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Dienstag, 25. Januar 2022

Jupiter-Wolle gesponnen

Im Dezember hab ich einen schönen Kammzug finnischer Wolle versponnen, der aus mehreren natürlichen Brauntönen bestand.

Es machte sehr viel Spaß, und mein Rad stand kaum still. Als ich so beim Spinnen die Spule anschaute, kam mir dabei auf einmal der Gedanke: Die Wolle sieht ja aus wie Jupiter!

Die Astronomie ist seit ein paar Jahren eine weitere Leidenschaft von mir geworden. Und speziell Jupiter hat es mir dort oben am Nachthimmel angetan. Der Gasplanet besitzt auf seiner Oberfläche unterschiedliche Zonen, die parallel zu seinem Äquator verlaufen. Diese Zonen sind rötlich, bräunlich und weißlich-naturfarben gefärbt. Ich verlinke hier mal den Wikipedia-Eintrag zu Jupiter, damit ihr euch ein Bild davon machen könnt. 

 

Jupiter-Wolle auf der Spule


Und hier nun ein Foto von meiner Jupiter-Wolle auf der Spule. Das ist doch ganz erstaunlich, diese Ähnlichkeit! Nachdem mir das klar geworden war, machte mir das Spinnen gleich noch viel mehr Freude. Denn so konnte ich gleich zwei Leidenschaften miteinander verbinden. Und Jupiter kam in mein Wohnzimmer, obwohl ich ihn wegen der ungünstigen Wetterbedingungen zu der Zeit kaum am Nachthimmel beobachten konnte.

Um die einzelnen Farbabschnitte besser zu erhalten, hab ich die Wolle navajo-kettenverzwirnt. Leider ging dadurch viel von dem Jupiter-Eindruck verloren. Trotzdem ist und bleibt sie meine Jupiter-Wolle!

Jupiter-Wolle im Strang

Nun hab ich damit begonnen, einen Pullover daraus zu stricken. Ganz einfach Raglan von oben und ohne viel Schnickschnack. Vielleicht kommt noch ein nettes kleines Fair-Isle-Muster rein. Das hab ich noch nicht entschieden. Von den Farb-Abschnitten, die noch beim Singlefaden auf der Spule deutlich sichtbar waren, ist nach dem Verstricken nicht mehr viel zu sehen. Trotzdem wird der Pulli dann mein „Jupiter-Pulli“ sein und mir in kühlen Beobachtungsnächten bestimmt gute Dienste leisten.

Vielleicht hol ich mir auch noch mehr von der Wolle, denn sie ließ sich wirklich gut verspinnen. Und obwohl sie etwas griffiger ist als Merino, fühlt sie sich verstrickt immer noch nicht kratzig an.


Mittwoch, 8. Januar 2020

Eine Alternative zur Wetterdecke 2020 – meine Wettertasche

Nachdem mir das Stricken der Wetterdecke 2017 viel Spaß gemacht hat und ich immer wieder nachschaue, welche Temperatur es damals am aktuellen Tag hatte, bekam ich Lust, auch heuer wieder so ein Projekt zu beginnen. Doch ich wollte das Ganze dieses Jahr ein wenig unaufwendiger gestalten. Und Decken hab ich auch genug. Deshalb überlegte ich mir, was ich stattdessen machen könnte.

Nun hab ich mich entschieden, anstelle einer Decke eine Art gestrickte Patchwork-Tasche anzufertigen. Ich möchte für jeden Monat ein Rechteck in der Breite von 30 Maschen stricken. Jeder Tag wird eine kraus rechte Rippe in der Farbe, die der Temperatur um 11.00 Uhr vormittags entspricht.


Die Farben für meine Wettertasche 2020

Die Farbskala der Wetterdecke 2017 werde ich in etwa übernehmen. Doch anders als damals benutzte ich heuer Poly-Wolle. Ich denke, die ist für eine Tasche besser geeignet und stabiler, als die Sockenwolle, die ich für die Decke genommen hatte. Außerdem hab ich schon einige Restknäuel in den passenden Farben zu Hause und muß nicht viel dafür zukaufen. Auch deshalb ist es gut, daß die Temperatur-Rechtecke nicht besonders groß werden. Bei den meisten Farben werde ich wahrscheinlich mit einem Knäuel oder Rest auskommen. Und vielleicht wird so meine Restekiste auch mal etwas leerer.

Die Farbskala von meiner Wetterdecke 2017 werde ich für die Wettertasche 2020 übernehmen



Die geplante Konstruktion der Wettertasche

Ich werde wohl die Rechtecke einzeln stricken und sie dann, wenn alle fertig sind, zusammenfügen. Dazu möchte ich sie mit einer neutralen Farbe entweder umstricken oder -häkeln und dann zusammennähen. Vielleicht finde ich auch eine Möglichkeit, sie mit der neutralen Farbe irgendwie zusammenzustricken. Das muß ich erst noch ausprobieren.

Der Plan ist, daß immer zwei Rechtecke nebeneinander und drei untereinander kommen. Dann bildet die eine Seite der Tasche das erste Halbjahr, die andere das zweite ab. Irgendwie werde ich danach noch einen Henkel daranmachen (stricken, häkeln oder brettchenweben, damit er nicht so leicht ausleiert) und innen ein Futter hineinnähen. Damit setzte ich mich aber erst auseinander, wenn es soweit ist. Also in etwa einem Jahr ... 

Die Konstruktion meiner Temperatur- / Wettertasche (Vorderseite)



Mein momentaner Fortschritt

Der Januar ist noch jung und dementsprechend kurz und farbarm ist mein erstes Temperatur-Rechteck. Aber es darf trotzdem schon mal hier einen Platz bekommen:

So weit ist ist das erste Rechteck meiner Wettertasche bereits gewachsen


Meine Wettertasche – Stand der Dinge im Dezember 2020


Das Jahr neigt sich dem Ende zu, und auch meine Wettertasche nähert sich der Vollendung. Zumindest die Monats-Rechtecke werden bald vollständig sein.

Als sich während des Strickens allmählich zeigte, welche Dimensionen jedes Monats-Rechteck bekommen wird, plante ich deren Anordnung für die Tasche noch einmal anders. Wäre ich bei meinem ursprünglichen Plan geblieben, wäre die Tasche eher schmal, dafür aber auch unschön tief geworden. Deshalb werde ich die Monatsflächen nun untereinander anordnen.

So konnte ich auch immer 2 Monate an einem Stück hintereinander stricken und sie mit ein paar Reihen in weißer Farbe voneinander abtrennen. Das spart doch am Ende ein wenig Zusammennäharbeit.


Die Verbindung der Monats-Rechtecke

Während ich die Tagesstreifen im Rippenmuster anfertigte (eine Hin- und Rückreihe rechte Maschen pro Tag), strickte ich den weißen Verbindungsteil als beruhigenden Kontrast glatt rechts. Als ich die ersten 2-Monats-Streifen fertig hatte, probierte ich damit herum, eine gute Möglichkeit zu finden, sie zu verbinden. Ich entschied mich letztendlich dafür, schmale (6 Maschen) weiße Verbindungsstreifen glatt rechts zu stricken, und diese Kante an Kante zwischen je zwei Monatsstreifen zu nähen. Das macht etwas zusätzliche Näharbeit, aber es sieht deutlich schöner aus als alle meine vorangehenden Versuche, den schmalen weißen Streifen dazwischen zu stricken oder anzuhäkeln.


Mein Plan für die Fertigstellung der Wettertasche

Ich werde die Monats-Rechtecke so zusammenfügen, dass das erste Halbjahr die Vorderseite der Tasche darstellt und das zweite Halbjahr die Rückseite. Dann stricke ich oben und unten noch ein paar Abschlussreihen in weiß. Unten wird der Boden dann zusammengenäht. Damit die Tasche insgesamt stabiler wird, möchte ich aus einem einfarbigen neutralen Stoff noch ein Innenfutter mit ein paar kleinen Taschen nähen. Wenn ich mich der Herausforderung stelle, bekommt die Wettertasche noch einen Reißverschluss. Oder ich überlege mir eine andere Möglichkeit, sie zu verschließen.


Wie die Monate kennzeichnen?

Was mir auch noch etwas Kopfzerbrechen macht, ist, wie ich die einzelnen Monate beschrifte. Wahrscheinlich werde ich eher nicht die ganzen Monatsbezeichnungen darauf sticken, sondern nur deren Anfangsbuchstaben. Irgendwo sollte auch noch stehen, um welches Jahr es sich handelt. Und eine Legende wäre auch nicht ungut. Vielleicht stricke ich dafür noch ein kleines Rechteck und besticke es mit den Farben und den Bezeichnungen. Ich könnte die Legende ja als Innentasche auf das Futter nähen oder sowas. Wenn ich sie außen irgendwo drauf sticke, wird das nicht so schön aussehen, denke ich. Mal sehen. Es ist ja noch etwas Zeit, bis ich soweit sein werde.


Die Wettertasche im Februar 2021

Wettertasche 2021 erstes Halbjahr

 
Wettertasche 2021 zweites Halbjahr

Inzwischen sind die einzelnen Teile zusammengenäht, der Boden geschlossen und oben ein Rand herumgestrickt. Die Tasche sieht hübsch aus, wie ich finde, ist aber doch ein wenig groß geworden. Naja, es gibt schon Gelegenheiten, für die man eine riesige Tasche braucht. Oder?

Für die Bezeichnung der Monate hab ich jeweils über dem betreffenden Abschnitt den Monatsanfangsbuchstaben aufgestickt. Die einzelnen Temperaturschritte stickte ich in den betreffenden Farben auf den Rand der Vorder- und Rückseite. Nun habe ich gerade den Trageriemen in Arbeit. Dafür webe ich in der Brettchenwebtechnik ein stabiles Band, das auch durch die Beanspruchung bei einer längeren Benutzung kaum ausleiern sollte.

brettchengewebtes Band als Trageriemen für die Tasche

 Dann fehlt noch das Innenfutter und eine Verschlussmöglichkeit. Eigentlich möchte ich dafür gern einen Reißverschluss einnähen. Aber der braucht dann schon eine stattliche Länge. Außerdem möchte ich gern die obere Kante der Tasche noch irgendwie verstärken, damit sie später nicht so umknickt, wie sie es momentan noch tut.


Die Motivation für das Fertigstellen lässt zu wünschen übrig

Nachdem die Teile zusammengefügt waren, hat bei mir erwartungsgemäß die Lust, die Tasche fertigzumachen, doch gehörig nachgelassen. Und das liegt nicht nur daran, dass die Überraschung, wie sie denn aussehen wird, nun weg ist. Irgendwie hemmt mich momentan auch ihre Größe, die ich mir doch ein wenig handlicher erhofft hatte. Ich fürchte, dass sie wahrscheinlich den Rest ihres Daseins im Schrank fristen wird, und alle Mühe, die ich nun noch dafür aufbringe, eigentlich umsonst sein wird. Nein, irgendwann werde ich sie fertigmachen. Aber es würde mir leichter fallen, wenn ich ein Ziel vor Augen hätte, ein Einsatzgebiet, für das sie endlich fertig sein sollte. Naja, wird schon noch werden.

Für 2021 hab ich mir bis jetzt kein Jahresprojekt vorgenommen. Aber trotzdem schreibe ich immer noch mittags die Temperatur auf. Aus diesen Aufzeichnungen möchte ich schon etwas machen. Es ist interessant, die Temperaturentwicklung über mehrere Jahre zu vergleichen. Aber ich weiß jetzt schon kaum noch, wohin mit all den Decken, die ich schon gemacht hab. Und Taschen hab ich auch genug. Ich bräuchte halt irgendwas Kleines, das nicht viel Platz wegnimmt, um meine Wetterchronik fortzusetzen. Vielleicht sollte ich die Temperaturfarben sticken – für jeden Tag ein Kreuzchen oder so. Ach, ich weiß nicht. Ich schreib jetzt halt mal weiter die Temperaturen auf. Vielleicht fällt mir ja noch etwas Brauchbares ein. 

 

Mai 2021: Es ist kaum zu glauben, aber meine Wettertasche ist fertig!

Puh, ich hab schon selber kaum noch daran geglaubt, dass sie noch fertig wird. Den letzten Anschub hat gegeben, dass es ich genervt hat, sie ständig so halbgar im Weg herumliegen zu haben. Und viel fehlte ja auch nicht mehr. 

 

Wettertasche - 1. Halbjahr

Wettertasche - 2. Halbjahr

Schließlich kam der verregnete Nachmittag, an dem ich ohne großen Plan das Innenfutter zugeschnitten und mit zwei Innentaschen zusammengenäht habe. Zum Verschließen hatte ich mich letztendlich für einen Reißverschluss entschieden. Und da ich zufällig einen zu Hause hatte, der in der Länge und auch Farbe gut passte, nahm ich die Sache in Angriff. Der Reißverschluss hatte übrigens schon einmal ein erstes Leben: Er gehörte zu einer Bettwäsche, die ich vor einiger Zeit zerschnitten und weiterverwertet hatte. Nur nix wegwerfen! Man weiß nie, wofür man die Sachen mal wieder braucht!

 

Das Innenfutter meiner Wettertasche

Für das Innenfutter hab ich einen schlichten weißen Baumwollstoff genommen, den ich in genügender Größe zu Hause hatte. Und dann ging es eigentlich ruckzuck wie so oft, wenn man sich mal überwunden hat, etwas anzupacken. Ich befestigte meinen brettchengewebten Henkel innen an den beiden Schmalseiten der gestrickten Außentasche. Danach setzte ich meine Baumwoll-Innentasche ein und nähte sie an der Oberkante der Außentasche fest. Das tat ich mit der Hand und mit doppeltem Faden. Ich hoffe, dass die Naht so auch gut hält.

 

Wettertasche Oberkante und brettchengewebter Trageriemen

Und was tu ich nun mit dieser riesigen Tasche?

Festgelegt hab ich mich da noch immer nicht. Ich hab mal überlegt, sie vielleicht als Badetasche zu benutzen. Groß genug wäre sie. Aber durch das Gestrick hat sie doch auch ein ganz ordentliches Gewicht bekommen, und bei 30 Grad im Schatten ist jedes Gramm, das man zuviel herumträgt, eine Belastung. Außerdem fürchte ich, dass sie durch die Benutzung im Freien auch schnell ramponiert und von der Sonne ausgebleicht würde. Also keine Badetasche.

Am ehesten kann ich mir momentan vorstellen, sie als große Projekttasche zu benutzen. Dort passen spielend mehrere Knäuel Wolle und auch ein großer, dicker angefangener Pulli oder sowas hinein. (Oder eine Wetterdecke 2021 – nein, ich strick keine!) Mal schauen, wofür ich sie noch benutzen werde. Im Moment hängt meine Wettertasche halt so herum und wartet noch auf ihre große Aufgabe.

 

Temperaturskala auf den Rand gestickt

Mein Fazit zum Projekt Wettertasche statt Wetterdecke

Nach wie vor finde ich es spannend, die Temperaturen über das Jahr zu dokumentieren und mit denen von vorangegangenen Jahren zu vergleichen. Ich schreib auch immer noch konsequent fast jeden Tag die Temperatur auf. Aber Wettertasche werd ich auch so schnell keine mehr stricken. Nicht, weil es keinen Spaß gemacht hätte. Im Gegenteil, das tägliche Rippchen war ein schönes Ritual. Nur löste die Idee, anstelle einer Decke eine Tasche zu stricken, mein „Platzproblem“ nur zum Teil. Wenn ich etwas besser geplant hätte, wäre sie vielleicht auch von der Größe her so geworden, dass ich wirklich für den täglichen Gebrauch etwas mit ihr anfangen könnte. So hab ich wieder einen – ja, sicherlich hübschen – Gegenstand geschaffen, der meine Wohnung voller macht und den ich eigentlich nicht gebraucht hätte. Das ist es, was mich an dem Projekt ein wenig stört. Und auch aus diesem Grund hat es bis jetzt gedauert, es endlich fertigzustellen.

Auch wenn es mich nach wie vor reizt, aus meinen laufenden Temperaturaufzeichnungen des aktuellen Jahres etwas zu machen, werd ich wohl vorerst auf ein Wetter-Handarbeitsprojekt verzichten. Vielleicht lege ich mir eine Datei an, in der ich meine Temperaturwerte eintrage. Auch so kann ich sie später mit Folgejahren vergleichen. Und sie nehmen keinen Platz weg. Und wenn ich irgendwann keine Decken mehr habe, kann ich mit den archivierten Werten immer noch eine Wetterdecke stricken. Denn das Stricken eines Wetterprojekts macht mir auf jeden Fall großen Spaß. Es ist nur sinnlos, Dinge herzustellen, die danach im Schrank verschwinden oder Platz wegnehmen, den ich nicht übrig hab.

 

Donnerstag, 3. Oktober 2019

Ein „Was-ihr-wollt“-Tuch und eine gehäkelte Seifenschale

Einige Projekte sind fertig geworden:

Lace-Tuch „Was ihr wollt“

Lace-Tuch "Was ihr wollt" nach der Anleitung von der kleinen Wollfabrik


Vor einiger Zeit strickte ich schon einmal ein Tuch nach der Anleitung „Was ihr wollt“ von der kleinen Wollfabrik. Die Anleitung gibt es kostenlos als Ravelry-Download.
Da mir das Stricken des Tuches damals schon viel Spaß gemacht hat, strickte ich es jetzt noch einmal. Diesmal benutzte ich gekaufte Bambus-Sockenwolle (blau) zusammen mit handgesponnenem Viskosegarn (weiß). Das Ergebnis ist ein hübsches, weiches Tuch, das ich inzwischen schon oft getragen habe. Es hat eine halbrunde Form und lässt sich je nach Geschmack locker über die Schultern legen oder wärmend um den Hals drapieren.
Das Muster ist abwechslungsreich, aber nicht so kompliziert, als dass man es nicht beim Fernsehen nebenbei stricken könnte. Es besteht aus einem inneren Teil, den man so groß machen kann, wie man möchte, und aus einem Randbereich, den man ebenfalls nach Belieben breiter oder schmaler ausfallen lassen kann. Daher auch der Name „Was ihr wollt“ - jeder kann es so stricken, wie es ihm oder ihr gefällt.
Die Anleitung ist knappgehalten, aber es steht alles darin, um das Tuch problemlos nacharbeiten zu können. Auf der ersten Seite wird alles erklärt, und auf der zweiten gibt es eine übersichtliche Strickschrift, mit der ich gut zurechtgekommen bin. Deshalb kann ich diese Anleitung uneingeschränkt weiterempfehlen. Bestimmt ist dieses noch nicht mein letztes „Was-ihr-wollt“- Tuch.

Eine gehäkelte Seifenschale

gehäkelte Seifenschale


Da ich, angeregt von dem Buch „Statt Plastik“, das ich bereits in einem Artikel vorgestellt habe, einige Stücke festes Shampoo und Duschgel-Bars selbergemacht habe, brauchte ich eine möglichst nachhaltige und plastikfreie Seifenschale, um sie nach Gebrauch trocknen und lagern zu können. Was läge da näher, als aus Wollresten etwas Hübsches selber zu machen? In einem Buch fand ich die Anleitung zu einer 3D-Häkelblüte. Ich vergrößerte sie ein wenig, und das Ergebnis ist praktisch und ein Hingucker für mein Bad.

gehäkelte Seifenschale mit selbstgemachtem festem Shampoo

Mittwoch, 16. Januar 2019

Ich hab eine Gürteltasche für Werkzeug genäht – hier die Anleitung

Diese Werkzeugtasche entstand, weil ich ein Geburtstagsgeschenk für einen Handwerker brauchte, der ständig auf der Suche nach einem Hammer oder Schraubenzieher, usw. war, den er doch gerade nur mal schnell irgendwo hingelegt hatte. Schon länger trug ich mich mit dem Gedanken, ihm so eine Tasche zu nähen. Doch nun wurde es akut, weil der Geburtstag nahte. Und so nahm ich die Sache nun ernsthaft in die Hand.

Nach einiger Recherche, wie eine Werkzeugtasche am Sinnvollsten gestaltet wäre, kam schließlich dieses ansehnliche und für den Betreffenden hoffentlich auch praktische Stück dabei heraus:

selbst genähte Gürteltasche für Werkzeug

Mir jedenfalls gefällt das Täschlein gut. Ich könnte mir vorstellen, daß man es auch als Gartentasche benutzen kann, um beispielsweise eine kleine Schaufel, Gartenschere, Messer, Schnüre und all die kleinen Dinge, die man bei der Gartenarbeit benutzt, immer dabei zu haben.

Vielleicht möchte ja jemand von euch diese Werkzeugtasche nachnähen. Deshalb werde ich hier nun beschreiben, wie ich sie angefertigt habe. Es gibt kein richtiges Schnittmuster dafür. Den Taschenkörper kann jeder, der etwas Erfahrung mit dem Nähen hat, nachkonstruieren. Die zahlreichen Außen- und Innenfächer bestehen aus Rechtecken, deren Maße ich unten angebe.


Hier nun die Nähanleitung für die Werkzeugtasche


Etwas Vorerfahrung mit dem Nähen wäre schon gut, um diese Gürteltasche nachzuarbeiten. Denn man muß schon aufpassen, was man in welcher Reihenfolge zusammennäht. Und das Einnähen des Reißverschlusses ist so pfriemelig, wie das mit dem Einnähen von Reißverschlüssen eben so ist. (Aber vielleicht habe nur ich dazu so wenig Talent …) Trotzdem: Mir hat das Nähen dieser Tasche sehr viel Spaß gemacht, und ich bin auf diesem Gebiet auch noch nicht besonders erfahren. Also einfach mal probieren!

Das Material


  • einige größere Reststücke Baumwollstoff, der robust genug ist, um der Beanspruchung gerecht zu werden (ich hab drei Geschirrtücher benutzt, die schön griffig waren)
  • Reißverschluß 20 cm
  • Gurtband mit Steckverschluß, das lange genug ist, damit es um den Bauch paßt (z. B. von einer alten Gürteltasche, Rucksack, etc. oder neu kaufen)
  • 26 cm Gummiband in etwa 2 cm Breite
  • Volumenvlies


Zuschneideplan


  • Taschenkörper: 2x mit Außenstoff, 2x mit Futterstoff und 1x mit Volumenvlies
  • 1. Außentasche: 1 Stück 24 x 26 cm (incl. 1 cm Nahtzugabe bds + unten, 4 cm NZ oben)
  • 2. Außentasche: 1 Stück 20 x 24 cm (incl. 1 cm Nahtzugabe bds + unten, 4 cm NZ oben)
  • Innentaschen: 2 Stück 22 x 13 cm (incl. 1 cm Nahtzugabe bds + unten, 4 cm NZ oben)
  • 26 cm Gummiband
  • 2 Restestreifen aus dem Außenstoff für die Einfassungen am Beginn und Ende des Reißverschlusses

Schemazeichnung Werkzeugtasche


So hab ich meine Werkzeug-Gürteltasche angefertigt


Begonnen habe ich mit den aufgesetzten Taschen.

1. Die Außen- und Innentaschen nähen


  • Zuerst hab ich die Schnitteile der Außen- und Innentaschen versäubert, damit sie nicht ausfransen.
  • Danach hab ich bei diesen 4 Taschen die Nahtzugaben an den Seiten und unten je 1 cm nach innen gefaltet und gesteckt, die Nahtzugaben an der oberen Eingriffseite wurden 2x je 2 cm nach innen umgeschlagen, danach nur dieser obere Saum genäht.
    die obere Saumkante der größeren Außentasche wurde genäht
  • anschließend steckte ich etwas unterhalb dieser Saumnaht außen auf der 2. Außentasche das Gummiband auf, so daß dessen Enden beidseits etwas über die Seitenkanten der Außentasche herausschauten; danach nähte ich die eine Unterteilungsnaht, die nur das Gummiband teilen sollte (das Taschenfach darunter aber nicht).
  • Jetzt setzte ich die kleinere Außentasche mittig auf die größere, die Enden des Gummibandes wurden beidseits außen um den Rand der Tasche herum nach innen umgeschlagen; danach nähte ich diese kleinere Außentasche auf der größeren fest und setzte noch eine Unterteilungsnaht im linken Drittel.
  • Nun nähte ich die größere (zusammen mit der daraufgesetzten kleineren) Außentasche mittig auf ein Außenteil des Taschenkörpers und setzte auch in der Mitte noch eine Unterteilungsnaht

    die Außentaschen sind fertig aufgenäht

  • Danach befestigte ich die beiden Innentaschen auf je einem Futterteil und unterteilte sie in der Mitte.
eine der beiden Innentaschen


2. Den Reißverschluß einnähen


  • Zuerst nähte ich rechts und links an den Reißverschluß je ein Restestück als Verlängerung, damit der Reißverschluß sich leichter an der Oberkante einpassen läßt.
  • Danach setzte ich den Reißverschluß zwischen je ein Außen- und Futterteil.
der Reißverschluß


3. Die Taschennähte schließen und das Gurtband anbringen


  • Ich steckte beide Außenteile des Taschenkörpers rechts auf rechts übereinander – wichtig: der Reißverschluß muß offen sein!
  • Jetzt schnitt ich das Volumenvlies nochmals etwas in Form und brachte es an dem Stoffteil an, das die zukünftige Rückwand der Gürteltasche werden würde (die Vorderseite ist durch die aufgenähten Außentaschen schon recht füllig)

    das Vlies anbringen
  • Dann steckte ich das Gurtband an die dafür vorgesehenen Ausstülpungen beidseits am oberen Ende der Tasche. Hier ist auch eine Fehlerquelle, in die ich schon oft reingetappt bin: Das Gurtband muß sich innen zwischen den rechts auf rechts liegenden Stoffteilen befinden! Nur die Enden können an den Seiten etwas herausspitzen.
    das Gurtband an der Gürteltasche befestigen
  • Danach nähte ich einmal von einer Seite über den Boden bis zur anderen Seite; da das Gurtband voraussichtlich schon recht strapaziert werden wird, nähte ich an der Stelle, an der es befestigt wurde, mehrmals auf und ab, um eine stabile Naht zu bekommen.
  • Nun steckte ich noch die beiden Futterteile rechts auf rechts zusammen. Achtung: dieser Schritt ist die letzte Möglichkeit, um noch einmal sicherzustellen, daß der Reißverschluß auch wirklich offen ist! Denn wenn er das nicht ist, kann die Tasche am Ende nicht gewendet werden!
  • Beim Zusammennähen des Innenfutters bleibt eine Wendeöffnung am Boden offen (ja, auch das vergesse ich leider immer wieder…)

4. Die Nahtzugaben zurückschneiden und die Tasche wenden


  • Nun war es fast geschafft. Ich schnitt an den Rundungen die Nahtzugabe ein. Danach kam die große Überraschung: wenden und staunen! Ich war ganz angetan, wie ansehnlich meine selbst konstruierte Werkzeugtasche doch geworden war! Nun schloß ich noch die Wendeöffnung, und fertig war das gute Stück.

die Innenansicht meiner Gürteltasche

Freitag, 27. Januar 2017

Meine aktuellen Strickprojekte – Teddybären, Quadrate-Decke, Sternkissen, RVO-Pulli


Hier möchte ich euch zeigen, was ich momentan stricke oder gerade fertiggestellt habe.

Gestrickte Teddybären
Für eine liebe Arbeitskollegin strickte ich gegen Ende des Jahres einen Teddy. Vor Jahren, als das große Bärenstricken einst grassierte, hatte ich auch schon mal einige gemacht. Und als ich nun für die Kollegin ein Abschiedsgeschenk brauchte, fielen mir die Teddys wieder ein. Die Anleitung stammt aus dem Buch: „Teddys handgestrickt“ von Karin Arndt und Edith Zimmerling im Ravensburger Verlag. Es beschreibt sehr ausführlich, wie die Bären gestrickt werden können, auch in verschiedenen Größen. Und es beinhaltet außerdem noch die Anleitungen für Kleidungsstücke, die man den Kleinen anziehen kann.
Den Bären, den ich verschenkt habe, hab ich leider nicht fotografiert. Aber weil es mir gerade so viel Spaß machte, hab ich für mich selber auch noch einen gestrickt, nämlich dieses hübsche Mädchen:

Gestrickter Teddybär


Meine Quadrate-Decke ist fertig
Über ein Jahr lang strickte ich aus Resten von Sockenwolle meine Quadrate-Decke. Nun hab ich die Reste so ziemlich alle aufgebraucht, und die Decke ist fertig. Sie ist wunderschön geworden, kuschelig und warm und genau das Richtige für diese eisige Jahreszeit. Sie ist so groß, daß ich sie gar nicht richtig fotografieren konnte, aber hier mal ein Ausschnitt davon:

Restedecke aus Sockenwoll-Quadraten


Gestrickte Sternkissen „Asterisk“, meine neue Leidenschaft
Nachdem in diversen Handarbeits-Videos diese Sternkissen Einzug gehalten hatten, konnte ich mich nicht mehr beherrschen. Ich hatte glücklicherweise noch 100 Gramm gemusterte Sockenwolle daheim, und für meinen Bedarf in letzter Zeit genug Strümpfe gestrickt. Also schlug ich solch ein Kissen an. Die Anleitung heißt „Asterisk“, stammt von Gudrun Ohle und kann auf Ravelry kostenfrei heruntergeladen werden.

fertiges Sternkissen "Asterisk"


Es machte soviel Spaß, dieses Kissen zu stricken, daß ich gleich noch eines angefangen habe:

Sternkissen Nummer 2 in Arbeit


Vermutlich wird es auch nicht bei den beiden bleiben. Sicherheitshalber hab ich heute gleich mal neue Sockenwolle gekauft. Es stehen in nächster Zeit einige Geburtstage an, für die so ein Kissen ideal wäre. Ach ja, und ein kleines für meine beiden Katzis hab ich auch angeschlagen. Das könnte man ja mit Katzenminze füllen...

Ein neuer Raglan-von-oben-Pulli ist in Arbeit
Da ich von der Wolle für die Teddybären noch viel übrig hatte, und meine Motivation in dieser Hinsicht leider schon wieder abgeflaut war, beschloß ich kurzerhand, daraus einen RVO-Pullover zu stricken. Ich kaufte mir noch etwas dazu, und hoffe nun, daß ich mit der Wolle einigermaßen hinkomme. Es ist ein Mikrofaser-Garn. Seitdem ich die Wolle für meine Oberteile so gut wie komplett selber spinne, ist es schon ein wenig seltsam, mit standardisierter Kaufwolle zu stricken. Aber warum denn nicht? Leider sind mir nun die Sternkissen dazwischengekommen. Deshalb stagniert der Pulli momentan etwas. Aber ich bin doch zuversichtlich, daß ich ihn noch fertig bekomme, bevor die Zeit für dicke, warme, langärmelige Pullover wieder vorbei ist. Wir haben ja erst Januar. Hier mal ein Foto vom aktuellen Stand:
RVO-Pulli in Arbeit



Meine gestrickte Wetterdecke 2017

Nun hat mich auch der Wetterdecken-Virus gepackt. Schon länger hab ich mir immer wieder die Fotos anderer Strickerinnen angesehen, die ihre Wetterdecken zeigten, und ich fand es zunehmend eine gute Idee, ein Jahr in dieser Weise abzubilden. Als dann im Dezember meine Qadrate-Decke fertig wurde, war klar, daß ich auch für das nächste Jahr wieder solch ein längerfristiges Projekt haben möchte. Also begann ich, mir genauer zu überlegen, welche Art von Jahresdecke ich am Besten stricken wollte, welches Muster ich dafür verwenden und welche Wolle geeignet sein könnte. In diesem Artikel werde ich nach und nach meine Fortschritte zeigen – und wahrscheinlich auch genug jammern, wenn ich mit der Zeit um meine Motivation kämpfen muß.

Dezember 2016 – die Planung für meine Wetterdecke wurde konkret

Nachdem ich mich ein wenig informiert hatte, war unsicher. Jahresdecken gab es in den verschiedensten Formen. Sollte es nun eine richtige Wetterdecke werden, in der ich festhielt, ob an einem Tag die Sonne schien, es wolkig war, stürmte oder schneite? Das wäre sicherlich auch interessant, aber schließlich entschied ich mich für eine Temperaturdecke. Ein Grund für diese Wahl war, daß es mir wohl leichter fallen würde, täglich nur die Temperatur abzulesen, als mich auf ein bestimmtes Wetterphänomen festzulegen. Es ist einfacher, zu einer bestimmten Zeit aufs Thermometer zu schauen und genau gesagt zu bekommen, wie warm oder kalt es gerade ist, als den Himmel zu betrachten und festzulegen, ob das heute eher ein wolkiger fast trockener Tag oder leichter Regen ist.

Welche Art von Jahresdecke sollte es werden?
Also eine Temperaturdecke, die festhielt, was mein Balkon-Thermometer etwa um 11.00 Uhr mittags verkündete. Nun brauchte ich noch ein Muster. Ich wollte nicht einfach nur glatt rechts stricken, aber zu kompliziert sollte es auch nicht werden. Schließlich muß ich ja ein ganzes Jahr täglich daran stricken, und da soll es schon ein Muster sein, das nach einer angemessenen Eingewöhnungszeit gut von der Hand ging.

Welches Muster ist für meine Wetterdecke geeignet?
Durch Zufall stieß ich auf den „Zickzack-Scarf“ von Christy Kamm, der mir auf Anhieb gefiel. Die Anleitung kann man sich kostenlos auf Ravelry herunterladen, und das tat ich auch. Ich beschloß, meine Temperaturdecke nach diesem Muster zu stricken, und zwar im Rippenmuster. Für jeden Tag wollte ich eine Rippe stricken. Ich fertigte ein Probestück an, und hatte anfangs einige Probleme mit dem Muster. Nein, es lag nicht an der Anleitung, sondern an meiner Umsetzung derselben. Aber mir gefiel das Zackenmuster so gut, daß ich es trotzdem für meine Decke nehmen wollte.

Welche Wolle paßt am Besten für die Decke und welche Farben brauche ich?
Da überlegte ich nur kurz und entschied mich für Sockenwolle. Diese ist dünn genug, damit die Decke nicht zu schwer wird. Außerdem gibt es sie in vielen Unifarben, und einige Knäuel davon konnte ich sogar aus meinem Vorrat verwenden. Den Rest kaufte ich mir dazu. Nun hoffe ich, daß meine Schätzung, welche Mengen ich von jeder Farbe benötigen werde, so einigermaßen hinkommt. Denn ich bin mir nicht sicher, ob es alle Farben gegen Ende des Jahres noch nachzukaufen gibt. Das muß ich mal auf mich zukommen lassen. Hier mal meine geplante Farbskala für die Decke. Am Anfang und am Ende sollen ein paar Zentimeter in naturfarbener Wolle werden. Ebenso die Trennrippen zwischen den Monaten.

Farbskala für meine Wetterdecke

Januar 2017 – die Temperaturdecke wird angeschlagen
Ich konnte es kaum erwarten, bis der erste Januar kam. Die naturfarbenen Randreihen hab ich vorher schon gestrickt, so daß ich gleich an Neujahr mit der ersten richtigen Temperaturreihe beginnen konnte. Und die war dann schwupps auch schon viel zu schnell wieder fertig. Jetzt mußte ich wieder einen ganzen Tag warten, bis ich weitermachen konnte...
Inzwischen ist es schon Routine geworden, mittags meine Temperaturkontrolle zu machen und am Abend eine Rippe zu stricken. Auch das Stricken hab ich jeden Tag geschafft, obwohl ich ja auch mal einen Tag auslassen könnte und später mehrere Rippen nachholen. Aber momentan klappt es gut und macht Spaß, ganz wie sich das im Januar auch noch gehört! Die Motivationskrise erwarte ich eher im Sommer... Mit dem Muster hab ich die ersten Tage schon noch ein wenig gehakelt, aber inzwischen kann ich mein Gestricke gut lesen und merke es sofort, wenn ich einen Fehler gemacht habe, so daß ich nicht mehr gleich die ganze Reihe wieder auftrennen muß.
Also, es geht gut voran! Hier zwei aktuelle Bilder meiner Decke:

Detailfoto vom Zickzackmuster

Meine Wetterdecke - Stand Ende Januar 2017

Meine Wetterdecke - Stand Ende Juli 2017

Noch immer stricke ich fleißig an meiner Temperaturdecke - jeden Abend eine Rippe, und beim Monatswechsel noch den naturfarbenen Trennstreifen dazu. Das ist nun ein schönes Ritual geworden, und nervt mich bis jetzt noch immer nicht. Auch die warmen Sommertemperaturen halten mich nicht wie befürchtet vom Deckenstricken ab. Ich breite das, was ich schon geschafft habe, gar nicht komplett über mir aus, wenn ich meine Rippe stricke, sondern lasse den größten Teil zusammengelegt, wie ich die Decke aus der Stricktasche gezogen hab, und lege alles eher neben mich. Nur bei den vergangenen kalten Sommertagen war es ganz schön, mich bei Bedarf damit schon richtig zudecken zu können.
Nun bin ich allmählich gespannt, ob mir im Herbst auch alle Farben reichen. Ich hab ja bevor ich anfing meinen kompletten Materialbedarf auf einmal gekauft, damit ich gegen Ende der Decke, wenn ja schon fast ein Jahr vergangen ist, nicht Probleme bekomme, Knäuel nachzukaufen. Mal sehen, bis jetzt schaut es noch ganz gut aus.

Wetterdecke 2017 - Stand Ende Juli



Ach ja, meinem Kater Aramis gefällt die Decke bereits im halbfertigen Zustand außerordentlich gut. Bin gespannt, wer von uns beiden am Ende die Eigentumsrechte durchsetzen kann ...

Nun haben wir 2018, und die Wetterdecke von 2017 ist immer noch nicht fertig...

Naja, die Decke an sich könnte man als fertig bezeichnen. Zumindest die täglichen Streifen hab ich ohne Probleme fertig gestrickt. Das war das ganze Jahr hindurch eigentlich gar kein Problem. Ich hab mich jeden Tag auf meine zu strickende Rippe gefreut. Das wurde zu einem schönen Ritual. Die Abschlußkante ging auch noch. Aber dann wurde es schwierig. Das Jahr war zu Ende, und ich brauchte noch zwei Abschlußkanten an den Seiten. Zwei sehr lange Kanten, von denen ich eigentlich keine Ahnung hatte, wie ich sie am Besten machen sollte.

die eigentlich fertige Wetterdecke 2017


Irgendwannn im Januar nahm ich mir die Decke dann vor und strickte an einer Kante ein Stück glatt rechts. Damit es sich nicht so stark einrollt, hab ich am Ende noch ein paar Rippen gestrickt. Natürlich hat das nicht viel gebracht. Nach dem Abketten rollte sich der Rand selbstverständlich ein. Aber ich wollte die Kante nicht mehr auftrennen. Die Decke sollte endlich fertig werden! Also fertigte ich die zweite Seitenkante ebenso an und war damit genauso unzufrieden, wie mit der ersten.

Das Resultat war, daß meine an sich schöne Wetterdecke wieder mal wochenlang herumlag, obwohl ich noch das Jahr, die Legende und die Monate am Rand aufsticken wollte, um wirklich damit fertig zu werden. Irgendwann im Februar hatte ich es satt, daß die Decke immer noch fast vollendet herumlag. Ich begann, das Jahr auf eine der Schmalkanten zu sticken, und es machte sogar Spaß. 



Ein paar Tage lang nahm ich mich wirklich zusammen und bestickte die Ränder, auch in der Hoffnung, daß sich die Seitenkanten durch die Stickereien nicht mehr so stark einrollen würden. Aber diese Hoffnung zerschlug sich leider. Jetzt hab ich eine an sich fertige Wetterdecke für das Jahr 2017, aber ich bin mir sicher, daß ich mich künftig immer über die „Rollränder“ ärgern werde, wenn ich das nicht doch noch irgendwie besser hinbekomme. Und das wäre viel zu schade, denn an sich finde ich die Decke richtig schön. Es macht auch Spaß, immer wieder mal nachzuschauen, wie denn die Temperaturen vor einem Jahr gewesen sind.



Also überlegte ich, wie ich diese Ränder noch glatter bekommen könnte. Spannen würde da nicht viel bringen. Im Moment stricke ich nochmal einen schmalen Streifen glatt rechts, den ich dann von hinten auf den Rand aufnähen möchte. Das würde auch die unschöne Rückseite der Stickereien etwas verdecken. Mal sehen, ob es den gewünschten Erfolg bringt. Ich möchte jetzt langsam mal wirklich fertig mit dieser Decke werden!

unschöner Rollrand

Der Rollrand ist nun noch etwas schöner geworden

Es ist schon eine Weile her, aber ich möchte hier doch noch nachreichen, daß ich für den Rand, der sich so unschön zusammengerollt hatte, eine Lösung gefunden habe. Es wurde keine besonders elegante Lösung, aber zumindest gefällt mir der Rand nun besser als zuvor.

Nachdem ich mir mehrere Möglichkeiten lang und breit überlegt hatte, hab ich schließlich einfach mit der beigefarbenen Wolle für beide Ränder je einen Streifen glatt rechts in der richtigen Breite gestrickt. Diesen Streifen habe ich dann links auf links auf die Rückseite der Umrandung genäht. Jetzt rollt sich nichts mehr ein. Außerdem kann man auch die rückwärtigen Fäden von der Stickerei nicht mehr sehen. Und so wollte ich es ja eigentlich haben.

Mein Resümee zu meinem Wetterdecken-Projekt

Es war ein sehr schönes Langzeit-Projekt! Und ich könnte mir gut vorstellen, irgendwann einmal wieder eine Jahres-Wetterdecke zu stricken, vielleicht auch mal zu häkeln. Erstaunt hat mich dabei besonders, wie diszipliniert ich doch dabeigeblieben bin über das ganze Jahr hinweg. Und auch meine Temperaturablesungen waren kein großes Problem. Vergessen hab ich sie eigentlich an keinem einzigen Tag. Manchmal war ich zu der entsprechenden Uhrzeit nicht zu Hause, aber dann konnte ich den Wert ungefähr schätzen.

Meine tägliche Rippe zu stricken, wurde zu einem Ritual, das ich nach Beendigung dieses Projektes sogar eine ganze Weile lang vermisste. Etwas nervig wurde es erst, als die eigentliche Decke schon fertig war, und ich noch den Rand daranstricken mußte. Und als das dann auch noch für ein paar Schwierigkeiten sorgte, wurde es zäh. Aber mit Geduld und auch mal einer längeren Pause, in der ich mich handarbeitstechnisch einigen Dingen widmete, die mir in dem Moment mehr Spaß machten, kam dann im Laufe des Jahres schließlich auch noch der Rand zu einem guten Ende. Jetzt, im Herbst 2018, liegt die Decke auf meinem Bett und wärmt mir in den kühl gewordenen Nächten meine Füße.

Wir haben inzwischen das Jahr 2020 ...

Ein paar Jahre sind vergangen und ich schaue immer noch gern nach, welche Temperatur wir am aktuellen Tag damals hatten. Nun hab ich Lust, auch dieses Jahr wieder das Wetter zu dokumentieren - in Form einer Wettertasche für das Jahr 2020.


Montag, 4. Januar 2016

Schafwolle nimmt Gerüche kaum an – es ist wirklich so

Und diese Tatsache hat mich vor ein paar Tagen wieder einmal freudig erstaunt. Und das bei einem ungewollten Härtetest.

Neben meinem aktuellen Mittelalter-Gewandungs-Großprojekt habe ich im Winter auch begonnen, mir einen schönen Pulli aus handgesponnener Merinowolle zu stricken. Es wird wieder ein Raglan-Pullover, da ich mit dieser Stricktechnik für meine selbst gesponnenen Garne gut zurechtkomme Als nun der Rumpfteil meines Pullis so gut wie fertig war, mußte ich eines Abends feststellen, daß mein Kater anscheinend meinen Handarbeitskorb als Katzenklo mißverstanden hatte.


Raglan-Pulli aus handgesponnener Merinowolle in Arbeit

Mein Kater hat in den Handarbeitskorb gepieselt!
Alles, was in dem Korb war, stank nach „Katzenpiesel“, auch der Projektbeutel mit meinem halbfertigen Pullover! Nach dem Ärger kam die Panik. Beutel und andere Wolle, die in dem Handarbeitskorb lagen, konnte ich einigermaßen gut waschen. Aber was sollte ich mit meinem angefangenen Pulli tun, der ebenfalls das tolle Katzenklo-Aroma hatte? Wie würde sich ein Waschen auf das Teil auswirken? Mal abgesehen davon, daß sich Nicht-Superwash-Schafwolle sowieso nicht besonders für intensive Waschaktionen eignet. Das Maschenbild von dem fertigen Stück würde sich verändern. Ich würde mich bei den Ärmeln, die noch folgen sollen, nicht mehr am Rumpfteil orientieren können. Und dann waren natürlich auch noch die verschiedenen angefangenen Knäuele und die, die ich für das Fertigstricken noch benötigen würde, ebenfalls in dem verseuchten Projektbeutel. Sollte ich die Wolle noch einmal haspeln und vorsichtig waschen? O weh! Ich liebe meine Katzis über alles, aber an diesem Abend hatte ich wirklich genug.

Nach zwei Tagen Auslüften roch mein Merino-Strickzeug kaum noch
Ich wusch und reinigte den Korb und alles, was darin war, so gut ich konnte. Doch meinen angefangenen Pulli und die dazugehörende Wolle legte ich erst einmal zum Lüften aus. „Günstigerweise“ ist gerade Winter, und ich habe keine Möglichkeit, die Sachen im Freien auszulüften oder zu trocknen. Toll, wirklich genial!

Doch dann geschah das Wunder. Schon von Anfang an müffelte die gekaufte Sockenwolle und ein paar Reste Synthetikgarn, die in dem Korb gelegen hatten, intensiver als meine Schafwolle, die sowieso auch einen prägnanten Eigengeruch hat. Und nun, zwei Tage nach dem Malheur, muß ich an meinem Schafwoll-Strickzeug schon genau schnüffeln, um noch etwas von dem Katzenurin-Duft zu riechen!

Ich werde nun den Pulli erst einmal wie geplant fertig stricken. Und danach bekommt er, wie es sowieso vorgesehen war, ein ausgiebiges Bad. Und, wenn nötig, auch noch ein paar weitere. Ich hoffe, daß ich dann das gute Stück auch tragen kann, ohne in meiner Umgebung ein Katzenklo-Aroma zu verbreiten.

Donnerstag, 31. Dezember 2015

Ein Innenfutter für meinen mittelalterlichen Halbkreismantel

Nachdem ich mir im vergangenen Winter einen Halbkreismantel von der Spinnfaser an selbst gemacht habe, möchte ich heuer noch ein Innenfutter dafür anfertigen.

Wieso ich den bereits fertigen Mittelalter-Mantel nun noch abfüttern möchte
Während der vergangenen Mittelaltermarkt-Saison hat mir der Mantel bereits gute Dienste geleistet. Er hat mich an kühleren Sommertagen und -abenden gut gewärmt. Aber gegen Regennässe und Wind war er doch nicht besonders widerstandsfähig. Das ist auch kein Wunder, denn einerseits habe ich während der verschiedenen Arbeitsschritte das Wollfett so ziemlich ausgewaschen. Andererseits wurde der Stoff, den ich aus naturgrauer Steinschafwolle gewebt habe, eher grob. Ich habe noch ein paar Versuche unternommen, den fertigen Mantel etwas anzufilzen, um ihn dichter zu bekommen, Doch das ließ das Material nur eingeschränkt zu. Die Fasern der Steinschafwolle sind eher glatt und und nur schlecht zum Filzen geeignet. Das andere Problem, das ich mit dem Mantel habe, ist, daß sich ein paar Nähte, die durch die Fibel und das Tragen besonders beansprucht werden, allmählich lösen. Deshalb entschloß ich mich, meinem ohnehin schon eher schweren Mantel nun doch noch ein Innenfutter zu gönnen. Ich hoffe, daß er dadurch etwas stabiler wird und Wind und Regen ein wenig besser trotzen kann.

Das Garn, um daraus den Stoff für mein Halbkreismantel-Innenfutter zu weben, werde ich wieder selber spinnen
Für das Innenfutter habe ich mich für dunkelbraune Jakobschaf-Wolle entschieden. Ich wollte die Innenseite in einer natürlichen Kontrastfarbe anfertigen. Diese Wolle habe ich als Kammzug mal probeweise versponnen. Da das gut von der Hand ging und ich auch einen schönen, dünnen zweifach verzwirnten Faden produzieren konnte (es soll ein eher leichter Wollstoff werden, der Mantel ist auch so schon schwer genug), fiel meine Wahl dann auf diese Fasern.
Nach ein wenig Rechnerei habe ich mir dann anderthalb Kilo davon bestellt, und etwa 300 Gramm sind nun auch schon versponnen. Im Moment trocknet das Garn nach dem Entspannungsbad noch, aber bald werde ich den Webrahmen zum ersten Mal bespannen können.

Der Futterstoff möchte ich in vier Einzelstücken weben
Damit die Kettfäden noch einigermaßen handhabbar bleiben, werde ich den Stoff nicht in einem Stück weben, sondern als vier Einzelteile. Die Kettfäden werden trotzdem etwa 1,80 Meter lang sein. Die fertigen Stoffbahnen werde ich dann wieder in je ein gleichschenkliges Dreieck in der Mitte und zwei rechtwinklige an den beiden Seiten zerschneiden, wie es die Schemazeichnung zeigt. 

Zuschnittplan für mittelalterlichen Halbkreismantel und dessen Futter
 
Die rechtwinkligen Dreiecke werde ich mit den Längsseiten so zusammennähen, daß daraus ebenfalls gleichschenklige Dreiecke entstehen, die ich dann so, wie in der zweiten Zeichnung zu sehen ist, aneinander nähe. In der Mitte werde ich einen halbrunden Halsausschnitt einfügen. Ich bin mir nicht sicher, ob das dem großen „A“ gerecht wird. Aber bei meinem Mantel habe ich das letztes Jahr schon so gemacht, und den Ausschnitt auch mit einem kleinen, schlichten Kragen eingefaßt. Das hat dem Mantel dort oben eine gute Stabilität gegeben. Da ist bis jetzt noch nichts aufgegangen.

So werden die Dreiecke für das Futter des Mittelaltermantels zusammengefügt


Zum Schluß werde ich das Mantelfutter etwas anfilzen
Bevor ich dann das Futter einnähe, möchte ich versuchen, es durch Filzen ein wenig zu verdichten. Und dann hoffe ich, daß es von der Größe her auch wirklich mit dem Mantel übereinstimmt...
Tja, da liegt eine Menge Arbeit vor mir. Ich freue mich aber darauf, auch wenn ich vor dem Berg eintönig brauner Spinnasern schon ein wenig Respekt habe. Aber ich habe es ja letztes Jahr schon einmal geschafft, und bei meiner selbst gesponnenen, gewebten und genähten Kotte war es auch nicht anders.

Donnerstag, 17. September 2015

Socken stricken für Flüchtlinge

Jeden Tag sehe ich in den Nachrichten neue Bilder von fliehenden, verzweifelten Menschen aus Syrien, die alles daran setzen, in Europa eine neue Heimat und Sicherheit zu finden. Und jeden Tag denke ich mir, daß ich auch irgend etwas tun muß, um diesen Leuten zu helfen. Irgend etwas, das besser ist, als Tag für Tag fassungslos den Nachrichten zuzusehen und zu spüren, doch was tun zu müssen.
Aber was? Ich könnte Geld an eine Hilfsorganisation spenden. Wieviel davon wird dann wirklich bei den Menschen, die Hilfe brauchen, ankommen und wieviel in der Verwaltung versickern? Nein, ich möchte sichergehen, daß wirklich alles dort ankommt, wo es benötigt wird.
In meinem Heimatort gibt es eine Flüchtlingsunterkunft. Soll ich hingehen und versuchen, den Leuten dort Deutsch beizubringen, bei Formalitäten oder Ämtergängen zu helfen oder Kinder betreuen, wie so viele andere Helfer es bereits in bemerkenswerter Weise tun? Das wäre bestimmt sinnvoll. Aber dafür bin ich nicht der Typ, es würde mich überfordern, und meine Englischkenntnisse (oder erst recht andere Fremdsprachen) reichen bei Weitem nicht aus, um mich mit diesen Menschen gut genug verständigen zu können.
Was ich gut kann, ist stricken. Und nun steht bald der Winter vor der Tür. Deshalb hab ich mich entschlossen, für diese Leute, die alles in ihrer Heimat verloren haben oder zurücklassen mußten, wenigstens ein paar warme Socken zu stricken. Vielleicht auch Handschuhe oder Mützen. Mal sehen, wie weit ich mit meinen beiden Händen komme. Es werden keine Stapel werden. Vielleicht mal an die zehn Paar für den Anfang, denn nebenbei muß ich auch noch arbeiten und den normalen Alltagswahnsinn schmeißen. Das ist nur der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein. Und vielleicht wäre es sinnvoller, mit der Wolle und einer Handvoll Stricknadeln zu den Flüchtlingen hinzugehen und mit ihnen gemeinsam zu stricken, damit sie etwas anderes tun könnten, als nur abzuwarten, bis die bürokratischen Mühlen mit ihren Asylanträgen vorankommen. Vielleicht wäre das besser. Vielleicht werden die Mitarbeiter dort auch mit Sockenspenden überschüttet. Dann werd ich versuchen, meine Strickereien anderswo unterzubringen. Mein Vorhaben ist sicherlich nicht das denkbar beste. Und es ist auch nicht heldenhaft oder selbstlos.
Aber es ist auf jeden Fall besser, als nur immer dazusitzen und das Gefühl zu haben, doch irgend etwas tun zu müssen!

Die ersten anderthalb Paar Strümpfe sind schon fertig!

selbstgestrickte Socken für Flüchtlinge