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Freitag, 9. August 2019

„Statt Plastik“ von Jutta Grimm – eine Rezension

In diesem Buch wendet sich die Autorin an Menschen, die Plastik vermeiden möchten und Freude am Selbermachen haben. In einem Einführungskapitel widmet sie sich dem Thema Plastik und beleuchtet, welche Arten davon es gibt und welche Auswirkungen es auf den menschlichen Organismus und die Umwelt haben kann.
Im nächsten Abschnitt gibt sie Tipps und allgemeine Erläuterungen zu ihren Anleitungen. Daran schließen sich Kapitel zu unterschiedlichen Themenbereichen an, für die sie Möglichkeiten vorstellt, Dinge selber zu machen, um Plastik und häufig auch Geld zu sparen.



Die einzelnen Kapitel

In der Rubrik „Einkauf“ zeigt sie Anleitungen zu verschiedenen Brot- und Gemüsebeuteln, ein gehäkeltes Einkaufsnetz, unterschiedlich große genähte Taschen zum Einkaufen, für Rollator oder Kinderwagen oder das Fahrrad.
Im Abschnitt „Bad“ stellt Jutta Grimm Rezepte für Körperpflegeprodukte wie beispielsweise Zahnpasta, Badezusätze, festes Shampoo, Lotion Bars, Deo vor. Es gibt auch eine Anleitung zu gehäkelten Kosmetikpads.
Das Kapitel „Wäsche“ zeigt Möglichkeiten, Waschmittel in flüssiger oder pulveriger Konsistenz aus einfachen Zutaten selbst zusammenzumischen. Es gibt ein Rezept für einen Fleckenstift und ein sanftes Bleichmittel. Außerdem wird gezeigt, wie man Trocknerbälle filzen kann.
Der Abschnitt „Haushalt“ bietet Nähanleitungen für eine Lunch-Bag, Snackbehälter und eine Faltanleitung, wie man aus einer alten Zeitung eine Mülltüte anfertigen kann. Weiter geht es mit Rezepten für Joghurt, Frischkäse und anderen Milchprodukten. Danach gibt die Autorin Tipps, wie man Reinigungsmittel für den Küchenbereich selbermachen kann.
Das letzte Kapitel widmet sich der plastikfreien Babypflege und bietet Anleitungen für Windelhöschen, Popocreme, und vieles mehr rund um die Körperpflege der Allerkleinsten.

Meine Meinung zu dem Buch

Ich finde die unterschiedlichen Anleitungen und Rezepte in diesem Buch sehr vielseitig. Es gibt Gehäkeltes, Genähtes und jede Menge Zusammengerührtes für Körper und Haushalt. Und das hat mich wirklich positiv überrascht. Es ist nicht nur ein Buch mit Handarbeitsanleitungen, auch nicht nur eines, in dem gezeigt wird, wie Naturkosmetik oder Reinigungsmittel selbst gemacht werden können. Und das gefällt mir sehr, denn ich habe damit mehr bekommen, als ich erwartet hatte.
Ob man wirklich Kosmetikpads häkeln oder Trocknerbälle filzen muss, kann jeder für sich entscheiden. Und wer mit dem Thema Baby gerade nichts am Hut hat, könnte auf dieses Kapitel verzichten. Aber insgesamt habe ich in diesem Buch eine Menge Anleitungen gefunden, die ich bereits mit Erfolg ausprobiert habe. Und es stecken noch einige Lesezeichen an den Stellen, an denen noch etwas erklärt wird, das ich noch anpacken möchte.
Sicher, viele dieser Anleitungen – gerade im Bereich Naturkosmetik und Waschmittel – findet man auch im Internet. Wenn man danach sucht. Ich stieß erst durch dieses Buch darauf, dass man zum Beispiel auch Shampoo selbermachen kann. Es ist meiner Meinung nach eine gelungene Sammlung vieler Rezepte, die man sich sonst mühsam zusammensuchen muss. Und das, was ich bis jetzt versucht habe, hat auch weitgehend geklappt.
Ich mag das Büchlein sehr und habe es oft in der Hand, obwohl es schon eine Weile her ist, dass ich es gekauft habe. Das passiert mir nicht mit vielen Büchern. Daher kann ich es durchaus weiterempfehlen.

Handarbeiten für einen etwas nachhaltigeren Lebensstil


Es ist momentan eine große gesellschaftliche Aufgabe, der wir alle uns stellen müssen: Wie kann man nachhaltiger leben und das Klima schonen? Auch mich beschäftigt dieses Thema schon eine ganze Weile lang.
Ein Anfang mag es sein, sich einmal darüber Gedanken zu machen, wie viel Plastik man so Tag für Tag verwendet, und wo man vielleicht etwas davon vermeiden kann. Zum Beispiel kann man anstelle von Plastikverpackungen einen selbstgenähten Brotzeitbeutel, auch Lunch-Bag genannt, verwenden.
Dass Plastiktüten vermeidbar sind und es dafür gute Alternativen gibt, hat sich inzwischen herumgesprochen. Auch ich benutze beim Einkaufen so gut wie keine Tüten mehr. Gurken, Paprika oder Zucchini kaufe ich, wann immer es geht, lose, und bis jetzt hatte noch niemand vom Kassierpersonal im Supermarkt Schwierigkeiten damit, wenn ich auch mal ein Pfund Tomaten lose auf das Kassenband legte. Problematisch wurde es für mich bisher nur beim Einkauf von „kleinteiligerem“ offenen Obst und Gemüse, wie zum Beispiel Naschtomaten. Ich hab mir deswegen schon verschiedene Beutelchen genäht oder gehäkelt, aber so richtig zufrieden war ich mit keiner dieser Lösungen. Dann stieß ich im Internet auf eine Nähanleitung für ein leichtes, transparentes Gemüsenetz, das noch dazu richtig toll aussieht.

Ein Obst- und Gemüsenetz aus einer alten Gardine nähen





selbst genähtes Obst- und Gemüsenetz


In dieses hübsche Obst- und Gemüsebeutelchen, dessen Nähanleitung ich im Internet fand, verliebte ich mich sofort. Reste von Baumwollstoffen habe ich kistenweise, und einen ausrangierten Vorhang fand ich auch. Also nähte ich mir so ein Netz und probierte es beim nächsten Einkauf aus. Es war leicht, handlich und groß genug für alles, was ich hineinpacken wollte. Schnell war mir dieses eine Beutelchen zu wenig, und ich machte noch ein paar mehr. Inzwischen hab ich schon einige Bekannte mit Gemüsenetzen versorgt, schließlich müssen wir ja alle Plastiktüten einsparen, ...
Und weil es für Handarbeiterinnen dafür nie zu früh ist, hab ich auch schon die ersten Beutelchen genäht, die in einem knappen halben Jahr als Weihnachtsgeschenke den Besitzer wechseln werden.

Gemüsebeutelchen als Weihnachtsgeschenke

Kernseife – ein verkanntes Multitalent

Plastiktüten einzusparen ist das Eine. Aber was ist mit all den Plastikverpackungen, in denen der Großteil unserer Wasch- und Pflegeprodukte steckt?
Als es Sommer wurde und mit den heißen Temperaturen die Menge an verschwitzten T-Shirts, die ich kurz durchwaschen musste, sprunghaft anstieg, hatte ich die Nase voll von all den schönen Waschmittelchen in ihren Plastikflaschen, die man so kaufen kann. Ich erinnerte mich daran, dass meine Mutter immer Kernseife zu Hause hatte und diese zum Waschen von Kleidungsstücken benutzte.
Also legte ich mir kurzerhand ein paar Blöcke davon zu und probierte es aus. Meine Oberteile wurden sauber, die Seife kostete einen Bruchteil von den Waschmitteln und war auch in weniger Plastik eingepackt. Bestimmt gibt es Kernseife auch ganz ohne Plastikverpackungen, aber meine Drogerie hatte sie nur mit – leider. Da muss ich mich noch weiter umsehen.

Kernseife wurde zu einem festen Bestandteil meines Haushalts

Nun hatte ich Blut geleckt. Ich wusch nicht nur meine Wäsche mit Kernseife, sondern auch mich. Ich fand im Wissensschatz des großen Netzes eine Anleitung, wie ich Flüssigseife aus gehobelter Kernseife und Wasser herstellen konnte und probierte es aus. Es klappte wunderbar, und seitdem ist gekaufte Flüssigseife (jedes Mal zusammen mit einer neuen Plastikflasche) Geschichte.
Beim Händewaschen allein wollte ich es nicht bewenden lassen, deshalb benutzte ich auch für das Duschen Kernseife anstelle von gekauftem fertigem „Plastik“-Duschgel. Mit der Zeit litt meine Haut doch ziemlich, deshalb bin ich inzwischen auf ein anderes selbstgemachtes Produkt dafür umgestiegen. Mehr dazu weiter unten. Was geblieben ist, ist das kleine Seifenbeutelchen, das ich mir schnell gestrickt habe, damit beim Duschen die Seife besser schäumt und nach Gebrauch ruckzuck aufgeräumt ist und trocknen kann.

Anleitung für ein schnell gestricktes Seifenbeutelchen

Für mein Experiment mit dem Duschen mit Kernseife strickte ich mir dieses kleine Säckchen. Ich hatte gelesen, dass das Duschen mit Seife so etwas komfortabler wird, weil das glitschige Stück nicht so leicht aus der Hand rutschen kann, wenn es eingepackt ist. Außerdem sollte die Seife so noch besser schäumen. Wer sich schnell ein Seifenbeutelchen stricken möchte, kann dies nach meiner Anleitung gern tun.


selbst gestricktes Seifensäckchen

Das Material

•    Ich habe dafür ein dünnes, selbstgesponnenes Baumwollgarn benutzt, weil es sich anbot und schon längere Zeit auf eine angemessene Verwendung wartete. Man kann das Seifensäckchen aber aus jedem nicht zu dicken Garn herstellen. Gut ist ein Material, das Wasser gut aufnimmt und schnell wieder trocknet.
•    Zum Stricken wird noch ein Nadelspiel in der zur Wolle passenden Stärke

Die verwendeten Stricktechniken

Das Seifensäckchen wird mit rechten und linken Maschen gestrickt. Das Lochmuster entsteht durch Umschläge.
Zum Verschließen dient eine selbst gedrehte Kordel.

Strickanleitung Seifensäckchen

Für den Beginn werden 24 Maschen angeschlagen. Die unten stehende Strickschrift zeigt nur die Hälfte des gesamten Strickstücks mit 12 Maschen. Das Säckchen kann jedoch auch mit mehr oder weniger Maschen gestrickt werden, je nachdem, wie groß das einzupackende Stück Seife ist.
Nach dem Maschenanschlag verteilen Sie die Maschen gleichmäßig auf alle vier Nadeln und arbeiten Sie nach der Strickschrift in Runden weiter.

Strickschrift Seifenbeutelchen

 

Strickschrift Seifensäckchen



Das Säcklein fertigstellen

Ketten Sie nach der letzten Runde die Maschen ab, drehen Sie den Beutel auf links und legen Sie ihn so hin, dass die Vorder- und Rückseite flach übereinanderliegen. Dann nähen Sie ihn an der unteren Kante zusammen. Drehen Sie eine Kordel und fädeln Sie diese in die obere Lochreihe ein, damit Sie das Säckchen damit verschließen und aufhängen können.

Flüssigseife selbermachen – eine Anleitung

Nach diesem Rezept mache ich meine Flüssigseife aus Kernseife selber. Ich benutze sie zum Händewaschen zwischendurch. Das verträgt meine Haut ganz gut. Wer empfindlicher ist oder sich damit duschen möchte, sollte als Basis lieber eine pflegende Ölseife verwenden oder zu dem Rezept einen Schuss Olivenöl dazugeben.

Die Zutaten für die Flüssigseife

•    30 g Kernseife oder normale Handwasch-Seife, auch Seifenreste lassen sich dafür prima verwenden
•    1 Liter heißes Wasser
•    leerer Seifenspender oder anderes Gefäß, um die flüssige Seife aufzuheben

So wird’s gemacht:

•    die Seife mit einer Haushaltsraspel (z. B. für Käse) fein raspeln
•    das Wasser im Wasserkocher oder in einem Topf aufkochen lassen
•    1 Liter von dem heißen Wasser zu den Seifenraspeln gießen, gut umrühren, bis sich die Flocken aufgelöst haben
•    die Lösung in den Seifenspender oder ein anderes Gefäß füllen
•    mindestens 24 Stunden eindicken lassen, denn erst dann hat sich die endgültige Konsistenz gebildet
•    wenn die Seife zu flüssig geworden ist, können Sie nochmals Seifenraspel mit wenig heißem Wasser auflösen, dazugeben, gut durchmischen und wieder eine Weile stehen lassen, um die endgültige Konsistenz beurteilen zu können
•    wurde die Flüssigseife zu fest, gießen Sie etwas heißes Wasser dazu, vermischen oder schütteln alles gut durch und warten wieder etwas ab


Festes Shampoo bzw. Duschgel selbst herstellen?

All diese tagtäglich nötigen Dinge wie Duschgel, Hautlotion, oder Shampoo sind ja allesamt in reichlich Plastik eingepackt. Und übers Jahr gesehen benötigt man schon eine ganze Menge davon. Je nachdem, welche Produkte man benutzt, kann all das auch ganz schön ins Geld gehen. Da ich mir schon lange meine Hand-, Gesichts-, und für-alles-Andere-Creme selber zusammenrühre, reizte mich der Gedanke, noch andere Mittel für die Körperpflege selbst herzustellen. Doch was da alles möglich ist, wurde mir erst klar, als ich mir das Buch „Statt Plastik“ von Jutta Grimm zulegte.
Ich versuchte es mit dem in meinen Augen „Exotischten“, nämlich mit festem Shampoo. Da ich lange Haare habe, verbrauche ich nicht nur reichlich Shampoo-Flaschen, sondern genausoviele Spülungen, damit ich meine Mähne nach dem Waschen wieder durchgebürstet bekomme.

Erst einmal testen, ob ich überhaupt mit festem Shampoo zurechtkomme

Zuerst wollte ich mir nicht gleich die Zutaten dafür, wie zum Beispiel das Tensid SLSA zulegen. Was sollte ich mit den Resten anfangen, wenn ich nach dem ersten Versuch feststellte, dass so etwas überhaupt nichts für meine Haare war? Deshalb kaufte ich mir in meiner Haus- und Hof-Drogerie ein Stück festes Shampoo und probierte das Haarewaschen damit erst einmal aus. Der Preis von knapp 5 Euro für ein Shampoo ließ mich schon schlucken, inzwischen weiß ich, dass meines sogar noch eines von der günstigeren Sorte war.
Mein Haarwasch-Versuch begeisterte mich dann. Auch wenn dieses seifenstückartige Shampoo nicht so stark schäumt, wie ich es von seinen flüssigen Kollegen gewöhnt war, konnte ich mir doch damit gut die Haare waschen. Und in einem Anflug von Wagemut beließ ich es bei diesem festen Shampoo und verzichtete auf die anschließende Anwendung einer Spülung. Und das Ergebnis war toll! Meine Haare fühlten sich weich, gepflegt und sauber an. Und sie ließen sich ohne Probleme durchbürsten! Mir war sofort klar: Damit brauche ich keine Haarspülungen mehr! Und da dieses feste Shampoo auch sehr ergiebig war, konnte ich mir ausrechnen, dass ich damit auf längere Sicht sogar Geld einsparen konnte.

Mein erster Versuch, festes Shampoo selbst zu machen, führte zu einem tollen festen Duschgel

 

festes Duschgel in kleinen Portionen als Geschenk

Doch das war erst der erste Schritt. Ich wollte mir das feste Shampoo ja selbermachen. Also besorgte ich mir die nötigen Zutaten und schritt zur Tat. Ich orientierte mich dabei an dem Rezept, das in dem Buch „Statt Plastik“ von Jutta Grimm abgedruckt ist, recherchierte aber zusätzlich noch im Internet. Herausgekommen ist dabei eine etwas andere Zusammensetzung der Zutaten als in dem Buch, und bis mir das „Shampoo“ auch für meine Haare taugt, werde ich das Rezept noch ein wenig verändern müssen. Denn nach der ersten Haarwäsche mit meinem selbstgemachten Block fühlten sich meine Haare noch leicht fettig an. Doch als festes Duschgel finde ich das „Shampoo“ richtig gut. Die Haut ist danach schön weich und gepflegt.


Rezept für festes Shampoo bzw. Duschgel

Nach dieser Anleitung werde ich mir mein nächstes festes Duschgel selber machen. Für ein Shampoo werde ich den Anteil der Kakaobutter etwas reduzieren.

Die Zutaten

•    50 g SLSA (Dies ist ein sanftes Tensid, das für Naturkosmetik verwendet werden darf. Achtung! Es staubt sehr und kann die Atemwege reizen, deshalb bei der Verwendung bitte Mundschutz tragen.)
•    50 g Maisstärke
•    20 g Kakaobutter
•    nach Wunsch 10 bis 20 Tropfen ätherisches Öl
•    evtl. kleine Förmchen für Eiswürfel oder Pralinen

Die Zubereitung des festen Duschgels

•    die Kakaobutter im Wasserbad schmelzen lassen
•    SLSA und Stärke mischen
•    die flüssige Kakaobutter in die festen Zutaten gießen
•    anschließend gut vermengen und durchkneten; die Konsistenz sollte zum Schluss etwa wie Knete sein
•    die Masse in kleine Förmchen drücken oder mit den Händen modellieren und mindestens 24 Stunden trocknen lassen

Donnerstag, 1. August 2019

Eine Strickanleitung für Waschlappen

 Nachdem im Internet überall so hübsche Waschlappen gestrickt werden, wollte ich mich nun auch einmal damit versuchen. Ich fand auch schnell eine passende Anleitung und strickte mir zwei schöne Exemplare. Doch nachdem ich sie einige Male benutzt hatte, merkte ich, dass ich mit diesen tuchartigen Lappen nicht besonders gut zurechtkomme. Deshalb machte ich mich noch einmal im Netz auf die Suche nach richtigen Waschhandschuhen, in die man mit der Hand hineinschlüpfen kann. Aber ich fand keine Anleitung, die mich überzeugt hätte. Deswegen dachte ich mir: „Na, so schwierig kann es doch nicht sein, so etwas ohne Anleitung zu stricken!“
Also holte ich meine Strickbücher und -hefte aus dem Regal und suchte ich mir ein Muster aus. Daraus bastelte ich mir selbst eine Anleitung, die ich euch hier gern einstelle.

gestrickter Waschhandschuh / Waschlappen

Das Material

•    1 Knäuel (Rest) Baumwollgarn mit einer Lauflänge von ca. 125m / 50g
•    Nadelspiel 4,0 mm

Diese Maschen und Techniken werden verwendet

Gestrickt wird mit rechten und linken Maschen in Runden. Außerdem werden tief eingestochene rechte Maschen gestrickt. Das bedeutet, man sticht nicht in die folgende Masche der aktuellen Reihe, sondern eine Reihe darunter ein, um den Faden zu holen. Das klingt jetzt kompliziert, aber einfach ausprobieren, dann ist es nicht schwierig.

Anleitung Waschhandschuh

•    Beginn: 48 Maschen anschlagen, zur Runde schließen und gleichmäßig auf dem Nadelspiel verteilen:
•    nach der Strickschrift weiterarbeiten;
•    am Ende alle Maschen abketten, danach das untere Ende des Waschlappens zusammennähen;
•    alternativ kann man auch gleich die beiden Hälften zusammen abketten;
•    Anfangs- und Endfaden gut vernähen.

Strickschrift zur Waschlappen-Anleitung

 

Strickschrift zur Waschlappen-Anleitung


Und nun viel Freude beim Nacharbeiten! Ich hab mir inzwischen noch einen zweiten von diesen Waschlappen gemacht und benutze die beiden sehr gerne.

Mittwoch, 23. Januar 2019

Nähanleitung Brotzeit-Beutel / Lunch-Bag

Brotzeit-Beutel

Da mich – wie so viele Andere auch – das Thema Nachhaltigkeit und Vermeidung von Plastikmüll sehr beschäftigt, habe ich schon ein wenig mit dem Nähen von Beuteln und Taschen herumexperimentiert. Ich trug mich schon eine Weile mit dem Gedanken, einen Brotzeitbeutel aus abwischbarem Material zu nähen. Doch so weit, dass ich mir etwas Wachstuch oder beschichteten Baumwollstoff besorgte, war ich bis jetzt noch nicht gekommen. 

Da stieß ich beim Einkaufen zufällig auf eine abwischbare Tischdecke, die mit „Lotos-Effekt“ angepriesen wurde. Sie war in Leinen-Struktur gewebt und hatte eine ansprechende naturbeige Farbe. Und was mir besonders gefiel, war die Tatsache, daß sie nicht so starr und dick war wie die normalen Wachstuch-Tischdecken, sondern aus einem eher dünnen und weichen Material bestand. Mein Näherinnen-Gehirn wusste sofort: diese Tischdecke konnte ein prima Stoff für eine Brotzeit-Tasche werden. Also nahm ich sie mit und legte mit dem Nähen los. 

Heraus kam ein handlicher kleiner Beutel, den ich auch für den Einkauf von losem Obst und Gemüse gut verwenden kann. Da mir die weitverbreitete Variante einer Lunch-Bag mit Klettverschluss nicht so sehr gefällt, nähte ich in meinen Brotzeit-Beutel einen Tunnelzug, der mit einer Kordel zugezogen werden kann.


Lunch-Bag mit Tunnelzug



Anleitung: Brotzeit-Beutel mit Tunnelzug nähen


Wer die Lunch-Bag nachnähen möchte, kann dies gern nach der folgenden stichpunktartigen Anleitung tun.

Material


  • dünne abwischbare Tischdecke in Leinen-Optik (lt. Etikett bei 40 Grad waschbar und auf Stufe 2 bügelbar); alternativ kann auch dünnes Wachstuch oder beschichteter Baumwollstoff verwendet werden
  • ca. 50 cm lange Kordel

Zuschneideplan


4 Rechtecke (2 für die Außenseiten und 2 für die Innenseiten des Beutels) 22 x 34 cm (beinhaltet an allen Kanten 1 cm Nahtzugabe)

Zuschnitt


den Beutel nähen


Da mein Stoff an den Kanten sehr leicht ausfranste, habe ich alle Teile mit Zickzackstich versäubert, weil mir das sicherer erschien. Bei einem Material, das nicht ausfranst, kann dieser Schritt entfallen.

  • Je ein Außen- und ein Innenteil an den Schmalseiten rechts auf rechts zusammennähen – das wird die Oberkante des Beutels. Das zweite Außen- und Innenteil ebenso aneinandernähen.
  • Die Teile auseinanderfalten und die Nahtzugaben auseinanderbügeln.
  • Die beiden entstandenen Teile rechts auf rechts so aufeinanderlegen, dass sich die beiden Außen- und Innenteile jeweils übereinander befinden 


  • Die beiden Teile rundum mit 1 cm Nahtzugabe zusammennähen, dabei an einer Längsseite der Außenteile etwa in einem Abstand von 4 cm von der Oberkantennaht eine 2 cm lange Öffnung lassen. Hier wird später die Kordel durch den Tunnelzug eingezogen. Außerdem an der unteren Schmalseite des Innenteils eine Wendeöffnung freilassen.


  • Alle 4 Ecken auseinanderziehen und Naht auf Naht zusammenlegen (Seitennaht liegt auf Bodennaht). Etwa 4 cm senkrecht zur Naht die Ecken abnähen – dadurch entsteht die Bodenfläche des Beutels. Die abgenähten Ecken können abgeschnitten werden.



  • Nun evtl. die Nahtzugaben etwas zurückschneiden
  • Den Beutel wenden und dann das Innenfutter in den Außenbeutel stecken, dann die Wendeöffnung schließen.
  • Die obere Kante bügeln.
  • Die Oberkante ca. 1 cm vom Rand abnähen.
  • Auf Höhe des Beginns und des Endes der freigelassenen Stelle an der Seitennaht jeweils 1x um den Beutel herum nähen, damit der Tunnelzug entsteht. Wer mag, kann noch eine Borte oder Zickzack-Litze aufnähen.

     














  • Jetzt noch die Kordel einziehen, fertig.


    der fertig genähte Beutel mit Tunnelzug


Mittwoch, 16. Januar 2019

Ich hab eine Gürteltasche für Werkzeug genäht – hier die Anleitung

Diese Werkzeugtasche entstand, weil ich ein Geburtstagsgeschenk für einen Handwerker brauchte, der ständig auf der Suche nach einem Hammer oder Schraubenzieher, usw. war, den er doch gerade nur mal schnell irgendwo hingelegt hatte. Schon länger trug ich mich mit dem Gedanken, ihm so eine Tasche zu nähen. Doch nun wurde es akut, weil der Geburtstag nahte. Und so nahm ich die Sache nun ernsthaft in die Hand.

Nach einiger Recherche, wie eine Werkzeugtasche am Sinnvollsten gestaltet wäre, kam schließlich dieses ansehnliche und für den Betreffenden hoffentlich auch praktische Stück dabei heraus:

selbst genähte Gürteltasche für Werkzeug

Mir jedenfalls gefällt das Täschlein gut. Ich könnte mir vorstellen, daß man es auch als Gartentasche benutzen kann, um beispielsweise eine kleine Schaufel, Gartenschere, Messer, Schnüre und all die kleinen Dinge, die man bei der Gartenarbeit benutzt, immer dabei zu haben.

Vielleicht möchte ja jemand von euch diese Werkzeugtasche nachnähen. Deshalb werde ich hier nun beschreiben, wie ich sie angefertigt habe. Es gibt kein richtiges Schnittmuster dafür. Den Taschenkörper kann jeder, der etwas Erfahrung mit dem Nähen hat, nachkonstruieren. Die zahlreichen Außen- und Innenfächer bestehen aus Rechtecken, deren Maße ich unten angebe.


Hier nun die Nähanleitung für die Werkzeugtasche


Etwas Vorerfahrung mit dem Nähen wäre schon gut, um diese Gürteltasche nachzuarbeiten. Denn man muß schon aufpassen, was man in welcher Reihenfolge zusammennäht. Und das Einnähen des Reißverschlusses ist so pfriemelig, wie das mit dem Einnähen von Reißverschlüssen eben so ist. (Aber vielleicht habe nur ich dazu so wenig Talent …) Trotzdem: Mir hat das Nähen dieser Tasche sehr viel Spaß gemacht, und ich bin auf diesem Gebiet auch noch nicht besonders erfahren. Also einfach mal probieren!

Das Material


  • einige größere Reststücke Baumwollstoff, der robust genug ist, um der Beanspruchung gerecht zu werden (ich hab drei Geschirrtücher benutzt, die schön griffig waren)
  • Reißverschluß 20 cm
  • Gurtband mit Steckverschluß, das lange genug ist, damit es um den Bauch paßt (z. B. von einer alten Gürteltasche, Rucksack, etc. oder neu kaufen)
  • 26 cm Gummiband in etwa 2 cm Breite
  • Volumenvlies


Zuschneideplan


  • Taschenkörper: 2x mit Außenstoff, 2x mit Futterstoff und 1x mit Volumenvlies
  • 1. Außentasche: 1 Stück 24 x 26 cm (incl. 1 cm Nahtzugabe bds + unten, 4 cm NZ oben)
  • 2. Außentasche: 1 Stück 20 x 24 cm (incl. 1 cm Nahtzugabe bds + unten, 4 cm NZ oben)
  • Innentaschen: 2 Stück 22 x 13 cm (incl. 1 cm Nahtzugabe bds + unten, 4 cm NZ oben)
  • 26 cm Gummiband
  • 2 Restestreifen aus dem Außenstoff für die Einfassungen am Beginn und Ende des Reißverschlusses

Schemazeichnung Werkzeugtasche


So hab ich meine Werkzeug-Gürteltasche angefertigt


Begonnen habe ich mit den aufgesetzten Taschen.

1. Die Außen- und Innentaschen nähen


  • Zuerst hab ich die Schnitteile der Außen- und Innentaschen versäubert, damit sie nicht ausfransen.
  • Danach hab ich bei diesen 4 Taschen die Nahtzugaben an den Seiten und unten je 1 cm nach innen gefaltet und gesteckt, die Nahtzugaben an der oberen Eingriffseite wurden 2x je 2 cm nach innen umgeschlagen, danach nur dieser obere Saum genäht.
    die obere Saumkante der größeren Außentasche wurde genäht
  • anschließend steckte ich etwas unterhalb dieser Saumnaht außen auf der 2. Außentasche das Gummiband auf, so daß dessen Enden beidseits etwas über die Seitenkanten der Außentasche herausschauten; danach nähte ich die eine Unterteilungsnaht, die nur das Gummiband teilen sollte (das Taschenfach darunter aber nicht).
  • Jetzt setzte ich die kleinere Außentasche mittig auf die größere, die Enden des Gummibandes wurden beidseits außen um den Rand der Tasche herum nach innen umgeschlagen; danach nähte ich diese kleinere Außentasche auf der größeren fest und setzte noch eine Unterteilungsnaht im linken Drittel.
  • Nun nähte ich die größere (zusammen mit der daraufgesetzten kleineren) Außentasche mittig auf ein Außenteil des Taschenkörpers und setzte auch in der Mitte noch eine Unterteilungsnaht

    die Außentaschen sind fertig aufgenäht

  • Danach befestigte ich die beiden Innentaschen auf je einem Futterteil und unterteilte sie in der Mitte.
eine der beiden Innentaschen


2. Den Reißverschluß einnähen


  • Zuerst nähte ich rechts und links an den Reißverschluß je ein Restestück als Verlängerung, damit der Reißverschluß sich leichter an der Oberkante einpassen läßt.
  • Danach setzte ich den Reißverschluß zwischen je ein Außen- und Futterteil.
der Reißverschluß


3. Die Taschennähte schließen und das Gurtband anbringen


  • Ich steckte beide Außenteile des Taschenkörpers rechts auf rechts übereinander – wichtig: der Reißverschluß muß offen sein!
  • Jetzt schnitt ich das Volumenvlies nochmals etwas in Form und brachte es an dem Stoffteil an, das die zukünftige Rückwand der Gürteltasche werden würde (die Vorderseite ist durch die aufgenähten Außentaschen schon recht füllig)

    das Vlies anbringen
  • Dann steckte ich das Gurtband an die dafür vorgesehenen Ausstülpungen beidseits am oberen Ende der Tasche. Hier ist auch eine Fehlerquelle, in die ich schon oft reingetappt bin: Das Gurtband muß sich innen zwischen den rechts auf rechts liegenden Stoffteilen befinden! Nur die Enden können an den Seiten etwas herausspitzen.
    das Gurtband an der Gürteltasche befestigen
  • Danach nähte ich einmal von einer Seite über den Boden bis zur anderen Seite; da das Gurtband voraussichtlich schon recht strapaziert werden wird, nähte ich an der Stelle, an der es befestigt wurde, mehrmals auf und ab, um eine stabile Naht zu bekommen.
  • Nun steckte ich noch die beiden Futterteile rechts auf rechts zusammen. Achtung: dieser Schritt ist die letzte Möglichkeit, um noch einmal sicherzustellen, daß der Reißverschluß auch wirklich offen ist! Denn wenn er das nicht ist, kann die Tasche am Ende nicht gewendet werden!
  • Beim Zusammennähen des Innenfutters bleibt eine Wendeöffnung am Boden offen (ja, auch das vergesse ich leider immer wieder…)

4. Die Nahtzugaben zurückschneiden und die Tasche wenden


  • Nun war es fast geschafft. Ich schnitt an den Rundungen die Nahtzugabe ein. Danach kam die große Überraschung: wenden und staunen! Ich war ganz angetan, wie ansehnlich meine selbst konstruierte Werkzeugtasche doch geworden war! Nun schloß ich noch die Wendeöffnung, und fertig war das gute Stück.

die Innenansicht meiner Gürteltasche

Donnerstag, 26. Januar 2017

Ich habe ein Dinkelkissen genäht – hier die Anleitung

Dinkelkissen sind wie auch andere Körnerkissen, Kirschkernkissen oder Heublumensäcklein schon lange ein fester Bestandteil der naturheilkundlichen Hausapotheke. Vor ein paar Tagen versuchte ich mich nun daran, ein einfaches Dinkelkissen selbst zu nähen. Und mit dem Resultat bin ich sehr zufrieden:

mein selbstgenähtes Dinkelkissen


Die Nähanleitung – kurz und kompakt:

Man benötigt 30 x 30 cm Baumwollstoff, einen passenden Nähfaden und 150 g Dinkelkörner

  • Den Stoff ringsum mit Zickzackstich versäubern,
  • dann rechts auf rechts in der Mitte zu einem Rechteck 30 x 15 cm zusammenfalten,
  • eine kurze und die lange Seite füßchenbreit mit Geradstich zusammennähen,
  • das Säcklein wenden und die Ecken gut herausholen;
  • portionsweise 5x 30 Gramm Dinkelkörner einfüllen und nach jeder Portion die gerade befüllte Kammer abnähen – es entstehen fünf Kammern, die mit je 30 Gramm Dinkel befüllt sind;
  • noch eine Mittelnaht der Länge nach herunter nähen, schon ist das Kissen fertig.


Dieses Material habe ich verwendet:

Ich habe einen dünnen bedruckten Baumwollstoff genommen, den ich auch zum Patchworken gern verwende. Für das Körnerkissen habe ich den Stoff zu einem Quadrat mit einer Seitenlänge von 30 cm mal 30 cm zugeschnitten.
Außerdem wog ich noch etwa 150 Gramm Bio-Dinkelkörner zum Füllen ab.

So habe ich das Dinkelkissen genäht:

Zuerst habe ich meinen Stoff an allen vier Kanten mit Zickzackstich eingesäumt. Das wäre vielleicht nicht nötig gewesen, aber es erschien mir sicherer. Schließlich wird die Innenseite des Säckleins ja durch die Dinkelkörner, die sich ständig bewegen, schon ziemlich beansprucht. Und ich wollte sichergehen, daß sich die Nahtzugaben dadurch nicht auflösen und dann die Nähte aufgehen.

Danach wurde der Stoff in der Mitte einmal gefaltet, so daß ich anschließend ein doppellagiges Rechteck von 30 cm mal 15 cm hatte. Die Stoffhälften müssen rechts auf rechts übereinander liegen, man sieht also nur die linken Innenseiten des künftigen Säckleins.

Nun nähte ich die lange Kante und eine der beiden kurzen mit Geradstich füßchenbreit zusammen. Eine der kurzen Seiten muß als Wende- und Befüllöffnung offen bleiben.

Den Beutel wendete ich, und schon war er bereit dazu, befüllt zu werden.

Ich hielt es für sinnvoll, mein Dinkelkissen in mehrere Kammern aufzuteilen. So sind die Körner im gesamten Beutel relativ gleichmäßig verteilt. Das Wärmekissen kann dann über seine gesamte Fläche die Hitze wieder abgeben, nicht nur an den Stellen, an denen sich der Dinkel durch die Schwerkraft sammelt.

Es sollten fünf etwa gleichgroße Kammern werden. Deswegen portionierte ich die Körner zu fünf Häufchen mit je 30 Gramm. Die erste Portion gab ich in mein Kissen, dann nähte ich knappe fünf Zentimeter vom unteren Rand entfernt eine parallele Naht. Da mir die Körner sofort im Beutel verrutschten und natürlich auch den Weg meiner Nadel blockieren (eine hab ich sogar verbogen, weil ich auf eines der harten Körner draufkam), hab ich den Dinkel ganz zu der Seite geschoben, an der ich nicht nähen wollte, und ihm mit eng gesteckten Stecknadeln den Rückweg versperrt. So ging das Nähen dann ganz gut.

Auf diese Weise hab ich nach und nach die fünf Kammern portionsweise befüllt und abgenäht, zum Schluß die Nahtzugabe der oberen Öffnung etwa einen Zentimeter breit nach innen geschlagen, und das Körnerkissen verschlossen. Nun hatte mir der Dinkel im Innern noch immer zu viel Bewegungsspielraum. Deshalb faltete ich mein Wärmekissen einmal der Länge nach, verteilte die Körner gleichmäßig zu beiden Seiten und nähte auch noch einmal in der Mitte von oben nach unten. Nun besteht das Kissen aus 10 ungefähr gleichgroßen Kammern, und diese Aufteilung hat sich in der Praxis inzwischen auch schon gut bewährt.

Wie wird das Dinkelkissen angewendet?
Ein Körnerkissen kann man gut erhitzen, und es gibt anschließend die Wärme nach und nach wieder ab. Ist es abgekühlt, gleicht es sich der Körperwärme an und wird nicht unangenehm kalt. Man kann es zur Wärmebehandlung bei Muskelverspannungen oder schmerzenden Gelenken auflegen. Aber es tut auch einem gestreßten Bauch gut, wenn man es anstelle einer Wärmeflasche benutzen möchte. Man kann damit ein Babybettchen oder den Kinderwagen vor einer Ausfahrt anwärmen. Doch Vorsicht! Das Dinkelkissen wird so heiß, daß man sich durchaus daran verbrennen kann.

Das Erhitzen geht am Schnellsten in der Mikrowelle

Dazu wird das Wärmekissen bei etwa 600 Watt maximal eine Minute lang in der Mikrowelle erwärmt. Dabei muß sich der Teller frei drehen können, ohne daß das Dinkelkissen am Rand streift. Denn ansonsten besteht die Gefahr, daß es an einigen Stellen verbrennt. Am Besten behalten Sie es währenddessen im Blick und testen zwischendurch kurz, wie heiß es schon geworden ist.

Ich habe mein Kissen aber auch schon eine Weile lang einfach auf die Heizung gelegt, bis es eine angenehme Temperatur angenommen hat. Man kann es sicherlich auch im Backofen erwärmen. Das habe ich aber noch nicht ausprobiert.

Ein Körnerkissen kann auch als Kühlkompresse verwendet werden.

Weniger bekannt als die Verwendung zum Wärmen ist die Tatsache, daß man mit einem Dinkelkissen auch gut kühlen kann. Sportverletzungen, Insektenstiche, Entzündungen kann man anstatt mit einem Eisbeutel, auch mit einem Körnerkissen behandeln. Dazu wird das Säckchen in eine Plastiktüte gepackt und anschließend in das Gefrierfach gelegt, bis es kalt genug geworden ist, um seinen Zweck zu erfüllen.

Welche Art Getreide ist Dinkel eigentlich?
Dinkel ist mit dem Weichweizen eng verwandt. Er gehört botanisch zu den Spelzgetreiden. Als Spelz bezeichnet man die dünne Schutzhülle, die den weichen Kern eines Dinkelkorns schützend umgibt. Diese Spelzhülle muß entfernt werden, will man Weißmehl aus dem Getreide herstellen. Dinkel ist dem Weizen in vielerlei Hinsicht überlegen. Er besitzt mehr Vitamine, mehr Eiweiß und mehr Mineralien als sein Verwandter. Verwendet man Dinkel als Mehl zum Kochen oder Backen, sollte man am Besten Vollkornmehl verwenden, da dieses reicher an den Inhaltsstoffen ist, als Dinkel-Weißmehl. Für Menschen mit einer Gluten-Unverträglichkeit ist Dinkel jedoch genauso wenig geeignet, da auch er dieses Klebereiweiß enthält.
(Quelle: Artikel auf der Homepage „Zentrum der Gesundheit“)


Bereits Hildegard von Bingen schätzte den Dinkel

Im Mittelalter wurde der Dinkel vor allem im süddeutschen Raum angebaut. Gegessen haben ihn die Menschen als Brot oder Brei. Damals waren auch Weizen, Hafer, Roggen oder Gerste weit verbreitet. Hildegard bevorzugte ihnen gegenüber aber den Dinkel als gute Kost für Gesunde und Kranke. In ihrer „Physica“ schreibt sie, der Dinkel bereite dem Menschen „rechtes Fleisch und rechtes Blut und schenkt ihm außerdem ein frohes Gemüt“. Kranken empfahl sie, gekochten Dinkelbrei zu essen, denn dieser würde sie „innerlich heilen wie eine gute Salbe“.
(Quelle: Hildegard von Bingen Dinkelkochbuch, Moewig Verlag)


Exkurs: Rezept für ein Dinkel-Vollkornbrot nach Hildegard von Bingen, das ich gern backe

Das Grundrezept, das ich dem Hildegard von Bingen Dinkelkochbuch des Moewig Verlags entnommen habe, besteht lediglich aus:

1000 g Dinkel-Vollkornmehl
750 ml lauwarmes Wasser
40 g frische Hefe
20 g Kräutersalz

Ich gebe außerden gern noch dazu:

eine Handvoll Körner, was ich grade da hab, z. B. Grünkern, Dinkel, Roggenschrot, Sonnenblumenkerne. Die Getreidekörner sollten mindestens eine Stunde vorher mit etwas heißem Wasser eingeweicht werden, besser noch länger
3 TL Brotgewürz
evtl. etwas Kümmel


Das Mehl in eine große Schüssel geben, oben eine Mulde formen und die Hefe dort hineinbröckeln. Etwas Zucker dazu, damit die „Hefis“ was zu futtern haben und aufwachen. Mit etwas von dem abgemessenen Wasser übergießen, bis die Hefeflocken gut damit bedeckt sind.

10 min diesen Vorteig gehen lassen, es sollten sich auf der Hefepfütze kleine Blasen gebildet haben.

Dann die restlichen Zutaten dazugeben und alles mit der Küchenmaschine gut verkneten.

Den Teig mit einem Tuch abdecken und etwa eine Stunde lang an einem warmen Ort gehen lassen, bis sich das Volumen ungefähr verdoppelt hat (vor Zugluft schützen!).

Etwa eine halbe Stunde vor Ende der Gehzeit den Backofen bei Ober- und Unterhitze auf 250 Grad vorheizen und eine feuerfeste Schüssel (z. B. Auflaufform) mit Wasser auf den Boden stellen.

Den fertig gegangenen Brotteig auf einer bemehlten Unterlage in zwei Teile halbieren. Diese vorsichtig zu 2 Laiben formen, nicht mehr viel darauf herumkneten. Nochmals ca. 10 min lang gehen lassen.

Die Laibe auf ein Backblech oder einen Pizzastein in den Ofen geben.

10 Minuten bei 250 Grad backen, dann auf 180 Grad zurückdrehen und noch 30 Minuten lang fertigbacken. Am Besten im ausgeschalteten Backofen langsam abkühlen lassen.

Das frische Brot schmeckt mit etwas Kräuterbutter sehr gut!


Und weil wir gerade beim Nähen sind – kleine Teesäckchen für Weihnachten machte ich auch

In der Vorweihnachtszeit brauchte ich einige kleine Präsente. Da ich gerade sowieso dem Näh-Virus verfallen war, fertigte ich aus Baumwollstoff kleine Täschlein an, die ich mit Teebeuteln und einem Teelicht befüllte. Die Taschen nähte ich mit Innenfutter, und nach ein paar Fehlversuchen klappte es auch, alles richtig zusammenzufügen, damit auch nach dem Wenden alles schön aussah und dort saß, wo es hingehörte. Ich mußte die fertigen Teesäcklein gleich fotografieren, weil sie so hübsch waren:

kleine Taschen für Weihnachten genäht



Und noch eine Besonderheit gibt es bei diesen Täschlein. Ich habe sie nämlich auf der alten Singer-Nähmaschine meiner verstorbenen Oma genäht, die noch mit Fußpedal angetrieben wird. Die Maschine war jahrzehntelang nicht mehr benutzt worden. Ich wußte jedoch aus Erzählungen, daß sie eigentlich nicht kaputt war, nur Zickzackstiche konnte man schon lange nicht mehr damit nähen. Kurz vor Weihnachten packte es mich und ich befreite das gute Stück erst einmal von der dicken Staubschicht, die sich in der Zeit angesammelt hatte. Ich ölte alle Teile, die sich bewegen sollten, und los ging es. Gut, daß meine Oma die Bedienungsanleitung aufgehoben hatte! Leider riß mir der lederne Antriebsriemen bald, ich konnte ihn aber wieder flicken, und für den Notfall fand ich heraus, daß man so einen sogar noch nachkaufen kann. Ich freue mich sehr darüber, daß ich dieses antike Stück wieder zum Leben erwecken konnte. Ich benutze sie gern und habe dabei das Gefühl, meiner Großmutter dabei ein wenig näher zu sein.

Montag, 30. September 2013

Strickanleitung für eine Schlange als Zugluftstopp oder als Kuscheltier


Ursprünglich hab ich diese Schlange einmal für meine beiden Katzis gestrickt, und sie wurde – rund zusammengerollt - prompt auch eines ihrer Lieblingsbetten. Wenn die beiden Racker nicht gerade selig darin schlummerten, wurde schon auch mal heftig damit gerauft. Aber man kann das Stricktier auch gut als Zugluft-Stopper für ein Fenster oder eine Tür verwenden.

Sie müssen kein Strick-Profi sein, um die Anleitung nacharbeiten zu können. Jeder, der rechte Maschen mit einem Nadelspiel in Runden stricken kann und auch mit ein paar Zu- und Abnahmen zurechtkommt, sollte mit der Schlange keine Probleme bekommen.

Im oberen Teil dieser Anleitung erkläre ich die einzelnen Schritte ganz genau, und im unteren Teil gibt es dann noch eine zusammengefasste Kurzanleitung, nach der Sie das Tierchen dann stricken können.

Diese Kuschelschlange habe ich damals etwa drei Meter lang und sieben Zentimeter im Durchmesser gestrickt, damit ich sie für meine zwei Schmusetiger zu einer Art Nest auf dem Boden zusammenrollen konnte. Wenn Sie die Schlange in anderen Dimensionen anfertigen möchten, ist das auch kein großes Problem. Mit etwas Geschick in Sachen Stricken können Sie die Anleitung Ihren Wünschen entsprechend anpassen. Möchten Sie diese Kuschelschlange lieber als Zugluftstopper benutzen, arbeiten Sie sie etwa so lange, wie die Tür oder das Fenster ist, das Sie abdichten möchten.



Das Material für die Strickschlange
    • Für die Kuschelschlange brauchen Sie verschiedenfarbige Wolle in etwa derselben Dicke, zum Beispiel Baumwolle oder Sockenwolle. Wenn Sie einen Stapel Wollreste abbauen möchten, ist diese Strickschlange für dieses Vorhaben ideal
    • Sie brauchen ein Nadelspiel (5 Stück) in der passenden Stärke zur Wolle. Ich habe ein Nadelspiel mit 15 Zentimetern Länge benutzt, da diese Länge für mich gut handhabbar war. Es wird ein relativ schmaler Strickschlauch, deshalb finde ich ein Nadelspiel dafür günstiger als eine Rundstricknadel. Wenn Ihnen eine Rundstricknadel und der „Magic Loop“ jedoch sympathischer sind, können Sie es natürlich auch so versuchen.
    • Außerdem benötigen Sie noch Bastelwatte zum Füllen. Man kann auch die etwas günstigere Filterwatte aus dem Zoohandel benutzen. Bei der Auswahl des Füllmaterials sollten Sie bedenken, dass Sie die Schlange vielleicht auch mal in die Waschmaschine stecken möchten.

      Eine Schlange stricken: der Beginn
      Begonnen wird am Schwanz. Schlagen Sie 4 Maschen an und verteilen Sie diese gleichmäßig auf Ihr Nadelspiel. Stricken Sie nun eine Runde rechte Maschen. Nehmen Sie ab jetzt in jeder zweiten Reihe pro Nadel eine Masche zu. In jeder Zunahmenrunde werden es also vier Maschen mehr. Gut ist es, wenn Sie die Zunahmen nicht immer an derselben Stelle der Nadel machen. Sonst entstehen Streifen, die – meiner Meinung nach – hier nicht recht gut aussehen. Ein gleichmäßiges Erscheinungsbild, in dem die Zunahmestellen kaum auffallen, erhalten Sie, wenn Sie mal am Beginn, mal in der Mitte, und mal am Ende einer Nadel zunehmen. Arbeiten Sie Zunahmen dann in der darauffolgenden Reihe wieder an anderen Stellen.
      Machen Sie mit den Zunahmen in jeder zweiten Runde so lange weiter, bis Sie insgesamt 36 Maschen haben. Es sind dann also auf jeder Nadel 9 Maschen. Je nachdem, wie dick Sie Ihre Schlange haben möchten, können Sie schon eher mit den Zunahmen aufhören, oder noch ein paar Runden so weiter arbeiten. Nähen Sie nun das kleine Loch an der „Schwanzspitze“ (die am Beginn angeschlagenen Maschen) zu.

      Den Zugluftstopper stricken: der Körper
      Weiter geht es nun in Runden ohne Zunahmen, bis Sie die gewünschte Länge, zum Beispiel drei Meter, erreicht haben. Damit das Streifenmuster entsteht, können Sie hier immer wieder die Farben wechseln. Wichtig ist, dass Sie die Schlange bereits während des Strickens füllen. Stopfen Sie immer, wenn Sie etwa 10 bis 15 Zentimeter gestrickt haben, das Innere des Schlauches mit Bastelwatte aus. Tun Sie das nicht, wird es sehr schwierig werden, die fertige Strickschlange anschließend gleichmäßig zu füllen. Natürlich sollten Sie auch nach den Farbwechseln die Fäden immer gleich vernähen. Später werden Sie nicht mehr an sie herankommen.

      Die Schlange weiterstricken: der Kopf
      Arbeiten Sie zunächst nochmals vier Zentimeter weiter, aber bereits in der Farbe, die der Kopf bekommen soll. Nehmen Sie dann pro Nadel eine Masche zu. Haben Sie weitere zwei Zentimeter gestrickt, wird nochmals auf jeder Nadel eine Masche zugenommen. Es sollten nun 44 Maschen insgesamt sein. Stricken Sie nun noch etwa vier Zentimeter so weiter.
      Jetzt beginnen die Abnahmen für das Maul. Damit auch von der Struktur her ein sichtbares „Maul“ entsteht, sollten Sie folgendermaßen abnehmen:
      Auf der ersten Nadel stricken Sie die beiden letzten Maschen zusammen.
      Bei der zweiten Nadel heben Sie die erste Masche einfach ab, stricken dann eine rechte Masche, und ziehen die abgehobene (erste auf der Nadel) Masche über die eben gestrickte (zweite auf der Nadel) darüber.
      Die dritte Nadel stricken Sie wieder wie die erste, und die vierte wieder wie die zweite. Die Runde ist fertig.
      Stricken Sie die nächste Runde ganz normal ohne Abnahmen. Danach folgt wieder eine Runde mit Abnahmen wie oben erklärt.
      Nehmen Sie so weiter in jeder zweiten Reihe je vier Maschen ab, bis Sie auf jeder Nadel nur noch zwei Maschen haben, insgesamt sind es also noch acht Maschen. Ketten Sie diese nun ab. 

      So stellen Sie die gestrickte Schlange noch fertig
      Füllen den Kopf, bis er schön prall und geformt aussieht. Nähen Sie danach zum Schluss die übrig gebliebene Öffnung noch so zu, dass ein breites Schlangenmaul entsteht. Wenn Sie wollen, können Sie Ihrer Schlange jetzt noch mit einem Garn in einer Farbe, die sich gut von der gestrickten Grundfarbe abhebt, ein Gesicht aufsticken.

      Nun wünsche ich Ihnen viel Spaß mit dieser Anleitung. Falls die Schlange ein Geschenk für Katzen werden soll, können Sie den neuen Liegeplatz mit etwas Katzenminze zu einem noch attraktiveren Ort für die Vierbeiner machen. Aber vielleicht wird sich ja bald auch ein Hund oder ein anderes Tier dort zusammenkuscheln – oder Sie selber.

      Und hier noch einmal die Anleitung als Zusammenfassung

      Material:
      Wollreste in etwa derselben Stärke, ein dazu passendes Nadelspiel und Füllwatte

      verwendete Techniken:
      mit einem Nadelspiel rechte Maschen in Runden stricken, zu- und abnehmen; zusammennähen, eventuell besticken

      Die Schlange stricken – Kurzanleitung:

      Beginn am Schwanz: 4 Maschen anschlagen und gleichmäßig auf das Nadelspiel verteilen
      1. Runde: 4 rechte Maschen stricken
      2. Runde: jede 2. Masche verdoppeln (insgesamt sind es dann 8 Maschen)
      3. Runde: 8 rechte Maschen stricken
      4. Runde: pro Nadel eine Masche zunehmen (insgesamt sind es nun 12 Maschen)
      5. Runde: 12 rechte Maschen stricken
      6. Runde: wieder auf jeder Nadel eine Masche zunehmen, dabei nicht dieselbe Stelle wie in der Vorreihe benutzen (insgesamt 16 Maschen)
      7. Runde: 16 Maschen stricken
      weiter: in diesem Sinne weiterhin in jeder 2. Runde pro Nadel eine Masche zunehmen (pro Runde sind das also 4 Maschen mehr), bis Sie insgesamt 36 Maschen (auf jeder Nadel 9) haben.

      Wichtig: jetzt das kleine Loch an der Schwanzspitze zunähen!

      Für den Körper nun ohne Zunahmen mit rechten Maschen weiterstricken, bis Sie die gewünschte Länge erreicht haben. Dabei in regelmäßigen Abständen die Farben wechseln.

      Wichtig: bei Farbwechseln die Fadenenden sofort vernähen und den Schlangenkörper sofort füllen, wenn Sie ein paar Zentimeter fertig gestrickt haben!

      Den Kopf beginnen: noch etwa 4 Zentimeter bereits in der Farbe für den Kopf weiterstricken wie beim Körper;
      1. Zunahmenrunde: nehmen Sie pro Nadel in dieser Runde je eine Masche zu;
      weiterstricken: arbeiten Sie noch etwa 2 Zentimeter in Runden ohne Zunahmen weiter;
      2. Zunahmenrunde: nehmen Sie nochmals in jeder Runde je eine Masche pro Nadel zu (insgesamt sollten es nun 44 Maschen sein):
      weiterstricken: nochmals etwa 4 Zentimeter weiter ohne Zunahmen stricken;

      das Maul stricken, erste Runde: auf der 1. Nadel die vorletzte und letzte Masche zusammenstricken; auf der 2. Nadel die erste Masche abheben, die zweite rechts abstricken und danach die abgehobene Masche über die soeben gestrickte ziehen; die 3. Nadel wird wieder wie die erste dieser Runde gestrickt und die 4. Nadel wieder wie die 2. (es sind jetzt insgesamt 40 Maschen);
      das Maul stricken, 2. Runde: 40 Maschen ohne Abnahmen stricken;
      das Maul stricken, dritte Runde: wieder wie in der ersten Runde abnehmen;
      das Maul weiterstricken: nehmen Sie in diesem Sinne weiter in jeder zweiten Runde jeweils 4 Maschen ab, bis pro Nadel nur noch 2 Maschen übrig sind (insgesamt also 8 Maschen); diese werden nun abgekettet;

      Fertigstellung: Füllen Sie den Schlangenkopf nun noch fertig, nähen Sie dann das Maul zu. Wenn Sie mögen, können Sie der Schlange nun noch ein Gesicht aufsticken.

      Weitere Handarbeitsanleitungen auf diesem Blog

      Falls Sie nach dieser Kuschelschlange noch Lust zum Weiterstricken haben, habe ich hier noch weitere Anleitungen erstellt:

      Strickanleitung für einen Rucksack

      Zwei unterschiedliche Anleitungen für Socken
      Ich habe mal mit Mustersocken herumexperimentiert. Die Strickanleitungen, die dabei herausgekommen sind, finden Sie in diesen beiden Artikeln:

      Für alle, die gern häkeln, gibt es in meinem Blog auch ein paar Anleitungen:

      Anleitung für einen hübschen Tassenwärmer
      Wie Sie einen schmalen, wellenförmigen Tassenwärmer häkeln können, erfahren Sie in einem weiteren Blog-Artikel: Kostenlose Häkelanleitung: Tassenwärmer „Wellenspiel“

      Handarbeitsanleitungen für Tassenhüllen als E-Book
      Hier können Sie sich noch über zwei Anleitungen in E-Book-Form informieren. In der ersten erkläre ich genau, wie Sie drei ganz filigrane Tassenwärmer aus feinem Garn häkeln können. Die zweite ist eine Strickanleitung für Katzenfans. In dieser zeige ich, wie Sie drei verschiedene Tassenwärmer mit Katzenmotiven anfertigen können.



      Montag, 21. Januar 2013

      Kostenlose Häkelanleitung: Tassenwärmer „Wellenspiel“

      Die Tassenhülle ist für Standard-Kaffeebecher mit einem Umfang von etwa 25 Zentimetern gedacht. Mit etwas Geschick kann die Anleitung aber auch für schmälere oder breitere Tassen abgeändert werden.




      Material
      Gehäkelt wird mit einem Rest buntmelierter Sockenwolle und einer Häkelnadel Stärke 3.


      Anleitung

      Beginn
      Schlagen Sie 72 Luftmaschen + 3 Wendeluftmaschen an.

      1. Reihe
      Arbeiten Sie in die 5. Luftmasche von der Nadel aus ein Stäbchen (die Wendeluftmaschen ersetzen das erste Stäbchen der Reihe). Es folgen in die beiden nächsten Luftmaschen nochmals je ein Stäbchen. Die zwei nächsten Stäbchen werden zusammen abgemascht, die darauf folgenden ebenfalls. * Es folgen wieder 3 Stäbchen. Danach arbeiten Sie 2 Stäbchen in eine Luftmasche und wiederholen dies bei den beiden nächsten Stäbchen noch einmal. Anschließend kommen wieder 3 einzelne und danach 2x 2 zusammen abgemaschte Stäbchen. * Wiederholen Sie die Schritte von * bis * noch viermal. Am Ende der Reihe folgen dann noch vier Stäbchen.

      2. Reihe
      Beginnen Sie mit drei Wendeluftmaschen, die das erste Stäbchen ersetzen. Arbeiten Sie dann auf die Maschen der Vorreihe noch 2 Stäbchen. * Anschließend werden 2x 2 Stäbchen zusammen abgemascht. Dann kommen 3 Stäbchen. Danach häkeln Sie 2x 2 Stäbchen in jeweils eine Masche der Vorreihe. Es folgen wieder 3 normale Stäbchen. * Wiederholen Sie die Arbeitsschritte von * bis * viermal. Jetzt sollten Sie das Ende der Reihe erreicht haben.

      3. Reihe
      Es folgt eine Reihe Luftmaschen, die immer wieder mit festen Maschen an den Scheitelpunkten der eben gehäkelten Wellen befestigt werden. Häkeln Sie 11 Luftmaschen. * Danach arbeiten Sie in die beiden mittleren Maschen der Vorreihe je eine feste Masche. Es folgen 10 Luftmaschen. * Wiederholen Sie die Schritte von * bis * viermal. Zum Abschluß kommt eine Kettmasche in die oberste Wendeluftmasche am Ende der Vorreihe.

      4. Reihe
      Beginnen Sie mit drei Wendeluftmaschen als Ersatz für das erste Stäbchen. Danach folgen vier normale und anschließend * 2x 2 Stäbchen, die jeweils in eine Masche gehäkelt werden. Arbeiten Sie dann 3 Stäbchen und danach 2x 2 Stäbchen, die jeweils zusammen abgemascht werden. Es folgen wieder 3 Stäbchen. * Wiederholen Sie die Arbeitsschritte von * bis * viermal. Danach kommen noch einmal 2x 2 Stäbchen in je eine Masche der Vorreihe. Häkeln Sie nun noch 4 Stäbchen, um die Reihe zu beenden.

      5. Reihe
      Auch diese Reihe fängt mit drei Wendeluftmaschen an, die das erste Stäbchen ersetzen. Häkeln Sie danach 5 Stäbchen. * Es folgen 2x 2 Stäbchen in je eine Masche der Vorreihe. Danach kommen 3 normale und 2x 2 zusammen abgemaschte Stäbchen. Anschließend arbeiten Sie wieder 3 Stäbchen. * Wiederholen Sie die Schritte von * bis * viermal. Danach kommen noch einmal 2x 2 Stäbchen in je eine Masche der Vorreihe. Beenden Sie die Reihe mit weiteren 6 Stäbchen.

      Verschlußbänder
      Häkeln Sie, wenn Sie die 5. Reihe beendet haben, gleich daran anschließend 30 Luftmaschen + 1 Wende-Luftmasche. Arbeiten Sie dann auf diese Luftmaschenkette 25 feste Maschen zurück. Häkeln Sie danach nochmals 5 Luftmaschen und befestigen Sie diese mit einer Kettmasche an der äußersten Luftmasche der Anfangsreihe, mit der Sie die Häkelarbeit begonnen haben.

      Arbeiten Sie am anderen Ende der Tassenhülle ebenfalls solch ein Band. Setzen Sie dazu an der äußersten Masche der 5. Reihe an und enden Sie wieder mit einer Kettmasche in die Anfangsreihe.

      Zum Schluß vernähen Sie alle Fäden.


      Wenn der Tassenwärmer etwas länger oder kürzer werden soll...

      Sie können, um die Größe zu variieren, einen Mustersatz weglassen oder dazuhäkeln. Die Anzahl der Anfangsluftmaschen muß durch 12 teilbar sein, damit es mit dem Muster keine Probleme gibt.

      Wenn Ihre Tasse nur wenige Millimeter oder Zentimeter mehr Umfang als die oben angegebenen 25 Zentimeter besitzt, können Sie auch einfach die Verschlußbänder etwas länger häkeln.

      Dienstag, 8. Januar 2013

      Neue Häkelanleitung als E-Book: Drei filigrane Tassenwärmer


      Diese drei zart gehäkelten Tassenwärmer können Sie mit meiner neuen Anleitung ganz leicht nacharbeiten. Die Hüllen passen für normale Standard-Kaffeebecher mit ca. 25 cm Umfang und etwa 9 cm Höhe. Möchten Sie eine dickere oder schmalere Tasse damit umhüllen, können Sie die Anleitungen auch abändern. Wie Sie dies bei den einzelnen Modellen jeweils am Günstigsten tun können, erfahren Sie in dem E-Book ebenfalls.

      Alle drei Tassenwärmer werden aus beigem Baumwollhäkelgarn der Stärke 10 angefertigt. Natürlich können Sie auch eine andere Farbe wählen, wenn Ihnen diese besser gefällt. Vielleicht haben Sie sogar noch Garnreste in der passenden Stärke. Dann können Sie diese gut dafür verwenden.

      Es ist nicht schwierig, die Tassenwärmer nachzuhäkeln. Sie sollten jedoch bereits wissen, wie man Luftmaschen, feste Maschen, Stäbchen – normale, halbe und doppelte, und auch Kettmaschen häkelt. Denn in der Anleitung ist keine Häkelschule enthalten.

      Tassenhülle mit Fächermuster
      Kleine gehäkelte Fächer aus Stäbchen und Luftmaschenbögen reihen sich hier aneinander, damit dieses filigrane Muster entsteht. 



      Tassenwärmer mit kleinen Blüten
      Bei diesem Modell umrundet eine Häkelspitze aus vielen Mini-Blüten das Gefäß.



      Tassenhülle mit Sternenmuster
      Ein Sternenhimmel für Ihre Tasse. In der Anleitung wird auch gezeigt, wie Sie kleine Perlen mit einhäkeln können, damit die Sterne sogar „funkeln“.



      Der Verschluss
      Jede Hülle wird mit zwei kleinen Knöpfen verschlossen. Die Anleitung erklärt genau, wie Sie diese Knöpfe herstellen. Natürlich können Sie auch andere selbstgemachte oder gekaufte Knöpfe benutzen, wenn Ihnen diese besser gefallen.



      Die Anleitung für die drei Tassenwärmer
      Das E-Book enthält für alle drei Modelle ausführliche Häkelschriften. Außerdem wird Schritt für Schritt genau erklärt, wie die Hüllen gehäkelt werden. Auf sieben Fotos können Sie sich die Tassenwärmer genau anschauen – die Vorderseiten ebenso wie die Verschlüsse.

      Sie können sich die Anleitung für diese drei filigranen Tassenwärmer bei Amazon als E-Book kaufen. Dort gibt es auch eine kleine Vorschau, wenn Sie sie sich etwas genauer ansehen möchten.