. Duschgel selbst herstellen?

All diese tagtäglich nötigen Dinge wie Duschgel, Hautlotion, oder Shampoo sind ja allesamt in reichlich Plastik eingepackt. Und übers Jahr gesehen benötigt man schon eine ganze Menge davon. Je nachdem, welche Produkte man benutzt, kann all das auch ganz schön ins Geld gehen. Da ich mir schon lange meine Hand-, Gesichts-, und für-alles-Andere-Creme selber zusammenrühre, reizte mich der Gedanke, noch andere Mittel für die Körperpflege selbst herzustellen. Doch was da alles möglich ist, wurde mir erst klar, als ich mir das Buch „Statt Plastik“ von Jutta Grimm zulegte.
Ich versuchte es mit dem in meinen Augen „Exotischten“, nämlich mit festem Shampoo. Da ich lange Haare habe, verbrauche ich nicht nur reichlich Shampoo-Flaschen, sondern genausoviele Spülungen, damit ich meine Mähne nach dem Waschen wieder durchgebürstet bekomme.

Erst einmal testen, ob ich überhaupt mit festem Shampoo zurechtkomme

Zuerst wollte ich mir nicht gleich die Zutaten dafür, wie zum Beispiel das Tensid SLSA zulegen. Was sollte ich mit den Resten anfangen, wenn ich nach dem ersten Versuch feststellte, dass so etwas überhaupt nichts für meine Haare war? Deshalb kaufte ich mir in meiner Haus- und Hof-Drogerie ein Stück festes Shampoo und probierte das Haarewaschen damit erst einmal aus. Der Preis von knapp 5 Euro für ein Shampoo ließ mich schon schlucken, inzwischen weiß ich, dass meines sogar noch eines von der günstigeren Sorte war.
Mein Haarwasch-Versuch begeisterte mich dann. Auch wenn dieses seifenstückartige Shampoo nicht so stark schäumt, wie ich es von seinen flüssigen Kollegen gewöhnt war, konnte ich mir doch damit gut die Haare waschen. Und in einem Anflug von Wagemut beließ ich es bei diesem festen Shampoo und verzichtete auf die anschließende Anwendung einer Spülung. Und das Ergebnis war toll! Meine Haare fühlten sich weich, gepflegt und sauber an. Und sie ließen sich ohne Probleme durchbürsten! Mir war sofort klar: Damit brauche ich keine Haarspülungen mehr! Und da dieses feste Shampoo auch sehr ergiebig war, konnte ich mir ausrechnen, dass ich damit auf längere Sicht sogar Geld einsparen konnte.

Mein erster Versuch, festes Shampoo selbst zu machen, führte zu einem tollen festen Duschgel

 

festes Duschgel in kleinen Portionen als Geschenk

Doch das war erst der erste Schritt. Ich wollte mir das feste Shampoo ja selbermachen. Also besorgte ich mir die nötigen Zutaten und schritt zur Tat. Ich orientierte mich dabei an dem Rezept, das in dem Buch „Statt Plastik“ von Jutta Grimm abgedruckt ist, recherchierte aber zusätzlich noch im Internet. Herausgekommen ist dabei eine etwas andere Zusammensetzung der Zutaten als in dem Buch, und bis mir das „Shampoo“ auch für meine Haare taugt, werde ich das Rezept noch ein wenig verändern müssen. Denn nach der ersten Haarwäsche mit meinem selbstgemachten Block fühlten sich meine Haare noch leicht fettig an. Doch als festes Duschgel finde ich das „Shampoo“ richtig gut. Die Haut ist danach schön weich und gepflegt.


Rezept für festes Shampoo bzw. Duschgel

Nach dieser Anleitung werde ich mir mein nächstes festes Duschgel selber machen. Für ein Shampoo werde ich den Anteil der Kakaobutter etwas reduzieren.

Die Zutaten

•    50 g SLSA (Dies ist ein sanftes Tensid, das für Naturkosmetik verwendet werden darf. Achtung! Es staubt sehr und kann die Atemwege reizen, deshalb bei der Verwendung bitte Mundschutz tragen.)
•    50 g Maisstärke
•    20 g Kakaobutter
•    nach Wunsch 10 bis 20 Tropfen ätherisches Öl
•    evtl. kleine Förmchen für Eiswürfel oder Pralinen

Die Zubereitung des festen Duschgels

•    die Kakaobutter im Wasserbad schmelzen lassen
•    SLSA und Stärke mischen
•    die flüssige Kakaobutter in die festen Zutaten gießen
•    anschließend gut vermengen und durchkneten; die Konsistenz sollte zum Schluss etwa wie Knete sein
•    die Masse in kleine Förmchen drücken oder mit den Händen modellieren und mindestens 24 Stunden trocknen lassen

Donnerstag, 19. März 2015

Eine schöne Geschenkidee – ein Wickelknäuel

Als ich kürzlich nach einer Geschenkidee für den 12. Geburtstag eines handarbeitsbegeisterten Mädchens suchte, fiel mir ein, daß ich im Internet schon wiederholt von Wickelknäulen gehört habe. Ich hatte so etwas noch nie selbst gesehen oder gar gebastelt. Die Idee gefiel mir aber, also probierte ich es einfach aus.

Geschenkidee Wickelknäuel

Das Wickelgarn: handgesponnene Merinowolle mit kleinen Perlen
Zuerst widmete ich mich der Wolle. Schon lange wollte ich mal versuchen, ein Garn zu spinnen, in das Perlen eingearbeitet sind. Irgendwo in den Weiten des Netzes hatte ich mal ein Video dazu gesehen. Also suchte ich mir einige bunte Merino-Kammzüge und Perlen zusammen und probierte es aus. Und heraus kam ein wunderschönes Perlengarn, gute 80 Gramm, ca. 120 Meter.

Die Mini-Geschenke: Handarbeits-Grundausstattung und einige Süßigkeiten
Als Geschenke, die verwickelt werden sollten, besorgte ich allerhand Kleinigkeiten, die eine angehende Handarbeiterin gut gebrauchen konnte. Strick- und Häkelnadeln, Maschenmarkierer, Nadeln zum Vernähen, eine kleine Schere, Maßband, Auftrenner, ein Notizbuch mit Stift und Radiergummi, ein kleiner Reihenzähler, ein Nadelmaß-Kärtchen und als Nervennahrung zwischendurch ein paar Gummibärchen packte ich in Geschenkpapier ein, in lauter einzelne Päckchen. Und dann wurde fleißig gewickelt, bis ein großer Garn-Geschenke-Ball entstanden war, der auch noch einigermaßen stabil zusammenhielt.

Geschenke für das Wickelknäuel

Noch schnell eine Handarbeitstasche gestrickt
Da das beschenkte Mädchen ja erst das Knäuel, und nach dem Auspacken auch die Handarbeits-Utensilien irgendwo verstauen können mußte, strickte ich noch schnell aus einigen Resten handgesponnener und selbst gefärbter Wolle ein kleines Säckchen. Es bekam je zwei Außen- und Innentaschen für den ganzen Kleinkram. Oben kann man es mit einer Kordel zuziehen.

Projekttasche für das Wickelknäuel

Das Wickelknäuel kam bei der Beschenkten gut an
Als dann der Geburtstag da war, begann das Mädchen sofort begeistert, die Wolle zu verstricken. Damit es nicht zu lange dauerte, bis die ersten Geschenke aus dem Knäuel heraus purzelten, wanderte das Strickzeug dann den ganzen Nachmittag lang immer wieder zwischen den Gästen und dem Geburtstagskind hin und her, und jeder fügte ein paar Reihen hinzu. Auch ein Gästekind, das bis dahin noch nicht stricken konnte, versuchte sich mit Freuden daran.

Inzwischen dürften alle Geschenke zum Vorschein gekommen sein. Das Wickelknäuel hat nicht nur dem Geburtstagskind Freude gemacht, sondern gleich noch dazu einigen ihrer Besucherinnen!

Donnerstag, 3. April 2014

Die Vier-Meter-Mega-Kette für mein Mittelalterkleid auf den Webrahmen gespannt

Nachdem ich endlich genug (gut anderthalb Kilometer!) Wolle für die Kettfäden gesponnen hatte, war es soweit: Ich konnte die Kettfäden für den Hauptteil des Kleides (Vorder- und Rückenteil zusammen in einem Stück) schären. Schon das allein war ein mittleres Abenteuer.

Ich wollte es nach der Methode machen, bei der man die Kettfäden gleich beim Schären am Kettbaum befestigt und durch die Schlitze des Kammes zieht – hier der Link zu einemVideo, das diese Schärmethode erklärt. 

Also baute ich meine 80 Zentimeter breite Kromski Harfe am einen Ende meines Wohnzimmers auf. Und als ich den Schärpflock vier Meter davon entfernt positionieren wollte, merkte ich, daß der Raum zu klein dafür war. Doch mit etwas Improvisieren in Richtung Flur bekam ich die Strecke doch noch hin.

Danach begann das Hin- und Herwandern mit der Wolle zwischen Pflock und Webrahmen, was nicht nur mich in Bewegung brachte, sondern auch meine beiden Katzen. Die hatten ihre helle Freude mit den vielen Fäden und trieben mich zwischenzeitlich schier in den Wahnsinn!

Als nach einigem Kampf schließlich alles fertig geschärt war, flocht ich aus den langen Fäden erst einmal einen Zopf, um sie bis zum nächsten Tag stillzulegen, an dem ich mir für das Aufbäumen ein paar zusätzliche Hände organisiert hatte. Denn bei dieser Kettenlänge und -breite hätte ich es allein niemals geschafft, beim Aufrollen auch nur eine halbwegs gleichmäßige Spannung zu bekommen.

Am folgenden Tag wurde mir schnell klar, daß auch zwei Paar Hände für dieses waghalsige Unternehmen zu wenig waren. Am Ende waren wir zu dritt – einer drehte am Kettbaum, zwei entwirrten und hielten die Fäden. Außerdem dauerte die Aktion anstelle der von mir dafür einkalkulierten zehn Minuten dann doch eine gute Stunde...

Die vier Meter langen Kettfäden vor dem Aufbäumen auf meine Kromski Harfe


Nun ist meine Harfe aber fertig bespannt und ich hab bereits mit dem Weben angefangen. Bis jetzt habe ich keine größeren Probleme mit der Fadenspannung. Auch meine Sorge, daß die Kettfäden die Beanspruchung durch den Kamm nicht aushalten könnten, ist bis jetzt unbegründet. Sie fransen schon aus, aber bis jetzt hält es ganz gut.

Und nun folgt ein Geduldsspiel. Denn ich brauche für zehn Zentimeter fast einen ganzen Abend. Damit ich mich etwas besser orientieren kann und auch einen Fortschritt sehen kann, markiere ich mir am Rand alle zehn Zentimeter eine Stelle und einen Strich auf meinem Notizblock. Zwischendurch muß ich dann auch immer wieder Wolle nachspinnen. Für vierzig Zentimeter Stoff brauche ich ungefähr 50 Gramm Garn in Lace-Stärke.

Puh! Ob das wirklich bis zum Sommer was wird? Wer hatte eigentlich diese dämliche Idee mit dem selbstgemachten Stoff für mein Mittelalterkleid???

Mittwoch, 19. Februar 2014

Ein strickgefilzter Rucksack nach eigener Anleitung für zwischendurch

Nachdem ich nun für mein aktuelles Mega-Projekt mit dem handgenähten Mittelalterkleid wochenlang nur noch blaue Wolle gesponnen und gewebt habe, brauchte ich jetzt mal etwas Anderes für zwischendurch. Also beschloß ich, aus den ganzen Strängen handgefärbter Wolle, die sich noch in meinem Schrank türmten, einen Rucksack zu machen.

Ohne eine konkrete Anleitung (irgendwie mache ich das anscheinend immer so... ), nur mit einem ungefähren Bild im Kopf, wie das Ding schließlich aussehen sollte, machte ich mich ans Werk. Und hier ist das Resultat. Ist er nicht total schön geworden?

Mein strickgefilzter Rucksack nach eigener Anleitung


Hier die grobe Anleitung, wie ich den Rucksack vor dem Filzen gestrickt habe

Die Bodenfläche strickte ich mit der grünen Wolle in Runden, bis ich der Meinung war, daß sie groß genug sei. Es wurden etwa 55 Zentimeter Durchmesser. Danach strickte ich abwechselnd lila, gelbe und grüne Streifen glatt rechts nach oben, bis mir nach knapp 60 Zentimetern die lila Wolle ausging. Den obersten Streifen (lila) machte ich im Perlmuster, damit der obere Abschluß etwas stabiler wurde. Außerdem strickte ich in der Mitte des Streifens eine Reihe mit kleinen Löchern in regelmäßigen Abständen (vor dem Loch zwei Maschen zusammengestrickt, dann ein Umschlag, damit eine Lücke entsteht), in die ich später eine Kordel zog, damit man den Beutel zusammenziehen kann.

Die blaue Klappe strickte ich über eine Breite von etwa 25 Zentimetern gleich am oberen Rand des Beutels an. Sie ist auch glatt rechts gestrickt, nur jeweils an den Rändern ist jeweils ein Streifen von 4 Maschen im Perlmuster. Nach ca. 20 gerade gestrickten Zentimetern nahm ich beidseits mal in jeder zweiten, mal jeder 4. Reihe eine Masche ab, damit die Spitze entstand. Kurz vor dem Ende arbeitete ich auch hier ein kleines Knopfloch in der Mitte ein.

Für die Träger habe ich zwei Streifen mit je 8 Maschen im Perlmuster gestrickt, bis die gelbe Wolle zur Neige ging. Vor dem Filzen waren sie dann ungefähr je 55 Zentimeter lang. Durch das Filzen sind sie aber auch nur um wenige Zentimeter kürzer geworden.

Da ich von der grünen Wolle noch Einiges übrig hatte, beschloß ich, daraus eine kleine Ziertasche für die Front zu stricken. Ich hab nach Gefühl etwa mit einer Breite von 20 Zentimetern begonnen und über mehrere Reihen glatt rechts zuerst ein paar Maschen beidseits zugenommen, dann gerade hochgestrickt und vor dem Abschlußbündchen (eins rechts, eins links über 3 Zentimeter) wieder etwas abgenommen. Da von der gelben Wolle noch genug übrig war, hab ich das Täschlein noch mit ein paar Blümchen bestickt und die blaue Klappe mit drei Häkelblüten aufgepeppt.

Dann steckte ich alles in die Waschmaschine zum Filzen. Erst danach hab ich die Träger angenäht, weil ich schlecht einschätzen konnte, wie sehr die Tasche und die Träger schrumpfen würden. Auch die grüne Tasche hab ich erst nach dem Filzen aufgenäht. Dann kam noch ein Knopf dran, und fertig!

Freitag, 14. Februar 2014

Der Probestoff für die Ärmel meines Mittelalterkleides ist fertig gewebt!

Ich war die letzten Tage fleißig, und nun ist der Wollstoff, aus dem ich gern die Ärmel für das Kleid schneidern möchte, fertig. Den Anfang und das Ende habe ich mit einem Saumstich gesichert, damit sich nicht gleich alles wieder auftrennt. Obwohl ich mir vorstellen könnte, daß es eventuell auch so halten könnte. Denn die Merinowolle hat sich bereits beim Weben schon ein wenig aneinandergefilzt. Aber sicher ist sicher.

Der selbstgemachte Stoff für mein Mittelalterkleid trocknet in der Sonne


Nachdem der Stoff vom Webrahmen herunter war, hab ich ihn vorsichtig gewaschen und heute Nachmittag in der Sonne zum Trocknen aufgehängt. Er ist wirklich ein schön leichter Stoff geworden, und ich kann mir gut vorstellen, daraus ein Kleid zu machen, das am Ende nicht so dick und warm wie ein Wintermantel wird. Und von der Breite her ist er zwar ein wenig schmaler geworden, als auf dem Webrahmen, aber anscheinend habe ich den Einsprung ganz gut berechnet. Denn gestern Abend hab ich gleich noch meine Papierschablonen mit den Schnittmustern für die Ärmel daraufgelegt, und danach habe ich sogar noch den ein oder anderen Zentimeter (je nachdem, wie breit der Rand an der Stelle grade ist) in Reserve.


Wenn ich den Stoff auf dem Boden ausbreite, sieht man deutlich, wie unregelmäßig ich am Anfang noch gewebt habe. Doch mit der Zeit bekam ich den Bogen heraus, wie ich den Rand doch deutlich gerader hinbekommen konnte. Der Stoff ist auch in sich ein wenig wellig, weil ich es nicht geschafft habe, die Kette wirklich gleichmäßig aufzuspannen. Für die megalangen Kettfäden, aus denen Vorder- und Rückteil (am Liebsten an einem Stück) entstehen sollen, werde ich mir wohl eine helfende Hand zusätzlich organisieren. Einige Stellen sind auch lockerer gewebt als andere, besonders am Anfang. Aber das finde ich nicht schlimm. Schließlich ist es mein Erstlingswerk, und man muß den Stoff schon recht genau anschauen, um das zu sehen. Und ich habe ihn ganz bewußt ein gutes Stück länger gemacht, als es für die Ärmel nötig gewesen wäre. So kann ich mir die besseren Stellen für die einzelnen Teile ein wenig heraussuchen.

Etwas unregelmäßig gewebt ist der Stoff, aber ich mag ihn trotzdem


Nun werde ich noch versuchen, den Stoff vorsichtig etwas zu bügeln, ohne daß er hinterher ein Klumpen Filz ist. Ich habe mich noch nicht entschieden, ob ich dann gleich die Ärmel zuschneide und schon mal mit dem Nähen anfange, oder das Spinnen ein wenig forciere. Denn für meine Mega-Kette für Vorder- und Rückteil, die ich als Nächstes aufziehen möchte, fehlt mir noch Einiges an Garn. Mal sehen, wahrscheinlich mache beides mehr oder weniger gleichzeitig, damit weder das Spinnen noch das Nähen anfangen kann, nervig zu werden.

Ein Buchtip für alle, die sich eine Mittelaltergewandung selbermachen möchten
Die Serie "Kleidung des Mittelalters selbst anfertigen" von Wolf Zerkowski finde ich ganz gut. Ich besitze das mit Anleitungen für die Grundausstattung für die Frau, es gibt aber auch ein Anleitungsbuch für den Mann.


Dienstag, 11. Februar 2014

Neues Großprojekt begonnen: mein selbstgemachtes Mittelalter-Kleid

Ich geb's ja zu, es ist schon ein ziemlich wahnsinniges Unterfangen, das mir da vorschwebt. Aber versuchen möchte ich es, mir ein einfaches Mittelalterkleid selberzumachen – komplett selberzumachen: ein Unterkleid, ein Darüberkleid und dann noch was für den Kopf. Ich möchte also zuerst das Garn spinnen, es dann zu Stoff weben und daraus schließlich mit der Hand ein Kleid nähen. Mein Plan ist, es möglichst bis zum Sommer fertigzubekommen, damit ich es auf diversen Mittelaltermärkten anziehen kann. Mal sehen, ob das heuer wirklich etwas wird.

Den Leinenstoff für das Unterkleid wirklich selbst spinnen und weben?
Das erste Zugeständnis bei dem „komplett selbermachen“ hab ich jedoch bereits in Kauf genommen. Da das Unterkleid historisch korrekt aus Leinen bestehen sollte, wagte ich mich also zum ersten Mal daran, Leinen zu spinnen. Nach einer Weile klappte dies auch einigermaßen. Aber die Vorstellung, genug davon herstellen zu müssen, um danach etwa drei Meter Stoff in 80 cm Breite weben zu können, bremste meinen Enthusiasmus dann doch recht. Das Spinnen allein hätte wahrscheinlich schon ein Jahr gedauert. Also kaufte ich mir beim blau-gelben schwedischen „Mittelalter-Ausstatter“ einen naturfarbenen Leinenstoff, aus dem ich mein Unterkleid nähen wollte.

Das Unterkleid zuschneiden
Einen richtigen Schnitt hatte ich auch nicht. Ich wußte nur, daß es ein ganz einfaches Mittelalterkleid werden sollte, ein gerader Schnitt mit je einer Gere links und rechts. Also las ich mich durch das Netz und Bücher und fertigte mir schließlich ein Schnittmuster nach meinen Körpermaßen an, das ich in Originalgröße auf dünnes Papier aufmalte. Ich schnitt den Stoff danach zu (drei Meter Stoff und jede Menge Papier auf dem Boden, welch Freude für meine Katzis!).

Schnittschema mittelalterliches Unterkleid



Und dann per Hand zusammennähen
Schließlich hab ich die Einzelteile mit Stepp- und Vorstichen zusammengenäht und möglichst unsichtbar versäumt. Das klappte erstaunlich gut und dauerte auch nicht so ewig lange, wie ich befürchtet hatte. Was etwas nervte, war die Tatsache, daß ich den Beleg am Halsausschnitt falsch herum annähte und dies erst recht spät merkte, so daß ich alles wieder auseinandertrennen mußte und nochmal von vorn anfangen. Auch ein Ärmel war seltsamerweise (ich hab eigentlich gut aufgepaßt...) plötzlich linksherum angenäht. Aber ansonsten hat es richtig Spaß gemacht, und nun ist das Unterkleid fertig!

mittelalterliches Unterkleid aus Leinenstoff


Der Stoff für das eigentliche Mittelalterkleid wird selbstgemacht
Für das Darüberkleid hab ich mit ein gutes Kilo blaue Merinowolle gekauft. Bis jetzt sind die ersten 200 Gramm versponnen. Das geht zwar wesentlich schneller, als ich Leinen spinnen kann, dauert aber doch seine Zeit. In 100 Gramm muß ich etwa 30 Stunden investieren, dafür hat das (fertig zweifach verzwirnte) Garn dann auch eine traumhafte Lauflänge von ungefähr einem Kilometer!! Und nachdem ich entdeckt habe, daß ich inzwischen beim Spinnen sogar lesen kann und gar nicht mehr dauernd hinschauen muß, macht es gleich doppelt Spaß.


Es ist angewebt!
Nun habe ich begonnen, daraus ein etwas schmaleres Stück Stoff für die Ärmel als „Probestück“ zu weben. Mit einem 50/10er Kamm gibt das einen schönen, leichten Wollstoff, der sich hoffentlich auch gut weiterverarbeiten läßt. Mal sehen, mir fehlt noch ein gutes Stück.


Mittwoch, 28. August 2013

Wolle aus Katzenhaaren gesponnen

Bereits als ich mit dem Handspinnen angefangen habe, juckte es mich in den Fingern, mal Wolle aus den ausgekämmten Haaren meiner Katzis zu spinnen. Ich konnte mir zwar noch nicht so recht vorstellen, wie und ob das überhaupt klappen konnte, aber trotzdem sammelte ich einfach mal alles, was ich aus ihrem Fell herausbürstete.

Kann man ausgekämmte Katzenhaare wirklich zu Wolle verarbeiten?
Doch je mehr Erfahrung ich mit dem Spinnen bekam, desto größer wurden auch meine Zweifel, mit den ausgekämmten Schätzen je etwas Vernünftiges anfangen zu können. Denn meine Schmusetiger sind keine Langhaar-, sondern ganz normale Hauskatzen. Die gesammelten Haare sind zwar wunderbar weich, aber auch recht kurz. Meine Versuche, sie probeweise mit den Fingern zu verdrehen, waren ernüchternd. Es ließ sich daraus beim besten Willen kein Faden herstellen. Alles rutschte sofort wieder auseinander.

Die Katzenhaare mit Merinowolle zusammen kardiert
Trotzdem bürstete und sammelte ich weiter. Denn inzwischen gelüstete es mich danach, mir ein paar Handkarden zuzulegen, um Spinnfasern auch mal mischen zu können. Wenn die Katzenhaare schon nicht pur zu verspinnen waren, dann vielleicht doch in einer Fasermischung.
Vor ein paar Tagen war es nun soweit: meine Handkarden wurden geliefert. Und nun konnte das Vorhaben „Katzenwolle“ ernsthaft angegangen werden. Ich mischte nun immer ein paar Büschel der ausgekämmten Haare mit Merinowolle (etwa 80% Merino und 20 % Katze) und kardierte die Fasern so lange zusammen, bis alles gut gemischt war.

Diese „Katze-Merino-Mischung“ läßt sich gut mit der Handspindel spinnen
Dann holte ich meine leichte, selbstgebaute Handspindel heraus (sie war inzwischen etwas angestaubt, da ich in letzter Zeit nur noch mit meinem Spinnrad gesponnen habe) und versuchte es. Und es hat geklappt! Ich hatte anfangs etwas Schwierigkeiten, da ich noch nie vorher handkardierte Wolle oder ein Vlies versponnen hatte, sondern nur Kammzüge. Aber es wurde tatsächlich ein Faden daraus, der sich nicht sofort wieder auflöste. Meine neue Katzenwolle ist schon etwas unregelmäßig und sieht etwas meliert aus, da mal mehr helle Merinofasern zu sehen sind und mal wieder mehr Katze. Aber ich finde sie schön. Sie sieht in Wirklichkeit noch etwas brauner aus als auf dem Foto. Und ganz kuschelig weich ist sie auch. 



Was tun mit der handgesponnenen Katzenwolle?
Nun überlege ich, ob es wohl genug Material für ein warmes Winterstirnband werden könnte. Denn so sehr ergiebig ist meine Katzenbande nicht. Aber andererseits ist ja der Merinoanteil recht hoch, so daß ich eigentlich recht zuversichtlich bin, daß es reichen wird. Ich werd nun weiter fleißig kardieren und spinnen – und natürlich die Miezis bürsten. Mal sehen, wie weit ich komme.

Dienstag, 13. August 2013

Meine Jacke aus handgesponnener Wolle ist fertig!

Ich hatte zwischendurch ja so meine Zweifel... Aber nun ist es soweit: sie ist fertig! Und ich bin so richtig stolz.


Angefangen habe ich dieses Strick-Experiment Ende Mai, indem ich ein sehr, sehr, sehr dünnes Garn (etwa 900 Meter auf 100 Gramm) auf meinem Kromski Sonata Spinnrad gesponnen habe. Damals dachte ich, daß allein die Garnherstellung Wochen oder sogar Monate dauern würde. Aber so schlimm wurde es nicht. Wenn mich das Stricken (und Auftrennen) zu sehr genervt hat, habe ich immer wieder etwas weitergesponnen, und so wurden es mit der Zeit rund 300 Gramm Garn. Als am Ende absehbar war, daß ich nicht mal die bereits fertige Menge benötigen würde, mußte ich meinen Spinn-Eifer sogar bremsen. Nun habe ich für die Jacke nur knapp 200 Gramm verbraucht. 100 Gramm sind noch übrig. Mal sehen, vielleicht stricke ich mir noch ein luftiges Lace-Tuch oder sowas daraus. Vielleicht färbe ich die Wolle vorher auch noch.
Und nun, nicht mal ein Vierteljahr nach meinem zweifelbeladenen Beginn, ist die Jacke fertig. Nein, es hat nicht immer nur Spaß gemacht, aber das war mir ja auch schon am Anfang klar. Bereits beim Rückenteil mußte ich ein gutes Stück wieder auftrennen, da es trotz vorhergehender Planung und Herumrechnerei mit der Maschenprobe etwas zu schmal geworden wäre. Die beiden Vorderteile schaffte ich ganz gut. Leider hab ich dummerweise (weil ich mich ja an keiner Anleitung orientiert hatte) den Halsausschnitt vergessen – o wie peinlich! Das ist ja fast so dämlich, wie ein Haus ohne Tür zu bauen... Also trennte ich mal wieder auf so weit es nötig war, rechnete aus, wie ich das mit den Abnahmen machen mußte, und strickte die beiden Vorderteile noch einmal (nur etwa das obere Drittel).
So. Und dann die Ärmel. Vor denen hatte es mir besonders gegraut, da ich nicht den blassesten Schimmer hatte, wie ich die Abnahmen für die Armkugel machen sollte. Ich rechnete herum, fragte eine erfahrene Strickerin, und zeichnete mir schließlich genau auf, wie der Ärmel einmal aussehen sollte. Dann maß ich die Rundung oben nach und rechnete anhand meiner Maschenprobe aus, wieviele Maschen/Zentimeter ich über wieviele Reihen abnehmen mußte. Als der erste Ärmel dann fertig war und dann tatsächlich in den Armausschnitt an der Jacke dranpaßte, war ich total erleichtert.
Als ich dann alle Teile gestrickt hatte, steckte sie vor dem Zusammennähen mal provisorisch mit Stecknadeln zusammen, und – juhuu – das, was da vor mir Gestalt annahm, war tatsächlich eine Jacke!! Und ich paßte auch hinein!
Und jetzt ist sie fertig. Ich hab sie gerade vorsichtig gewaschen (ist ja sehr filzempfindliche Merinowolle) und etwas gespannt, damit das Lacemuster auch gut zur Geltung kommt. Es ist schon ein tolles Gefühl, das geschafft zu haben!

Dienstag, 28. Mai 2013

Mein erstes großes Strickprojekt aus selbstgesponnener Wolle – der Anfang

Nachdem ich so fleißig mit meinem neuen Spinnrad geübt habe, wage ich mich nun an ein „Großprojekt“. Ich möchte mir aus selbstgesponnener Wolle eine leichte Jacke für den Sommer stricken.
Nun ist es schon eine Herausforderung, die Wolle für eine bestimmte Strickanleitung in der benötigten Stärke zu spinnen. Doch ich tu mir noch Schlimmeres an: Ich hab nicht mal eine passende Anleitung für meine Jacke, sondern möchte dafür die Anleitung für ein (jackenartig vorne zugeknöpftes) Top abändern. Da ich gern Ärmel an meiner Jacke haben würde, muß ich diese irgendwie selbst dazuerfinden.

Die Vorlage für mein geplantes Jäckchen
Die Anleitung, an der ich mich orientieren möchte, ist das Top „Marianne“ aus dem deutschen „Knitter“ Ausgabe 9/2012. Besonders der filigrane Lacemuster-Rand hat es mir angetan. Der Rest des Tops wird laut Anleitung in einem Rippenmuster gestrickt, das ich aber lieber glatt rechts arbeiten möchte. Und dann brauche ich natürlich Ärmel dazu...

Die Wolle für die Jacke möchte ich selber spinnen
Ich möchte mein neues Strickstück quase „von Anfang an“ selbermachen. Also begann ich bereits vor einer Weile, mit meinem neuen Kromski Sonata aus süddeutscher Merinowolle das Garn dafür zu spinnen. Ich wollte ganz bewußt ein dünnes Garn herstellen. Und die beiden ersten 100 Gramm gibt es inzwischen. Und – es ist wirklich ein dünnes Garn geworden: rund 995 Meter zweifach verzwirnt auf 100 Gramm! Da die Anleitung für das Top mit wesentlich dickerer Wolle arbeitet, kann ich bis jetzt überhaupt nicht absehen, wieviel Garn ich insgesamt benötigen werde. Die dritten 100 Gramm sind in Arbeit. Da ich von den Merinofasern noch genügend Vorrat besitze, werde ich eben nach Bedarf einfach immer mal wieder einen Strang spinnen.



Die erste Nervenprobe – Maschenpröbchen anfertigen
Da ich mich nur sehr vage an meine Anleitung halten kann, begann ich – nachdem ich den ersten Strang Wolle gebadet und einige Stunden lang zu einem Knäuel gewickelt hatte, mehrere Maschenproben mit unterschiedlichen Nadelstärken zu stricken. Dabei wurde mir klar, wie dünn die Wolle wirklich war. Für einen Moment überlegte ich, das mit der Jacke vorerst auf Eis zu legen, und aus dem Garn lieber ein Lacetuch zu stricken. Dafür erschien es mir geeigneter. Aber es sollte doch ein leichtes Jäckchen werden! Also probierte ich es damit, das Garn doppelt zu verstricken. Doch das war mir eindeutig zu dick. Außerdem fand ich es schon etwas doof, erst ein so dünnes Garn zu spinnen und es dann viel dicker zu verstricken. Ich ließ alles frustriert ein paar Tage liegen. Schließlich holte ich die Musterproben wieder heraus und entschied mich endgültig dafür, mit 2,5er Nadeln und dem Garn einfach, so wie es ist, zu arbeiten.



Das Muster abändern
Nachdem klar war, mit welcher Nadelstärke ich stricken wollte, begann ich, mein Musterstück zu vermessen und mit den Größenangaben der Anleitung für das Top die benötigte Maschenzahl für den Anschlag auszurechnen. Das kostete mir einige Nerven, aber am Ende hat es geklappt! Und dann ging es los. Endlich begann die Sache, richtig Spaß zu machen. Inzwischen habe ich ein gutes Stück Lacemuster des Rücktenteils gestrickt. Bis jetzt sieht alles ganz gut aus, auch die kleinen Unregelmäßigkeiten in der Wolle stören nicht besonders. Nun hoffe ich, daß ich mit meiner Maschenzahl nicht völlig danebenliege und alles wieder auftrennen muß...
Ich werde berichten.

Montag, 11. März 2013

Eine Spindel selbergebaut

Nachdem ich nun schon ein wenig Übung mit dem Handspinnen hatte, wollte ich mal ausprobieren, ein dünnes Garn zu spinnen. Doch mit meiner schweren (etwa 70 Gramm) Anfänger-Handspindel wurde der Spaß bald anstrengend, da mir durch das Gewicht immer wieder der Faden abriß. Eine leichtere Spindel mußte her. Und warum diese nicht selberbauen?

Das Material zum Spindelbau
Also besuchte ich einen Baumarkt und holte mir dort ein dünnes Rundholz, einen Satz kleine Rädchen (die gab es nur im Viererpack) und einige Mini-Metallhaken. Wieder zu Hause, sägte ich mir ein etwa 20 Zentimeter langes Stück von dem Rundholz ab, das mein Spindelstab werden sollte. Das ging noch recht problemlos.

Ein Ende des Stabes mit Schleifpapier verschmälern
Eine Geduldsprobe sollte folgen. Denn um den Stab durch das Loch im Rad zu bekommen, mußte ich ihn ein wenig schmäler machen. Naja, es waren nur etwa zwei Millimeter zuviel. Das sollte doch mit etwas Schleifpapier zu schaffen sein, dachte ich mir. Also machte ich mich recht motiviert ans Werk.
Die Motivation schwand, als nach etwa einer halben Stunde Schrubben gerade mal das vorderste Spitzchen des Stabes in die Radöffnung hineinpaßte. Doch aufgeben war nicht drin. Also machte ich weiter. Und irgendwann war es dann geschafft: Ich konnte meinen „Wirtel“ von unten her ein gutes Stück auf den Stab schieben, ihn festdrücken, und er hielt!



Den Haken befestigen
Dann dachte ich, es wäre nun noch ein Leichtes, den Haken oben zu befestigen. Also steckte ich ihn mit dem Gewinde voran auf das andere Ende meines Spindelschaftes und begann, mit vorsichtigem Druck zu schrauben. Doch es dauerte nicht lange, und das Holz begann zu splittern. Kurzentschlossen sägte ich das kaputte obere Ende des Stabes ab und versuchte es erneut mit dem Haken. Doch es war wieder dasselbe. Ich wollte nicht noch mehr absägen, deshalb wickelte ich ein paar Runden Klebestreifen stramm darum herum. So konnte ich den Haken noch etwas weiter hineindrehen, bis er sogar einigermaßen fest saß. Fertig!



Das Endergebnis
Inzwischen mag ich meine etwas mißglückte Spindel sehr gerne. Ich habe schon einige Stränge feines Garn damit hergestellt. Nun habe ich zunehmend das Problem, daß der doch relativ kurze Schaft für größere Wollmengen einfach zu kurz ist. Ich bekomme zwar mit einiger Mühe 50 Gramm darauf, kann die Spindel gegen Ende aber kaum noch gut genug greifen, um sie anzudrehen, weil alles mit Wolle vollgewickelt ist. Deswegen habe ich aus den Materialresten nun noch eine zweite Spindel gebastelt, die einen besonders langen Schaft bekommen sollte.

Meine zweite Selbstbauspindel mit extra-langem Schaft
Nach den Erfahrungen mit Spindel Nummer eins kam ich nun mit dieser besser zurecht. Für die untere Spitze bearbeitete ich das Ende des Rundholzes erst einmal mit einer gröberen Feile und nahm nur für die abschließende Feinarbeit das Schleifpapier. Das klappte sehr gut und ging auch ganz fix. Für den Haken grub ich erst einmal gaaaanz vorsichtig mit einem dünnen „Vorbohrer“ ein Loch, in das ich den Haken anschließend hineinschrauben konnte. Und, o Wunder, nichts splitterte. Nun hat meine neueste Spindel allerdings einen sehr, sehr langen Schaft. Denn ich hatte eigentlich damit gerechnet, nach dem ein oder anderen Schraub-Fehlversuch etwas davon absägen zu müssen. Aber das war nicht einmal nötig. Hier ein Foto:



Ausprobiert habe ich das gute Stück noch nicht. Vielleicht werde ich die Spindel doch noch etwas kürzen, mal sehen. Aber sie ist doch ganz schön geworden.