Mittwoch, 19. Februar 2014

Ein strickgefilzter Rucksack nach eigener Anleitung für zwischendurch

Nachdem ich nun für mein aktuelles Mega-Projekt mit dem handgenähten Mittelalterkleid wochenlang nur noch blaue Wolle gesponnen und gewebt habe, brauchte ich jetzt mal etwas Anderes für zwischendurch. Also beschloß ich, aus den ganzen Strängen handgefärbter Wolle, die sich noch in meinem Schrank türmten, einen Rucksack zu machen.

Ohne eine konkrete Anleitung (irgendwie mache ich das anscheinend immer so... ), nur mit einem ungefähren Bild im Kopf, wie das Ding schließlich aussehen sollte, machte ich mich ans Werk. Und hier ist das Resultat. Ist er nicht total schön geworden?

Mein strickgefilzter Rucksack nach eigener Anleitung


Hier die grobe Anleitung, wie ich den Rucksack vor dem Filzen gestrickt habe

Die Bodenfläche strickte ich mit der grünen Wolle in Runden, bis ich der Meinung war, daß sie groß genug sei. Es wurden etwa 55 Zentimeter Durchmesser. Danach strickte ich abwechselnd lila, gelbe und grüne Streifen glatt rechts nach oben, bis mir nach knapp 60 Zentimetern die lila Wolle ausging. Den obersten Streifen (lila) machte ich im Perlmuster, damit der obere Abschluß etwas stabiler wurde. Außerdem strickte ich in der Mitte des Streifens eine Reihe mit kleinen Löchern in regelmäßigen Abständen (vor dem Loch zwei Maschen zusammengestrickt, dann ein Umschlag, damit eine Lücke entsteht), in die ich später eine Kordel zog, damit man den Beutel zusammenziehen kann.

Die blaue Klappe strickte ich über eine Breite von etwa 25 Zentimetern gleich am oberen Rand des Beutels an. Sie ist auch glatt rechts gestrickt, nur jeweils an den Rändern ist jeweils ein Streifen von 4 Maschen im Perlmuster. Nach ca. 20 gerade gestrickten Zentimetern nahm ich beidseits mal in jeder zweiten, mal jeder 4. Reihe eine Masche ab, damit die Spitze entstand. Kurz vor dem Ende arbeitete ich auch hier ein kleines Knopfloch in der Mitte ein.

Für die Träger habe ich zwei Streifen mit je 8 Maschen im Perlmuster gestrickt, bis die gelbe Wolle zur Neige ging. Vor dem Filzen waren sie dann ungefähr je 55 Zentimeter lang. Durch das Filzen sind sie aber auch nur um wenige Zentimeter kürzer geworden.

Da ich von der grünen Wolle noch Einiges übrig hatte, beschloß ich, daraus eine kleine Ziertasche für die Front zu stricken. Ich hab nach Gefühl etwa mit einer Breite von 20 Zentimetern begonnen und über mehrere Reihen glatt rechts zuerst ein paar Maschen beidseits zugenommen, dann gerade hochgestrickt und vor dem Abschlußbündchen (eins rechts, eins links über 3 Zentimeter) wieder etwas abgenommen. Da von der gelben Wolle noch genug übrig war, hab ich das Täschlein noch mit ein paar Blümchen bestickt und die blaue Klappe mit drei Häkelblüten aufgepeppt.

Dann steckte ich alles in die Waschmaschine zum Filzen. Erst danach hab ich die Träger angenäht, weil ich schlecht einschätzen konnte, wie sehr die Tasche und die Träger schrumpfen würden. Auch die grüne Tasche hab ich erst nach dem Filzen aufgenäht. Dann kam noch ein Knopf dran, und fertig!

Freitag, 14. Februar 2014

Der Probestoff für die Ärmel meines Mittelalterkleides ist fertig gewebt!

Ich war die letzten Tage fleißig, und nun ist der Wollstoff, aus dem ich gern die Ärmel für das Kleid schneidern möchte, fertig. Den Anfang und das Ende habe ich mit einem Saumstich gesichert, damit sich nicht gleich alles wieder auftrennt. Obwohl ich mir vorstellen könnte, daß es eventuell auch so halten könnte. Denn die Merinowolle hat sich bereits beim Weben schon ein wenig aneinandergefilzt. Aber sicher ist sicher.

Der selbstgemachte Stoff für mein Mittelalterkleid trocknet in der Sonne


Nachdem der Stoff vom Webrahmen herunter war, hab ich ihn vorsichtig gewaschen und heute Nachmittag in der Sonne zum Trocknen aufgehängt. Er ist wirklich ein schön leichter Stoff geworden, und ich kann mir gut vorstellen, daraus ein Kleid zu machen, das am Ende nicht so dick und warm wie ein Wintermantel wird. Und von der Breite her ist er zwar ein wenig schmaler geworden, als auf dem Webrahmen, aber anscheinend habe ich den Einsprung ganz gut berechnet. Denn gestern Abend hab ich gleich noch meine Papierschablonen mit den Schnittmustern für die Ärmel daraufgelegt, und danach habe ich sogar noch den ein oder anderen Zentimeter (je nachdem, wie breit der Rand an der Stelle grade ist) in Reserve.


Wenn ich den Stoff auf dem Boden ausbreite, sieht man deutlich, wie unregelmäßig ich am Anfang noch gewebt habe. Doch mit der Zeit bekam ich den Bogen heraus, wie ich den Rand doch deutlich gerader hinbekommen konnte. Der Stoff ist auch in sich ein wenig wellig, weil ich es nicht geschafft habe, die Kette wirklich gleichmäßig aufzuspannen. Für die megalangen Kettfäden, aus denen Vorder- und Rückteil (am Liebsten an einem Stück) entstehen sollen, werde ich mir wohl eine helfende Hand zusätzlich organisieren. Einige Stellen sind auch lockerer gewebt als andere, besonders am Anfang. Aber das finde ich nicht schlimm. Schließlich ist es mein Erstlingswerk, und man muß den Stoff schon recht genau anschauen, um das zu sehen. Und ich habe ihn ganz bewußt ein gutes Stück länger gemacht, als es für die Ärmel nötig gewesen wäre. So kann ich mir die besseren Stellen für die einzelnen Teile ein wenig heraussuchen.

Etwas unregelmäßig gewebt ist der Stoff, aber ich mag ihn trotzdem


Nun werde ich noch versuchen, den Stoff vorsichtig etwas zu bügeln, ohne daß er hinterher ein Klumpen Filz ist. Ich habe mich noch nicht entschieden, ob ich dann gleich die Ärmel zuschneide und schon mal mit dem Nähen anfange, oder das Spinnen ein wenig forciere. Denn für meine Mega-Kette für Vorder- und Rückteil, die ich als Nächstes aufziehen möchte, fehlt mir noch Einiges an Garn. Mal sehen, wahrscheinlich mache beides mehr oder weniger gleichzeitig, damit weder das Spinnen noch das Nähen anfangen kann, nervig zu werden.

Ein Buchtip für alle, die sich eine Mittelaltergewandung selbermachen möchten
Die Serie "Kleidung des Mittelalters selbst anfertigen" von Wolf Zerkowski finde ich ganz gut. Ich besitze das mit Anleitungen für die Grundausstattung für die Frau, es gibt aber auch ein Anleitungsbuch für den Mann.


Dienstag, 11. Februar 2014

Neues Großprojekt begonnen: mein selbstgemachtes Mittelalter-Kleid

Ich geb's ja zu, es ist schon ein ziemlich wahnsinniges Unterfangen, das mir da vorschwebt. Aber versuchen möchte ich es, mir ein einfaches Mittelalterkleid selberzumachen – komplett selberzumachen: ein Unterkleid, ein Darüberkleid und dann noch was für den Kopf. Ich möchte also zuerst das Garn spinnen, es dann zu Stoff weben und daraus schließlich mit der Hand ein Kleid nähen. Mein Plan ist, es möglichst bis zum Sommer fertigzubekommen, damit ich es auf diversen Mittelaltermärkten anziehen kann. Mal sehen, ob das heuer wirklich etwas wird.

Den Leinenstoff für das Unterkleid wirklich selbst spinnen und weben?
Das erste Zugeständnis bei dem „komplett selbermachen“ hab ich jedoch bereits in Kauf genommen. Da das Unterkleid historisch korrekt aus Leinen bestehen sollte, wagte ich mich also zum ersten Mal daran, Leinen zu spinnen. Nach einer Weile klappte dies auch einigermaßen. Aber die Vorstellung, genug davon herstellen zu müssen, um danach etwa drei Meter Stoff in 80 cm Breite weben zu können, bremste meinen Enthusiasmus dann doch recht. Das Spinnen allein hätte wahrscheinlich schon ein Jahr gedauert. Also kaufte ich mir beim blau-gelben schwedischen „Mittelalter-Ausstatter“ einen naturfarbenen Leinenstoff, aus dem ich mein Unterkleid nähen wollte.

Das Unterkleid zuschneiden
Einen richtigen Schnitt hatte ich auch nicht. Ich wußte nur, daß es ein ganz einfaches Mittelalterkleid werden sollte, ein gerader Schnitt mit je einer Gere links und rechts. Also las ich mich durch das Netz und Bücher und fertigte mir schließlich ein Schnittmuster nach meinen Körpermaßen an, das ich in Originalgröße auf dünnes Papier aufmalte. Ich schnitt den Stoff danach zu (drei Meter Stoff und jede Menge Papier auf dem Boden, welch Freude für meine Katzis!).

Schnittschema mittelalterliches Unterkleid



Und dann per Hand zusammennähen
Schließlich hab ich die Einzelteile mit Stepp- und Vorstichen zusammengenäht und möglichst unsichtbar versäumt. Das klappte erstaunlich gut und dauerte auch nicht so ewig lange, wie ich befürchtet hatte. Was etwas nervte, war die Tatsache, daß ich den Beleg am Halsausschnitt falsch herum annähte und dies erst recht spät merkte, so daß ich alles wieder auseinandertrennen mußte und nochmal von vorn anfangen. Auch ein Ärmel war seltsamerweise (ich hab eigentlich gut aufgepaßt...) plötzlich linksherum angenäht. Aber ansonsten hat es richtig Spaß gemacht, und nun ist das Unterkleid fertig!

mittelalterliches Unterkleid aus Leinenstoff


Der Stoff für das eigentliche Mittelalterkleid wird selbstgemacht
Für das Darüberkleid hab ich mit ein gutes Kilo blaue Merinowolle gekauft. Bis jetzt sind die ersten 200 Gramm versponnen. Das geht zwar wesentlich schneller, als ich Leinen spinnen kann, dauert aber doch seine Zeit. In 100 Gramm muß ich etwa 30 Stunden investieren, dafür hat das (fertig zweifach verzwirnte) Garn dann auch eine traumhafte Lauflänge von ungefähr einem Kilometer!! Und nachdem ich entdeckt habe, daß ich inzwischen beim Spinnen sogar lesen kann und gar nicht mehr dauernd hinschauen muß, macht es gleich doppelt Spaß.


Es ist angewebt!
Nun habe ich begonnen, daraus ein etwas schmaleres Stück Stoff für die Ärmel als „Probestück“ zu weben. Mit einem 50/10er Kamm gibt das einen schönen, leichten Wollstoff, der sich hoffentlich auch gut weiterverarbeiten läßt. Mal sehen, mir fehlt noch ein gutes Stück.


Mittwoch, 5. Februar 2014

Meine ersten handgewebten Küchenhandtücher

Nachdem mein Berg handgesponnener Wolle immer größer wurde, packte mich nun auch das Web-Virus. Ich kaufte mir die zusammenklappbare Kromski-Harfe in 80 cm Breite, da mir wichtig war, das Teil auch einigermaßen platzsparend aufräumen zu können.
Für die ersten Versuche damit wollte ich jedoch meine kostbare selbstgesponnene Wolle nicht anrühren, deshalb nahm ich ein industriell hergestelltes Baumwollgarn, um diese (wunderhübschen!) Küchenhandtücher daraus zu machen:



Es war eine eher dickere Wolle, die aber gut mit meinem 40/10er Kamm zusammenpaßte. Naja, die Ränder wurden schon noch etwas schief, aber das finde ich nicht so schlimm. Ich mag die Handtücher inzwischen sehr und benutze sie auch wirklich.



Montag, 30. September 2013

Strickanleitung für eine Schlange als Zugluftstopp oder als Kuscheltier


Ursprünglich hab ich diese Schlange einmal für meine beiden Katzis gestrickt, und sie wurde – rund zusammengerollt - prompt auch eines ihrer Lieblingsbetten. Wenn die beiden Racker nicht gerade selig darin schlummerten, wurde schon auch mal heftig damit gerauft. Aber man kann das Stricktier auch gut als Zugluft-Stopper für ein Fenster oder eine Tür verwenden.

Sie müssen kein Strick-Profi sein, um die Anleitung nacharbeiten zu können. Jeder, der rechte Maschen mit einem Nadelspiel in Runden stricken kann und auch mit ein paar Zu- und Abnahmen zurechtkommt, sollte mit der Schlange keine Probleme bekommen.

Im oberen Teil dieser Anleitung erkläre ich die einzelnen Schritte ganz genau, und im unteren Teil gibt es dann noch eine zusammengefasste Kurzanleitung, nach der Sie das Tierchen dann stricken können.

Diese Kuschelschlange habe ich damals etwa drei Meter lang und sieben Zentimeter im Durchmesser gestrickt, damit ich sie für meine zwei Schmusetiger zu einer Art Nest auf dem Boden zusammenrollen konnte. Wenn Sie die Schlange in anderen Dimensionen anfertigen möchten, ist das auch kein großes Problem. Mit etwas Geschick in Sachen Stricken können Sie die Anleitung Ihren Wünschen entsprechend anpassen. Möchten Sie diese Kuschelschlange lieber als Zugluftstopper benutzen, arbeiten Sie sie etwa so lange, wie die Tür oder das Fenster ist, das Sie abdichten möchten.



Das Material für die Strickschlange
    • Für die Kuschelschlange brauchen Sie verschiedenfarbige Wolle in etwa derselben Dicke, zum Beispiel Baumwolle oder Sockenwolle. Wenn Sie einen Stapel Wollreste abbauen möchten, ist diese Strickschlange für dieses Vorhaben ideal
    • Sie brauchen ein Nadelspiel (5 Stück) in der passenden Stärke zur Wolle. Ich habe ein Nadelspiel mit 15 Zentimetern Länge benutzt, da diese Länge für mich gut handhabbar war. Es wird ein relativ schmaler Strickschlauch, deshalb finde ich ein Nadelspiel dafür günstiger als eine Rundstricknadel. Wenn Ihnen eine Rundstricknadel und der „Magic Loop“ jedoch sympathischer sind, können Sie es natürlich auch so versuchen.
    • Außerdem benötigen Sie noch Bastelwatte zum Füllen. Man kann auch die etwas günstigere Filterwatte aus dem Zoohandel benutzen. Bei der Auswahl des Füllmaterials sollten Sie bedenken, dass Sie die Schlange vielleicht auch mal in die Waschmaschine stecken möchten.

      Eine Schlange stricken: der Beginn
      Begonnen wird am Schwanz. Schlagen Sie 4 Maschen an und verteilen Sie diese gleichmäßig auf Ihr Nadelspiel. Stricken Sie nun eine Runde rechte Maschen. Nehmen Sie ab jetzt in jeder zweiten Reihe pro Nadel eine Masche zu. In jeder Zunahmenrunde werden es also vier Maschen mehr. Gut ist es, wenn Sie die Zunahmen nicht immer an derselben Stelle der Nadel machen. Sonst entstehen Streifen, die – meiner Meinung nach – hier nicht recht gut aussehen. Ein gleichmäßiges Erscheinungsbild, in dem die Zunahmestellen kaum auffallen, erhalten Sie, wenn Sie mal am Beginn, mal in der Mitte, und mal am Ende einer Nadel zunehmen. Arbeiten Sie Zunahmen dann in der darauffolgenden Reihe wieder an anderen Stellen.
      Machen Sie mit den Zunahmen in jeder zweiten Runde so lange weiter, bis Sie insgesamt 36 Maschen haben. Es sind dann also auf jeder Nadel 9 Maschen. Je nachdem, wie dick Sie Ihre Schlange haben möchten, können Sie schon eher mit den Zunahmen aufhören, oder noch ein paar Runden so weiter arbeiten. Nähen Sie nun das kleine Loch an der „Schwanzspitze“ (die am Beginn angeschlagenen Maschen) zu.

      Den Zugluftstopper stricken: der Körper
      Weiter geht es nun in Runden ohne Zunahmen, bis Sie die gewünschte Länge, zum Beispiel drei Meter, erreicht haben. Damit das Streifenmuster entsteht, können Sie hier immer wieder die Farben wechseln. Wichtig ist, dass Sie die Schlange bereits während des Strickens füllen. Stopfen Sie immer, wenn Sie etwa 10 bis 15 Zentimeter gestrickt haben, das Innere des Schlauches mit Bastelwatte aus. Tun Sie das nicht, wird es sehr schwierig werden, die fertige Strickschlange anschließend gleichmäßig zu füllen. Natürlich sollten Sie auch nach den Farbwechseln die Fäden immer gleich vernähen. Später werden Sie nicht mehr an sie herankommen.

      Die Schlange weiterstricken: der Kopf
      Arbeiten Sie zunächst nochmals vier Zentimeter weiter, aber bereits in der Farbe, die der Kopf bekommen soll. Nehmen Sie dann pro Nadel eine Masche zu. Haben Sie weitere zwei Zentimeter gestrickt, wird nochmals auf jeder Nadel eine Masche zugenommen. Es sollten nun 44 Maschen insgesamt sein. Stricken Sie nun noch etwa vier Zentimeter so weiter.
      Jetzt beginnen die Abnahmen für das Maul. Damit auch von der Struktur her ein sichtbares „Maul“ entsteht, sollten Sie folgendermaßen abnehmen:
      Auf der ersten Nadel stricken Sie die beiden letzten Maschen zusammen.
      Bei der zweiten Nadel heben Sie die erste Masche einfach ab, stricken dann eine rechte Masche, und ziehen die abgehobene (erste auf der Nadel) Masche über die eben gestrickte (zweite auf der Nadel) darüber.
      Die dritte Nadel stricken Sie wieder wie die erste, und die vierte wieder wie die zweite. Die Runde ist fertig.
      Stricken Sie die nächste Runde ganz normal ohne Abnahmen. Danach folgt wieder eine Runde mit Abnahmen wie oben erklärt.
      Nehmen Sie so weiter in jeder zweiten Reihe je vier Maschen ab, bis Sie auf jeder Nadel nur noch zwei Maschen haben, insgesamt sind es also noch acht Maschen. Ketten Sie diese nun ab. 

      So stellen Sie die gestrickte Schlange noch fertig
      Füllen den Kopf, bis er schön prall und geformt aussieht. Nähen Sie danach zum Schluss die übrig gebliebene Öffnung noch so zu, dass ein breites Schlangenmaul entsteht. Wenn Sie wollen, können Sie Ihrer Schlange jetzt noch mit einem Garn in einer Farbe, die sich gut von der gestrickten Grundfarbe abhebt, ein Gesicht aufsticken.

      Nun wünsche ich Ihnen viel Spaß mit dieser Anleitung. Falls die Schlange ein Geschenk für Katzen werden soll, können Sie den neuen Liegeplatz mit etwas Katzenminze zu einem noch attraktiveren Ort für die Vierbeiner machen. Aber vielleicht wird sich ja bald auch ein Hund oder ein anderes Tier dort zusammenkuscheln – oder Sie selber.

      Und hier noch einmal die Anleitung als Zusammenfassung

      Material:
      Wollreste in etwa derselben Stärke, ein dazu passendes Nadelspiel und Füllwatte

      verwendete Techniken:
      mit einem Nadelspiel rechte Maschen in Runden stricken, zu- und abnehmen; zusammennähen, eventuell besticken

      Die Schlange stricken – Kurzanleitung:

      Beginn am Schwanz: 4 Maschen anschlagen und gleichmäßig auf das Nadelspiel verteilen
      1. Runde: 4 rechte Maschen stricken
      2. Runde: jede 2. Masche verdoppeln (insgesamt sind es dann 8 Maschen)
      3. Runde: 8 rechte Maschen stricken
      4. Runde: pro Nadel eine Masche zunehmen (insgesamt sind es nun 12 Maschen)
      5. Runde: 12 rechte Maschen stricken
      6. Runde: wieder auf jeder Nadel eine Masche zunehmen, dabei nicht dieselbe Stelle wie in der Vorreihe benutzen (insgesamt 16 Maschen)
      7. Runde: 16 Maschen stricken
      weiter: in diesem Sinne weiterhin in jeder 2. Runde pro Nadel eine Masche zunehmen (pro Runde sind das also 4 Maschen mehr), bis Sie insgesamt 36 Maschen (auf jeder Nadel 9) haben.

      Wichtig: jetzt das kleine Loch an der Schwanzspitze zunähen!

      Für den Körper nun ohne Zunahmen mit rechten Maschen weiterstricken, bis Sie die gewünschte Länge erreicht haben. Dabei in regelmäßigen Abständen die Farben wechseln.

      Wichtig: bei Farbwechseln die Fadenenden sofort vernähen und den Schlangenkörper sofort füllen, wenn Sie ein paar Zentimeter fertig gestrickt haben!

      Den Kopf beginnen: noch etwa 4 Zentimeter bereits in der Farbe für den Kopf weiterstricken wie beim Körper;
      1. Zunahmenrunde: nehmen Sie pro Nadel in dieser Runde je eine Masche zu;
      weiterstricken: arbeiten Sie noch etwa 2 Zentimeter in Runden ohne Zunahmen weiter;
      2. Zunahmenrunde: nehmen Sie nochmals in jeder Runde je eine Masche pro Nadel zu (insgesamt sollten es nun 44 Maschen sein):
      weiterstricken: nochmals etwa 4 Zentimeter weiter ohne Zunahmen stricken;

      das Maul stricken, erste Runde: auf der 1. Nadel die vorletzte und letzte Masche zusammenstricken; auf der 2. Nadel die erste Masche abheben, die zweite rechts abstricken und danach die abgehobene Masche über die soeben gestrickte ziehen; die 3. Nadel wird wieder wie die erste dieser Runde gestrickt und die 4. Nadel wieder wie die 2. (es sind jetzt insgesamt 40 Maschen);
      das Maul stricken, 2. Runde: 40 Maschen ohne Abnahmen stricken;
      das Maul stricken, dritte Runde: wieder wie in der ersten Runde abnehmen;
      das Maul weiterstricken: nehmen Sie in diesem Sinne weiter in jeder zweiten Runde jeweils 4 Maschen ab, bis pro Nadel nur noch 2 Maschen übrig sind (insgesamt also 8 Maschen); diese werden nun abgekettet;

      Fertigstellung: Füllen Sie den Schlangenkopf nun noch fertig, nähen Sie dann das Maul zu. Wenn Sie mögen, können Sie der Schlange nun noch ein Gesicht aufsticken.

      Weitere Handarbeitsanleitungen auf diesem Blog

      Falls Sie nach dieser Kuschelschlange noch Lust zum Weiterstricken haben, habe ich hier noch weitere Anleitungen erstellt:

      Strickanleitung für einen Rucksack

      Zwei unterschiedliche Anleitungen für Socken
      Ich habe mal mit Mustersocken herumexperimentiert. Die Strickanleitungen, die dabei herausgekommen sind, finden Sie in diesen beiden Artikeln:

      Für alle, die gern häkeln, gibt es in meinem Blog auch ein paar Anleitungen:

      Anleitung für einen hübschen Tassenwärmer
      Wie Sie einen schmalen, wellenförmigen Tassenwärmer häkeln können, erfahren Sie in einem weiteren Blog-Artikel: Kostenlose Häkelanleitung: Tassenwärmer „Wellenspiel“

      Handarbeitsanleitungen für Tassenhüllen als E-Book
      Hier können Sie sich noch über zwei Anleitungen in E-Book-Form informieren. In der ersten erkläre ich genau, wie Sie drei ganz filigrane Tassenwärmer aus feinem Garn häkeln können. Die zweite ist eine Strickanleitung für Katzenfans. In dieser zeige ich, wie Sie drei verschiedene Tassenwärmer mit Katzenmotiven anfertigen können.



      Mittwoch, 28. August 2013

      Wolle aus Katzenhaaren gesponnen

      Bereits als ich mit dem Handspinnen angefangen habe, juckte es mich in den Fingern, mal Wolle aus den ausgekämmten Haaren meiner Katzis zu spinnen. Ich konnte mir zwar noch nicht so recht vorstellen, wie und ob das überhaupt klappen konnte, aber trotzdem sammelte ich einfach mal alles, was ich aus ihrem Fell herausbürstete.

      Kann man ausgekämmte Katzenhaare wirklich zu Wolle verarbeiten?
      Doch je mehr Erfahrung ich mit dem Spinnen bekam, desto größer wurden auch meine Zweifel, mit den ausgekämmten Schätzen je etwas Vernünftiges anfangen zu können. Denn meine Schmusetiger sind keine Langhaar-, sondern ganz normale Hauskatzen. Die gesammelten Haare sind zwar wunderbar weich, aber auch recht kurz. Meine Versuche, sie probeweise mit den Fingern zu verdrehen, waren ernüchternd. Es ließ sich daraus beim besten Willen kein Faden herstellen. Alles rutschte sofort wieder auseinander.

      Die Katzenhaare mit Merinowolle zusammen kardiert
      Trotzdem bürstete und sammelte ich weiter. Denn inzwischen gelüstete es mich danach, mir ein paar Handkarden zuzulegen, um Spinnfasern auch mal mischen zu können. Wenn die Katzenhaare schon nicht pur zu verspinnen waren, dann vielleicht doch in einer Fasermischung.
      Vor ein paar Tagen war es nun soweit: meine Handkarden wurden geliefert. Und nun konnte das Vorhaben „Katzenwolle“ ernsthaft angegangen werden. Ich mischte nun immer ein paar Büschel der ausgekämmten Haare mit Merinowolle (etwa 80% Merino und 20 % Katze) und kardierte die Fasern so lange zusammen, bis alles gut gemischt war.

      Diese „Katze-Merino-Mischung“ läßt sich gut mit der Handspindel spinnen
      Dann holte ich meine leichte, selbstgebaute Handspindel heraus (sie war inzwischen etwas angestaubt, da ich in letzter Zeit nur noch mit meinem Spinnrad gesponnen habe) und versuchte es. Und es hat geklappt! Ich hatte anfangs etwas Schwierigkeiten, da ich noch nie vorher handkardierte Wolle oder ein Vlies versponnen hatte, sondern nur Kammzüge. Aber es wurde tatsächlich ein Faden daraus, der sich nicht sofort wieder auflöste. Meine neue Katzenwolle ist schon etwas unregelmäßig und sieht etwas meliert aus, da mal mehr helle Merinofasern zu sehen sind und mal wieder mehr Katze. Aber ich finde sie schön. Sie sieht in Wirklichkeit noch etwas brauner aus als auf dem Foto. Und ganz kuschelig weich ist sie auch. 



      Was tun mit der handgesponnenen Katzenwolle?
      Nun überlege ich, ob es wohl genug Material für ein warmes Winterstirnband werden könnte. Denn so sehr ergiebig ist meine Katzenbande nicht. Aber andererseits ist ja der Merinoanteil recht hoch, so daß ich eigentlich recht zuversichtlich bin, daß es reichen wird. Ich werd nun weiter fleißig kardieren und spinnen – und natürlich die Miezis bürsten. Mal sehen, wie weit ich komme.

      Dienstag, 13. August 2013

      Meine Jacke aus handgesponnener Wolle ist fertig!

      Ich hatte zwischendurch ja so meine Zweifel... Aber nun ist es soweit: sie ist fertig! Und ich bin so richtig stolz.


      Angefangen habe ich dieses Strick-Experiment Ende Mai, indem ich ein sehr, sehr, sehr dünnes Garn (etwa 900 Meter auf 100 Gramm) auf meinem Kromski Sonata Spinnrad gesponnen habe. Damals dachte ich, daß allein die Garnherstellung Wochen oder sogar Monate dauern würde. Aber so schlimm wurde es nicht. Wenn mich das Stricken (und Auftrennen) zu sehr genervt hat, habe ich immer wieder etwas weitergesponnen, und so wurden es mit der Zeit rund 300 Gramm Garn. Als am Ende absehbar war, daß ich nicht mal die bereits fertige Menge benötigen würde, mußte ich meinen Spinn-Eifer sogar bremsen. Nun habe ich für die Jacke nur knapp 200 Gramm verbraucht. 100 Gramm sind noch übrig. Mal sehen, vielleicht stricke ich mir noch ein luftiges Lace-Tuch oder sowas daraus. Vielleicht färbe ich die Wolle vorher auch noch.
      Und nun, nicht mal ein Vierteljahr nach meinem zweifelbeladenen Beginn, ist die Jacke fertig. Nein, es hat nicht immer nur Spaß gemacht, aber das war mir ja auch schon am Anfang klar. Bereits beim Rückenteil mußte ich ein gutes Stück wieder auftrennen, da es trotz vorhergehender Planung und Herumrechnerei mit der Maschenprobe etwas zu schmal geworden wäre. Die beiden Vorderteile schaffte ich ganz gut. Leider hab ich dummerweise (weil ich mich ja an keiner Anleitung orientiert hatte) den Halsausschnitt vergessen – o wie peinlich! Das ist ja fast so dämlich, wie ein Haus ohne Tür zu bauen... Also trennte ich mal wieder auf so weit es nötig war, rechnete aus, wie ich das mit den Abnahmen machen mußte, und strickte die beiden Vorderteile noch einmal (nur etwa das obere Drittel).
      So. Und dann die Ärmel. Vor denen hatte es mir besonders gegraut, da ich nicht den blassesten Schimmer hatte, wie ich die Abnahmen für die Armkugel machen sollte. Ich rechnete herum, fragte eine erfahrene Strickerin, und zeichnete mir schließlich genau auf, wie der Ärmel einmal aussehen sollte. Dann maß ich die Rundung oben nach und rechnete anhand meiner Maschenprobe aus, wieviele Maschen/Zentimeter ich über wieviele Reihen abnehmen mußte. Als der erste Ärmel dann fertig war und dann tatsächlich in den Armausschnitt an der Jacke dranpaßte, war ich total erleichtert.
      Als ich dann alle Teile gestrickt hatte, steckte sie vor dem Zusammennähen mal provisorisch mit Stecknadeln zusammen, und – juhuu – das, was da vor mir Gestalt annahm, war tatsächlich eine Jacke!! Und ich paßte auch hinein!
      Und jetzt ist sie fertig. Ich hab sie gerade vorsichtig gewaschen (ist ja sehr filzempfindliche Merinowolle) und etwas gespannt, damit das Lacemuster auch gut zur Geltung kommt. Es ist schon ein tolles Gefühl, das geschafft zu haben!