Bereits im September habe ich begonnen, für Menschen, die aus Kriegsgebieten in meine Stadt geflüchtet sind, warme Wintersocken zu stricken.
Obwohl ich wirklich drangeblieben bin, hat sich diese Strickaktion doch bis kurz vor Weihnachten hingezogen. Eigentlich wollte ich es ja vermeiden, meine Sockenspende knapp vor dem Fest abzugeben, da zu dieser Zeit bestimmt viele Leute etwas spenden. Aber eher bin ich einfach nicht fertig geworden. Und als es dann soweit war, wollte ich die Strümpfe auch "an die Leute bringen". Außerdem brauchte ich den Platz für die anderthalb Kilo Spinnfasern, die ich für ein neues Großprojekt bestellt hatte.
Also trug ich meinen Karton voller Socken (nicht ohne eine gute Portion Freude und Stolz) zur örtlichen Caritas-Kleiderkammer, da ich sichergehen wollte, daß meine Strümpfe auch wirklich bei den Leuten ankommen, die sie brauchen. Dort sah ich dann bereits auf einer Bank im Flur die Menschen sitzen, für die ich gestrickt hatte. Die Leute warteten geduldig darauf, nach und nach in das Anprobezimmer eingelassen zu werden, wo zwei Mitarbeiterinnen damit beschäftigt waren, für jeden das passende Kleidungsstück herauszusuchen, das er oder sie gerade brauchte.
Als ich mit meinem Sockenkarton dort ankam und ihn schließlich einer Mitarbeiterin übergab, bekamen das die Flüchtlinge am Gang mit. Als ich dann wieder ging, bedankten sie sich überschwänglich bei mir. Es war eine etwas eigenartige Situation. Aber ich bin mir sicher, daß meine Sockenspende bei den Leuten angekommen ist, für die sie bestimmt war. Und das war mir wichtig.
Donnerstag, 31. Dezember 2015
Donnerstag, 17. September 2015
Socken stricken für Flüchtlinge
Jeden Tag sehe ich in den Nachrichten
neue Bilder von fliehenden, verzweifelten Menschen aus Syrien, die
alles daran setzen, in Europa eine neue Heimat und Sicherheit zu
finden. Und jeden Tag denke ich mir, daß ich auch irgend etwas tun
muß, um diesen Leuten zu helfen. Irgend etwas, das besser ist, als
Tag für Tag fassungslos den Nachrichten zuzusehen und zu spüren,
doch was tun zu müssen.
Aber was? Ich könnte Geld an eine
Hilfsorganisation spenden. Wieviel davon wird dann wirklich bei den
Menschen, die Hilfe brauchen, ankommen und wieviel in der Verwaltung
versickern? Nein, ich möchte sichergehen, daß wirklich alles dort
ankommt, wo es benötigt wird.
In meinem Heimatort gibt es eine
Flüchtlingsunterkunft. Soll ich hingehen und versuchen, den Leuten
dort Deutsch beizubringen, bei Formalitäten oder Ämtergängen zu
helfen oder Kinder betreuen, wie so viele andere Helfer es bereits in
bemerkenswerter Weise tun? Das wäre bestimmt sinnvoll. Aber dafür
bin ich nicht der Typ, es würde mich überfordern, und meine
Englischkenntnisse (oder erst recht andere Fremdsprachen) reichen bei
Weitem nicht aus, um mich mit diesen Menschen gut genug verständigen
zu können.
Was ich gut kann, ist stricken. Und nun
steht bald der Winter vor der Tür. Deshalb hab ich mich
entschlossen, für diese Leute, die alles in ihrer Heimat verloren
haben oder zurücklassen mußten, wenigstens ein paar warme Socken zu
stricken. Vielleicht auch Handschuhe oder Mützen. Mal sehen, wie
weit ich mit meinen beiden Händen komme. Es werden keine Stapel
werden. Vielleicht mal an die zehn Paar für den Anfang, denn
nebenbei muß ich auch noch arbeiten und den normalen Alltagswahnsinn
schmeißen. Das ist nur der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen
Stein. Und vielleicht wäre es sinnvoller, mit der Wolle und einer
Handvoll Stricknadeln zu den Flüchtlingen hinzugehen und mit ihnen
gemeinsam zu stricken, damit sie etwas anderes tun könnten, als nur
abzuwarten, bis die bürokratischen Mühlen mit ihren Asylanträgen
vorankommen. Vielleicht wäre das besser. Vielleicht werden die
Mitarbeiter dort auch mit Sockenspenden überschüttet. Dann werd ich
versuchen, meine Strickereien anderswo unterzubringen. Mein Vorhaben
ist sicherlich nicht das denkbar beste. Und es ist auch nicht
heldenhaft oder selbstlos.
Aber es ist auf jeden Fall besser, als
nur immer dazusitzen und das Gefühl zu haben, doch irgend etwas tun
zu müssen!
Donnerstag, 19. März 2015
Eine schöne Geschenkidee – ein Wickelknäuel
Als ich kürzlich nach einer
Geschenkidee für den 12. Geburtstag eines handarbeitsbegeisterten
Mädchens suchte, fiel mir ein, daß ich im Internet schon wiederholt
von Wickelknäulen gehört habe. Ich hatte so etwas noch nie selbst
gesehen oder gar gebastelt. Die Idee gefiel mir aber, also probierte
ich es einfach aus.
| Geschenkidee Wickelknäuel |
Das Wickelgarn: handgesponnene
Merinowolle mit kleinen Perlen
Zuerst widmete ich mich der Wolle.
Schon lange wollte ich mal versuchen, ein Garn zu spinnen, in das
Perlen eingearbeitet sind. Irgendwo in den Weiten des Netzes hatte
ich mal ein Video dazu gesehen. Also suchte ich mir einige bunte
Merino-Kammzüge und Perlen zusammen und probierte es aus. Und heraus
kam ein wunderschönes Perlengarn, gute 80 Gramm, ca. 120 Meter.
Die Mini-Geschenke:
Handarbeits-Grundausstattung und einige Süßigkeiten
Als Geschenke, die verwickelt werden
sollten, besorgte ich allerhand Kleinigkeiten, die eine angehende
Handarbeiterin gut gebrauchen konnte. Strick- und Häkelnadeln,
Maschenmarkierer, Nadeln zum Vernähen, eine kleine Schere, Maßband,
Auftrenner, ein Notizbuch mit Stift und Radiergummi, ein kleiner
Reihenzähler, ein Nadelmaß-Kärtchen und als Nervennahrung
zwischendurch ein paar Gummibärchen packte ich in Geschenkpapier
ein, in lauter einzelne Päckchen. Und dann wurde fleißig gewickelt,
bis ein großer Garn-Geschenke-Ball entstanden war, der auch noch
einigermaßen stabil zusammenhielt.
| Geschenke für das Wickelknäuel |
Noch schnell eine Handarbeitstasche
gestrickt
Da das beschenkte Mädchen ja erst das
Knäuel, und nach dem Auspacken auch die Handarbeits-Utensilien
irgendwo verstauen können mußte, strickte ich noch schnell aus
einigen Resten handgesponnener und selbst gefärbter Wolle ein
kleines Säckchen. Es bekam je zwei Außen- und Innentaschen für den
ganzen Kleinkram. Oben kann man es mit einer Kordel zuziehen.
| Projekttasche für das Wickelknäuel |
Das Wickelknäuel kam bei der
Beschenkten gut an
Als dann der Geburtstag da war, begann
das Mädchen sofort begeistert, die Wolle zu verstricken. Damit es
nicht zu lange dauerte, bis die ersten Geschenke aus dem Knäuel
heraus purzelten, wanderte das Strickzeug dann den ganzen Nachmittag
lang immer wieder zwischen den Gästen und dem Geburtstagskind hin
und her, und jeder fügte ein paar Reihen hinzu. Auch ein Gästekind,
das bis dahin noch nicht stricken konnte, versuchte sich mit Freuden
daran.
Inzwischen dürften alle Geschenke zum
Vorschein gekommen sein. Das Wickelknäuel hat nicht nur dem
Geburtstagskind Freude gemacht, sondern gleich noch dazu einigen
ihrer Besucherinnen!
Donnerstag, 4. September 2014
Raglan von oben – eine tolle Technik, um aus einem ungenormten handgesponnenen Garn einen Pulli zu stricken!
Ich wollte nun mal aus meiner schönen
handgesponnenen Wolle einen Pullover stricken. Das Schwierige daran
ist (finde ich), daß die Anleitungen, die man in Zeitschriften
findet, auf eine bestimmte Wollstärke ausgerichtet sind. Es wäre
zwar manchmal möglich, die Anleitung in mühevoller Rechenarbeit
anhand der Maschenprobe auch an eine andere Garndicke anzupassen,
aber ehrlich gesagt überfordert mich das einerseits und andererseits
bin ich dafür auch zu faul. Man könnte theoretisch auch versuchen,
die Wolle in der richtigen Stärke zu spinnen. Aber das würde bei
mir niemals hinhauen.
Also machte ich mich auf die Suche nach
einer gaaaanz einfachen Strickanleitung für einen Pullover, so eine
Art „Grundanleitung“. Wichtig war mir dabei, daß die Ärmel
möglichst problemlos eingepaßt werden konnten und ich am Besten nur
aufgrund meiner Maschenprobe (und ohne großen Aufwand) alle
benötigten Maschenzahlen berechnen konnte.
Der RVO-Rechner von Distelblume
nimmt einem die Rechenarbeit ab
Da stieß ich im Internet auf den
RVO-Rechner (Raglan von oben) von Distelblume.
Das war genau die Art Grundanleitung, die ich gesucht hatte. Ein paar
kleine Maße und eine Maschenprobe reichen, um daraus einen ganzen
Pulli zu stricken. Und dabei spielt die Stärke der Wolle keine
Rolle!
Beim Raglan von oben strickt man den
Pullover in einem Stück rundherum. Das Zusammennähen entfällt also
komplett! Man beginnt am Halsausschnitt und nimmt kontinuierlich in
den folgenden Runden Maschen zu. Daraus entstehen erst die Schultern
und später die Ärmel. Die Anleitung kann prima auf die eigenen
Körpermaße abgestimmt und auch während des Strickens immer wieder
angepaßt werden.
Der Vorteil des RVO-Rechners der
Distelblume ist, daß er einem die Rechnerei so gut wie abnimmt. Als
Nachteil kristallisierte sich bei meinem ersten Versuch damit heraus,
daß in meinem Fall die errechneten Maschenzahlen nicht wirklich
zusammenpassten und ich doch mehr selberrechnen mußte, als erhofft.
Aber vielleicht lag das nur an meiner eigenen Begriffsstutzigkeit.
Mit ein paar Veränderungen kam ich mit der ausführlichen Anleitung
auf der Seite dann doch recht gut zurecht. Es machte richtig Spaß!
Das Resultat ist dieser luftige Sommerpulli aus handgesponnenem
dünnem Bambusgarn, der auch meiner Katze Elli anscheinend gut
gefällt:
| Mein erster Raglan-von-oben-Pulli aus handgesponnenem Bambusgarn |
Außerdem bin ich nun fest im Griff des
Raglan-von-oben-Virus. Und da ich von
meinem Mittelalterkleid-Wahnsinns-Projekt noch eine üppige Menge blaue
Merino-Kammzüge übrig habe und auch noch andere Farben zum
„Strecken“, hab ich nun begonnen, einen weiteren RVO-Pulli für
den Winter zu stricken.
Eine gute Videoanleitung zum Raglan
von oben stricken
Zufällig stieß ich bei meinen
Vorbereitungen dafür auf die Seite von Nadelspiel.com. Dort gibt es
eine Video-Serie, in der Elizza erklärt, wie man einen Raglan-von-oben-Pulloverstricken kann. Sie zeigt, wie man anhand der eigenen Körpermaße
recht unkompliziert die benötigten Maschenzahlen und Zunahmen noch
individueller berechnen kann, als es der RVO-Rechner von Distelblume
tut. Und was mir noch gut gefallen hat, ist, daß ich nun auch
nachvollziehen kann, wie die benötigten Maschenzahlen (die der
Rechner einfach nur ausspuckt) entstehen.
Und das ist der Stand der Dinge
momentan:
| Dies wird ein RVO-Pullover aus handgesponnener Merinowolle |
Es macht viel Freude, den Pulli zu
stricken, und bei der dicken Wolle wächst er auch rasant. Im Moment
hab ich etwa 300 Gramm Wolle gesponnen und Navajo-verzwirnt. Das Garn
ist superweich, und auch das Gestrick fühlt sich richtig kuschelig
an. Kaum zu glauben, aber ich freue mich darauf, daß es richtig kalt
wird ich den Pullover anziehen kann. Ach, und mein Kater Aramis hätte
ihn anscheinend auch gern – zumindest als Kuschelunterlage:
| Kater Aramis gefällt mein angehender Strickpulli |
Montag, 4. August 2014
Mein Mittelalterkleid ist fertig
Nachdem ich es bereits einige Male auf
Mittelalterfesten getragen habe, hab ich es nun auch noch geschafft,
mein fertiges Kleid zu fotografieren:
| Mittelalterkleid aus handgesponnen- und gewebtem Wollstoff |
Da das leinene Unterkleid noch darunter
kommt, war es bei gut dreißig Grad auf einigen Mittelaltermärkten
schon recht warm in meiner Gewandung. Trotzdem trug ich sie voll
Stolz, nach all der Arbeit, die ich hineingesteckt habe.
Nachdem ich das Wollkleid
zusammengenäht hatte, hab ich mit meinem Schul-Webrahmen ein paar
brettchengewebte Bänder angefertigt. Diese zieren nun den
Halsausschnitt und die Ärmel meines Kleides. Auch der Gürtel ist brettchengewebt. Und um mich am Ende
langsam wieder von der Handarbeiterei zu entwöhnen, machte ich aus
braunen handgesponnenen und teils selbst gefärbten Wollresten noch
eine Pilgertasche, in der ich alles unterbringen kann, was ich auf
Mittelaltermärkten so immer mitschleppe.
| mittelalterliche Pilgertasche |
Ja, es war viel Arbeit, und schön ist
es zu sehen, was ich da geschaffen habe! Nun fehlt meiner Gewandung
noch ein warmer Mantel, falls es einmal keine dreißig Grad hat...
Mal sehen, der nächste lange Winter kommt bestimmt!
Donnerstag, 8. Mai 2014
Fast vier Meter handgesponnener und -gewebter Stoff für mein Oberkleid fertig
Es geht voran! Ich hab jetzt eine Weile
fast jede freie Minute in mein Mittelalterkleid gesteckt, und nun ist
der knapp vier Meter lange Stoff für das Vorder- und Rückenteil des
Oberkleides fertig:
| Der handgewebte Stoff für mein Oberkleid |
Jetzt macht die Sache wieder mehr Spaß.
Wenn ich den Stoff um mich herum drapiere (die Ärmel sind ja sogar
schon fertig genäht), kann ich mir nun bereits ein ungefähres Bild
davon machen, wie das Kleid mal aussehen wird. Und es gefällt mir
gut!
Wenn man den Stoff genauer anschaut,
sieht man zwar, daß manche Stellen dichter und manche lockerer
gewebt sind. Aber gleichmäßiger ging es irgendwie nicht. Dafür ist
es Handarbeit. Und als Krönung hat meine Katze Elli den Webrahmen
immer wieder als Liegeplatz benutzt, was stellenweise Spuren
hinterlassen hat – verschobene Fäden und kleine Löcher. Ich
konnte das aber wieder einigermaßen korrigieren. Und man muß schon
genau hinsehen, um die Unregelmäßigkeiten zu erkennen.
Beim „Anprobieren“ habe ich
festgestellt, daß der Stoff ungefähr einen halben Meter zu lang
ist. Anscheinend habe ich die Kette etwas zu großzügig abgemessen
und zu viel Einsprung in der Länge berechnet – von der Breite her
paßt es aber. Da ich ja auch noch eine Stoffbahn für die seitlichen
Geren brauche, der übrige halbe Meter dafür aber zu wenig ist,
beschloß ich, das zu lange Stück zu recyclen. Ich maß genau ab,
wieviel Stoff ich für das Vorder- und Rückenteil (die ich gern in
einem Stück lassen möchte, damit ich mir die Nähte über den
Schulter sparen kann) + Nahtzugaben, brauche. Dann faßte ich die
Kettfäden an der Stelle, an der ich den Stoff abschneiden wollte,
erst einmal mit Saumstichen ein, damit mir nicht gleich alles wieder
aufging. Als das geschehen war, schnitt ich das zu lange Stück
vorsichtig ab, damit die Schußfäden dabei auch wirklich heil
blieben.
Und dann habe ich das, was zuviel war,
wieder aufgetrennt und zu einem Knäuel gewickelt. So habe ich jetzt
ein gutes „Startkapital“ für die Geren. Als Kettfäden möchte
ich sie nicht verwenden, da sie doch bereits etwas strapaziert
aussehen. Durch das Weben waren sie schon etwas (minimal)
aneinandergefilzt. Aber als Schußfäden kann ich sie noch gut
verwenden. Nun muß ich die Kettfäden für die Geren fertig spinnen,
und dann kann ich bald damit loslegen.
Donnerstag, 3. April 2014
Die Vier-Meter-Mega-Kette für mein Mittelalterkleid auf den Webrahmen gespannt
Nachdem ich endlich genug (gut
anderthalb Kilometer!) Wolle für die Kettfäden gesponnen hatte, war
es soweit: Ich konnte die Kettfäden für den Hauptteil des Kleides
(Vorder- und Rückenteil zusammen in einem Stück) schären. Schon
das allein war ein mittleres Abenteuer.
Ich wollte es nach der Methode machen,
bei der man die Kettfäden gleich beim Schären am Kettbaum befestigt
und durch die Schlitze des Kammes zieht – hier der Link zu einemVideo, das diese Schärmethode erklärt.
Also baute ich meine 80 Zentimeter
breite Kromski Harfe am einen Ende meines Wohnzimmers auf. Und als
ich den Schärpflock vier Meter davon entfernt positionieren wollte,
merkte ich, daß der Raum zu klein dafür war. Doch mit etwas
Improvisieren in Richtung Flur bekam ich die Strecke doch noch hin.
Danach begann das Hin- und Herwandern
mit der Wolle zwischen Pflock und Webrahmen, was nicht nur mich in
Bewegung brachte, sondern auch meine beiden Katzen. Die hatten ihre
helle Freude mit den vielen Fäden und trieben mich zwischenzeitlich
schier in den Wahnsinn!
Als nach einigem Kampf schließlich
alles fertig geschärt war, flocht ich aus den langen Fäden erst
einmal einen Zopf, um sie bis zum nächsten Tag stillzulegen, an dem
ich mir für das Aufbäumen ein paar zusätzliche Hände organisiert
hatte. Denn bei dieser Kettenlänge und -breite hätte ich es allein
niemals geschafft, beim Aufrollen auch nur eine halbwegs gleichmäßige
Spannung zu bekommen.
Am folgenden Tag wurde mir schnell
klar, daß auch zwei Paar Hände für dieses waghalsige Unternehmen
zu wenig waren. Am Ende waren wir zu dritt – einer drehte am
Kettbaum, zwei entwirrten und hielten die Fäden. Außerdem dauerte
die Aktion anstelle der von mir dafür einkalkulierten zehn Minuten
dann doch eine gute Stunde...
| Die vier Meter langen Kettfäden vor dem Aufbäumen auf meine Kromski Harfe |
Nun ist meine Harfe aber fertig
bespannt und ich hab bereits mit dem Weben angefangen. Bis jetzt habe
ich keine größeren Probleme mit der Fadenspannung. Auch meine
Sorge, daß die Kettfäden die Beanspruchung durch den Kamm nicht
aushalten könnten, ist bis jetzt unbegründet. Sie fransen schon
aus, aber bis jetzt hält es ganz gut.
Und nun folgt ein Geduldsspiel. Denn
ich brauche für zehn Zentimeter fast einen ganzen Abend. Damit ich
mich etwas besser orientieren kann und auch einen Fortschritt sehen
kann, markiere ich mir am Rand alle zehn Zentimeter eine Stelle und
einen Strich auf meinem Notizblock. Zwischendurch muß ich dann auch
immer wieder Wolle nachspinnen. Für vierzig Zentimeter Stoff brauche
ich ungefähr 50 Gramm Garn in Lace-Stärke.
Puh! Ob das wirklich bis zum Sommer was
wird? Wer hatte eigentlich diese dämliche Idee mit dem
selbstgemachten Stoff für mein Mittelalterkleid???
Abonnieren
Posts (Atom)